Epic 3.0
Wann: 10.02.2012 - 19:30 Uhr
Wo: Zwinger 1
Hagen, Thees und Falk, alte Freunde aus Schulzeiten, teilen sich in Berlin einen "Co-Working-Space", wie die Digitale Bohème ihre urbanen Freiberufler-Bürogemeinschaften nennt. Während Hagen auf seiner politischen Internetplattform "zukunftspolitik.org" Kampagnen für inhaftierte Dissidenten von Peking bis Moskau ins Leben ruft und sich "für internationale Menschenrechte, nationale Bürgerrechte und die Freiheit im Internet" engagiert, gründen Falk und Thees das Soziale Netzwerk JLP - "Jonte, Linus und Pelle - die Freunde die du nie hattest".
Der Slogan ist einer von Falks zahllosen Marketing-Ideen, mit dem er die Zielgruppe der grünen Mittelschicht erobern will, wohingegen der zurückgezogene Thees den zugrundeliegenden Algorithmus entwickelt hat: Eine Funktion, "die die Leute im Internet erkennt" und die für jeden den "perfekten Freundeskreis" berechnet. Dieser Algorithmus scheint den "Megametaüberinvestor" Gabor, Vertreter des "weltgrößten Technologiekonzerns" mit hypnotischen Fähigkeiten, sehr zu interessieren. Unter der Bedingung, dass der politische Aktivist Hagen als "Intellektueller der einen Blick für das Ganze hat" das strategische Management übernimmt, steigt er im großen Stil bei den Jungs ein.
Und Anna, Hagens Freundin? In ihrer prekären Situation als Call-Center-Inbound-Agentin sehnt sie sich nach Nähe und steht bei all dem Betrieb nur am Rand, und doch in gewisser Weise von Anfang an im Zentrum eines Geschehens, das sich um vereinzelte Menschen in einer vernetzten Welt dreht. In schnellen Szenen entwickelt Hubert Schipkowski eine spannende Geschichte, in der sich eine posthumanistische Zukunft abzeichnet, in der sich alles Trennende auflöst; weil ein neuartiges, informationstechnologisches Regime mit Hilfe der Digitalisierung der Welt damit begonnen hat, in jedem Einzelnen von uns zu lesen und das Individuum bis in jede Einzelheit zu erfassen, bis sich dieses auf gespenstische Art und Weise in Luft auflöst, als hätte es nie existiert, und aufgeht im weißen Rauschen der Gruppenbenutzermodelle.
Der Slogan ist einer von Falks zahllosen Marketing-Ideen, mit dem er die Zielgruppe der grünen Mittelschicht erobern will, wohingegen der zurückgezogene Thees den zugrundeliegenden Algorithmus entwickelt hat: Eine Funktion, "die die Leute im Internet erkennt" und die für jeden den "perfekten Freundeskreis" berechnet. Dieser Algorithmus scheint den "Megametaüberinvestor" Gabor, Vertreter des "weltgrößten Technologiekonzerns" mit hypnotischen Fähigkeiten, sehr zu interessieren. Unter der Bedingung, dass der politische Aktivist Hagen als "Intellektueller der einen Blick für das Ganze hat" das strategische Management übernimmt, steigt er im großen Stil bei den Jungs ein.
Und Anna, Hagens Freundin? In ihrer prekären Situation als Call-Center-Inbound-Agentin sehnt sie sich nach Nähe und steht bei all dem Betrieb nur am Rand, und doch in gewisser Weise von Anfang an im Zentrum eines Geschehens, das sich um vereinzelte Menschen in einer vernetzten Welt dreht. In schnellen Szenen entwickelt Hubert Schipkowski eine spannende Geschichte, in der sich eine posthumanistische Zukunft abzeichnet, in der sich alles Trennende auflöst; weil ein neuartiges, informationstechnologisches Regime mit Hilfe der Digitalisierung der Welt damit begonnen hat, in jedem Einzelnen von uns zu lesen und das Individuum bis in jede Einzelheit zu erfassen, bis sich dieses auf gespenstische Art und Weise in Luft auflöst, als hätte es nie existiert, und aufgeht im weißen Rauschen der Gruppenbenutzermodelle.
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