25.11.2011 Köln
Gesehen: Jennifer Rostock in der Essigfabrik Köln 2011
![]() Jennifer Rostock |
Jennifer Rostock auf einen Nenner zu bringen ist sicherlich nicht einfach. Da gibt es die einen, die in ihrer Musik Anleihen an die Neue Deutsche Welle erkennen wollen und die anderen, die darin vor allem den rockigen Sound sehen. In jedem Fall steht Jennifer Rostock für eine ganz eigene Art Frauenpower.
Das schlug sich auch im kölner Publikum nieder, wo der Frauenanteil nur noch von der Zahl der Piercings in den Gesichtern übertroffen wurde. Aber so ein Jennifer Rostock-Publikum hat Humor, und das bewiesen die Anwesenden schon in der Umbaupause nach der soliden Vorband "Ich kann fliegen". Zur Bespaßung des Publikums legte irgendwer "Hit me Baby one more Time" von Britney Spears auf und es dauerte keine drei Takte, da sang das ganze Publikum aus Leibeskräften mit. So hatte ich mir ein Jennifer Rostock Konzert dann auch nicht vorgestellt.
Jennifer Rostock geht es vor allem um Spaß, so darf man vermuten. Und so wartete die Band mit allerlei Späßen auf, die gleichmäßig über die Konzertdistanz von gut zwei Stunden verteilt wurden. Es begann mit lautem "Zicke zacke, zicke zacke hoi hoi hoi" rufen bis hin zu becherweise Schnaps, der als Preis ausgelobt wurde, wenn jemand im Publikum blank zieht. Das Frontfrau Jennifer Weist kein Blatt vor den Mund nimmt ist ja bekannt.
Mut bewies sie auch, als einen ganzen Song von einem Fan singen lässt. Überhaupt hat Jennifer Rostock nichts gegen Fans auf der Bühne. Für einen kurzen Akustikteil des Konzertes werden gleich mal eine ganze Menge davon auf die Bühne geholt. Und gleich im Anschluss daran schickt Jennifer Rostock eine davon in einem riesigen Autoreifen auf die Reise durchs Publikum, während die Band "Kapitän" anstimmt.
Man mag von Jennifer Rostock am Ende halten was man will und auch die Musik nach Belieben einordnen. Die Show, die sie ihren Fans bieten braucht sich auf jeden Fall nicht zu verstecken.
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