22.07.2010 Freiburg
Gesehen: Status Quo beim ZMF 2010
![]() Status Quo |
Das ZMF schien dem Vortag gegenüber um 25 Jahre gealtert zu sein als man aufs Gelände kommt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass dieser Abend im Zeichen der alten Helden steht: Im Spiegelzelt darf Jochen Distelmeyer (ex Blumfeld) zeigen, dass er immer noch was kann. Derweil dürfen die noch eine Generation älteren Status Quo im Zirkuszelt aufspielen. Im Vergleich zum Vortag ist das Zirkuszelt schon bei der Vorband sehr gut gefüllt. Das könnte daran liegen, dass Jimix musikalisch sehr gut zum Hauptact des Abends passen. Jimix kommen aus Köln und spielen Rock'N'Roll der reinsten Sorte. Besser kann man nicht auf Status Quo vorbereitet werden. Kompliment an die Veranstalter, denn so konnte das Mitklatschen und an den richtigen stellen Mitsingen schon einmal geübt werden.
Als in der Pause massenweise wunderschöne weiße Marshall Verstärker auf die Bühne geschleppt werden steigt die Vorfreude langsam. Um Punkt neun kommen fünf Männer auf die Bühne, die ihre Haarfarbe perfekt mit ihren Verstärkern auf die Bühne und hauen mit Caroline gleich den ersten Hit raus. Der Anfang sollte aber nicht täuschen, die erste Hälfte des Konzerts wird von den beiden neuesten Status Quo Alben The Party Ain’t Over Yet und In Search of the Fourth Chord geprägt. Dabei merkt man leider, dass sie in Sachen Songwriting ihre besten Jahre schon hinter sich haben. Es wird von einen auch nicht erwartet das Rad neu zu erfinden. Den vierten Akkord werden sie wohl nie finden.
Trotzdem wird eine tolle Show abgeliefert, vor allem wenn man eines bedenkt, die beiden Frontmänner sind in den 1940er Jahren geboren. Passend dazu ist ihr Publikum aber mit gealtert und man merkt einfach wie die Chemie zwischen Band und Menge stimmt. Status Quo liefern genau ab was man von ihnen erwartet hat. Als dann noch die Megahits wie „In the Army now“, „Whatever you want“ und vor allem „Rocking all over the Wolrd“ ertönen gibt es kein halten mehr und die Menge tobt. Dazu werden dann auch die legendären Posen ausgepackt, bei denen alle vier Gitarristen nebeneinander mit den Gitarrenhälsen hin und her wackeln.
Eines ist auf jeden Fall sicher. Ihre Rockerposen haben sie nicht verlernt. Man merkt auch einfach noch einen unterschied zu „heutigen“ Bands: In jedem Lied gibt es mindestens ein Gitarrensolo, so gehört sich das auch. Wenn man dann nach knapp zwei Stunden im Shuttlebus Richtung Innenstadt sitzt ist man sicher nicht der einzige, der am liebsten „rocking all over the world“ laut vor sich hin singen würde.




