Regiomusik das Musikportal: Rock meets Classic in Zürich


20.03.2015  Zürich

Rock meets Classic in Zürich



Rock meets Classic

“Rock meets Classic” hieß es am Sonntag zum mittlerweile sechsten Mal im Hallenstadion Zürich. Auch diesmal erwartete die Zuschauer ein beeindrucktes Line-up mit legendären Rockgrößen wie Ian Gillan von „Deep Purple“ und Rick Parfitt von „Status Quo“, dem Lokalmatador Marc Storace von „Krokus“, Eric Martin von „Mr. Big“ und John Wetton von „Asia“. Um 19 Uhr eröffnete Marc Storace den Klassik-Abend der besonderen Art und lieferte gleich zu Beginn ein Paradebeispiel wie eine kratzige Rockröhre und Rockmusik mit klassischen Instrumenten auf gelungene Art und Weise zu vereinbaren ist. Unter anderem mit den Hits „Don't cry“ und „Heat of the Moment“ nahm dann John Wetton das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise durch die Rockgeschichte. Eric Martin, der vor allem Anfang der 90er mit seiner recht hohen du kraftvollen Stimme Rockgeschichte schrieb, schien am Sonntagabend gesundheitlich angeschlagen, sodass er seine All-time-Ballade „To be with you“ nur mit Mühe darbieten konnte. Das Publikum zeigte sich dennoch dankbar und applaudierte lautstark. Das Bohemian Symphony Orchestra Prague lies es sich nicht natürlich nehmen, auch rein klassische Einlagen mit ins Programm zu nehmen, bei denen die symphonischen Klänge erst richtig zum Tragen kamen.

 

 



Rock meets Classic

Diese Gelegenheit nutze offensichtlich auch der Tontechniker, um nochmals eine Feinabstimmung zwischen der Mat Sinner Band und dem Orchester vorzunehmen, sodass beim nächsten Auftritt von Special Gast Gianna Nannini Streicher und Bläser eine perfekte Synergie mit der Rockband bildete. Spätestens bei „Bello e impossibile“ konnten sich die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen halten und tanzten zu Gianna Nannini, die nicht nur eine mitreißende Show ablieferte, sondern auch stimmlich auf ganzer Länger überzeigte. Das bisherige Highlight des Abends war klar. Doch nach einer kurzen Pause sollten noch weitere Höhepunkte folgen. So hatte es „Status Quo“-Frontmann Rick Parfitt leicht mit „Rocking all over the world“ und „Whatever you like“ weiterhin zu begeistern. Nur beim Symphonieorchester schien in Anbetracht der bekanntlich recht einfach gestrickten „Status Quo“-Hits vorrübergehend Bore-out-Gefahr zu herrschen. Kein Wunder also, dass es zwischendurch noch eine perfekt arrangierte und dargebotene Fassung von Meat Loafs „I can do anything (for love)“ von der Mat Sinner Band und dem Bohemian Symphony Orchestra Prague selbst gab – übrigens ein weiteres Highlight des Abend. Wenn man aber von Highlights spricht, muss man auch von den schwachen Momenten sprechen, die sich leider bei Rick Parfitts „In the Army now“ wiederfanden. Zum einen fehlten beim Arrangement leider Kernelemente des Songs, wie zum Beispiel die markanten Soloeinwürfe der Gitarre oder der treibende Bassrhythmus im Zwischenteil, zum anderen kamen auch stimmliche Unzulänglichkeiten kamen zum Vorschein.

 

 



Rock meets Classic

Mit der darauffolgenden Orchester-Darbietung von „2001 – Odyssee im Weltraum“ kombiniert mit dem „Mission Impossible“-Thema wurde das aber schnell wieder wettgemacht, denn dies war der absolute orchestrale Höhepunkt des Abends, der auch entsprechend vom Publikum honoriert wurde. Insbesondere beeindruckte zum Abschluss aber auch Ian Gillan, sicherlich einer der besten Rocksänger überhaupt, der selbst mit seinen 69 Jahren „Deep Purple“-Rockklassiker wie „Highway Star“, „Strange Kind of Woman“ und „Black Night“ gekonnt uns souverän intonierte. Aufgrund der starken Polyphonie bei „Deep Purple“ konnte auch das Orchester in nochmals beeindruckender Weise eingesetzt werden und einen wahren Mehrwert zu den bekannten Studioversionen bieten - ein wahrhaft würdiger Abschluss für ein derartiges Event. Für die Zugabe war noch „Deep Purple“-Bassist Roger Glover mit von der Partie und alle Sänger stimmten gemeinsam mit dem Publikum nochmals ein: „Smoke on the water – fire in the sky…“.“Rock meets Classic“ ist ein Erlebnis der besonderen Art, dass absolut zu empfehlen ist. Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein.

 

HEIKO TREFZGER

 



Rock meets Classic














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