Jan Josef Liefers

 

Jan Josef Liefers

Wann: 09.07.2010 - 20:00 Uhr

Wo: Zelt-Musik-Festival

79100 Freiburg
» Lageplan
In seinem Programm "Der Soundtrack meiner Kindheit" spielt Jan Josef Liefers mit seiner Band Oblivion die Musik seiner Jugend in der DDR und verbindet diese mit Geschichten aus seinem Leben.

Mit seiner Band spielt Jan Josef Liefers jene Musik, die ihn durch verschiedene Phasen seiner Kindheit und Jugend begleitet, beeindruckt und geprägt hat. Zwischen den Songs berichtet er von seinem Leben im Osten und erzählt Interessantes zu den entsprechenden Bands und deren Musik.

Kombiniert mit einer effektvollen Visualisierung des Programms durch privates Super-8-Filmmaterial und O-Tönen aus den siebziger Jahren, bereitet der in Dresden geborene Schauspieler Jan Josef Liefers seine Karriere und sein Leben auf: Ein authentisches „DDR-Kind“, das später in ganz Deutschland bekannt wurde, erzählt sein Stück deutsche Geschichte. Frei von „Ostalgie“ lässt sich
all dies mit den eigenen Erfahrungen und Ansichten auf den Prüfstand der deutschen Gegenwart stellen.

Das weitgehend diffuse Bild, das viele Menschen im Westen von der DDR und ihrer Musikszene haben, soll durch dieses Programm geschärft und erweitert werden. Mit den unterhaltsamen und sehr persönlichen Einblicken aus dem Alltag eines jungen Menschen im Osten, der sich seine eigenen Gedanken macht und versucht, seinen Weg zu gehen, ohne sich allzu sehr verbiegen –
sowie einer Auswahl der bemerkenswertesten Rock- und Popsongs der DDR - ist die Besonderheit dieses Programms am besten zu erklären.

Jan Josef Liefers und seiner Band ging es nicht darum, die über die Grenzen der DDR hinaus bekannten Hits zu spielen, sondern eher weniger bekannte, von der DDR-Zensur ungeliebte und zum Teil verbotene Stücke neu zu interpretieren.

So haben sie wunderschöne Balladen wie „Am Abend mancher Tage“ oder „Mein Herz soll ein Wasser sein“ (beide LIFT), aber auch sehr kraftvolle Rocksongs wie „Türen öffnen sich zur Stadt“ (Puhdys) oder „Am Abend mancher Tage“ (Renft-Combo) ausgewählt und druckvoll und originell bearbeitet.

Die Künstler der DDR wurden – abhängig von ihrer Popularität – von Partei und Regierung durchaus ernst genommen. Ihre Kreativität wurde argwöhnisch beobachtet und oft genug zensiert oder verboten. Daraus entwickelte sich eine Art Code-Sprache, in der bildenden Kunst, wie in der Musik und der Lyrik, die vielleicht auch deshalb heute als besonders poetisch empfunden wird. Man übte
sich im Umschreiben, im Erfinden sprachlicher Bilder. Die Unmöglichkeit, Dinge klar beim Namen zu nennen machte eben erfinderisch.

Alles in allem bietet der Abend „SOUNDTRACK MEINER KINDHEIT“ dem Zuschauer hörenswerte Musik aus dem „unbekannten“ ehemaligen Nachbarland
DDR, die überraschenderweise auch unter den heutigen Bedingungen nachdenkenswerte Bezüge herstellt.

Besetzung:
Jan Josef LIefers – voc
Christian Hon Adameit – bs, voc
Timon Fenner - dr
Gunter Papperitz – p
Jens Nickel – g
Johann Weiß – g

 

 
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