02.04.2009 Freiburg
Gesehen: Nazareth live im Jazzhaus
![]() Nazareth |
Jetzt gibt’s „Watt“ auf die Ohren... und zwar Röhre! Das ist es wohl gewesen was Dan McCafferty meinte, als er der wundervollen Clubatmosphäre des Jazzhauses zuflüsterte „lets go“. Aber der Reihe nach.
Ich habe mich natürlich im Eingangsbereich des Jazzhauses vor dem Konzert von Nazareth umgesehen, konnte aber weder geparkte Gehhilfen noch verchromte Krückstöcke entdecken. Bei einer Band die 1968 gegründet wurde muss man schon mal gucken. Auch keine Stretchlimos und geblümt bekleidete junge Damen, wie man sie von den Stones kennt. Nein nichts dergleichen außer grundehrlichen Marshall Stacks auf der Bühne, zum anfassen nah, deren solide rot-orange glühende Betriebslampen signalisieren „wir sind bereit“.
Das Licht geht aus, Synthi Flächenklänge bereiten den Weg, den Weg zurück in eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit in der Bands noch Bands und Helden noch Helden waren, musikalische Helden mit Ecken und Kanten und politischen Meinungen. Keine hochgezüchteten Weichspüler oder Kommerzschabracken.
Und dann stehen sie plötzlich auf der Bühne. Die, die zusammen mit Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath maßgeblich an der Prägung des Hard Rock beteiligt waren, hautnah ehrlich echt. Dazu gehört auch, daß sie zwei drei Songs brauchten um richtig warm zu werden. Dann aber dem geübten Ohr das boten was man weitläufig als Lebensgefühl bezeichnet. Dan McCafferty´s Rockröhrenstimme bietet auch heute noch „Orientierung“ selbst in heftigsten Rockpassagen und wahres Gefühl in den Leisen. Angetrieben von Pete Agnew´ Bass und Lee Agnew` Drums, der für den 1999 verstorbenen Darrell Sweet spielt und sich gut integriert, auch wenn ich mich persönlich grad nicht daran erinnern kann das Darrell je Double Bass Pedals verwendete, passen diese ins Konzept. Auch Ur-Rockbands unterliegen Evolutionen. Das Blut in den Adern, das Salz in der Suppe ist nicht zuletzt Jimmy Murrison´s Gitarre. Die tiefdreckigen Rhytmen Flakes bilden mit Pete´s Bass Läufen das Grundgerüst auf dem jede Rockband individuell klingen könnte. Die Leads und Solis von Jimmy´s Gitarre sind alles andere als sauber, sie sind unnachahmlich. Sie zerren on wie offbeat an der musikalischen Realität, durchkneten sie, packen den geneigten Zuhörer, um ihn schlussendlich auf der Ziellinie wieder auszuspucken.
Zwei Stunden, ein Lebensgefühl.
Fazit:
Ja tut es, tourt weiterhin durch die Welt und zeigt den Menschen was
ehrlicher Rock´n Roll ist, und wie er sich anhört; ...und kommt mal
wieder im Jazzhaus vorbei.



