![]() A Sound Mind |
Straßenmusiker gibt es seit langem in vielen Städten, Prag ist zum Beispiel berühmt für seine Jazzbands, Berlin für seine Gitarrenspieler in den U- und S-Bahnen. Ursprünglich waren alle Musiker Vagabunden, die herumzogen und auf Hochzeiten in Dörfern und Städten spielten, dort wo man bereit war, ihnen ein Essen und eine Unterkunft zu bezahlen. Als zwielichtige Gestalten durchstreiften sie die Welt und sahen mehr, als der normale Bauer oder Städter, lebten aber auch gefährlicher und oft von der Hand in den Mund. Die goldenen Zeiten als Straßenmusiker in Berlin sind längst vorbei, heute verdient man nicht mehr viel, auch wenn man unter Umständen sogar zu einiger Berühmtheit gelangen kann, wie es etwa den Ohrbooten gelungen ist, die immer auf dem Boxhagener Platz zum Sonntagsflohmarkt gespielt haben und mittlerweile große Konzerthallen füllen. Auch einige andere Bands vornehmlich mit unverstärkter Instrumentierung kann man hin und wieder in Berlin auf den Straßen erleben, wie z.B. die Wallerts oder Fanfara Kalashnikov. Ist es nicht der Traum eines jeden Musikers, sich einfach auf die Straße zu stellen, loszulegen und ein dankbares, applaudierendes Publikum zu haben?
A Sound Mind kommen aus Australien. Sie machen eine Mischung aus Pop und Rock, etwas weich und vielleicht sogar zu profitorientiert, aber mit einer guten Rhythmusfraktion. Die vier Kerle haben ihre Instrumente – E-Drums, Bass, Gitarre – an nur einen Verstärker angeschlossen, so dass der Sound zwar leise aber doch deutlich ist. Zur Lautstärke passt natürlich kaum, dass alle fröhlich über die Straße springen. Eine blonde Frau verkauft die CDs der Band für 15 Euro – nicht eben billig und schon gar nicht für Straßenmusik in Berlin, aber trotzdem wird sie innerhalb kurzer Zeit ein ums andere Exemplar los. Das Publikum ist zahlreich, denn viele Menschen müssen über den Alex und bleiben stehen, schließlich passiert mal was im sonst eher konsumorientierten Leben. Die Unentwegten der Stadt sitzen mit im Publikum und halten ihre Schilder - das Jesus lebt, rettet und befreit - hoch. Ein freundlicher Polizist fährt mit seinem Auto vorbei, ohne auszusteigen und jemanden zu verhaften. Ich verschwinde ohne das Ende abzuwarten, aber es ist schön zu sehen, dass so etwas möglich ist. Wäre es eine laute Punkband, hätte man sie wahrscheinlich längst weggeschleppt, aber wo kein Kläger ist, ist auch kein Beklagter.
Sound Mind comes from Australia and the four guys of the band play Pop and Rock music. I don’t know anything about the band and there status in their country, but it is a nice idea – a little bit cute, a little bitmad – to be on the other side of the globe, to go on a known place and to play there. The band needed just one amplifier and a battery to use their E-drum, E-bass, E-guitar and the microphon. The sound was not loud, so the police didn’t came. There were a lot of people looking for the band and a blond girl was selling some of the CDs for 15 Euros – what is not cheap, but nevertheless a fair price - for streetmusicians in Germany. Good luck on the tour guys!



