29.04.2009  Dortmund

Nachgefragt: Chris von den SpaceToasters


Neue Bands, neue Köpfe, neue Ideen. Regiomusik schenkt natürlich auch dem Nachwuchs seine Aufmerksamkeit. Die SpaceToasters wollen hoch hinaus. Derzeit gehen die vier Jungs aus dem Pott mit einer Hymne für ihre Heimatstadt Dortmund beim "Dortmund Song Wettbewerb" an den Start. Wir haben uns mit Chris, dem Drummer der Truppe zum Chat verabredet.

 

 

RM: Ihr seid ursprünglich eine Studentenband, oder?

 

CH: Ja, ursprünglich waren die SpaceToasters eine Studentenband, zu der Robert und Tom gehörten. Die beiden sind diejenigen, die aus der Studentenband übrig geblieben sind.

 

RM: Ok, und wann ging das denn genau los mit euch?

 

CH: Also die Ursprungsband existiert seit 2006. Seit Mitte 2008 gibt's die neue Band. Und im Februar 2009 ist der Benny noch dazu gekommen.

 

RM: Ganz schön viele Besetzungswechsel. wie kam es dazu?

 

CH: Zum letzten Besetzungswechsel (Sologittarist) kam es, weil unser alter Gitarrist aus beruflichen Gründen nicht mehr soviel Zeit hatte. Die Besetzungswechsel vorher habe ich nicht mitbekommen aber teilweise lag es am Standortwechsel von Dortmund nach Essen.

 

RM: Essen? Jetzt komme ich durcheinander: Ihr arbeitet doch gerade an einer Dortmund-Hymne...

 

CH: Das ist korrekt. Wir wohnen auch alle in Dortmund. Unser Proberaum ist aber in Essen-Altenessen, weil es in Dortmund keine bezahlbaren und guten Proberäume mehr gibt.

 

RM: Also kein geheuchelter Lokalpatriotismus?

 

CH: Nein, absolut nicht. Die Proberaumsituation in Dortmund ist mehr als schlecht. Entweder man ist reich und kann sich einen guten Proberaum selbst einrichten, oder man geht in den Bunker in der Gneisenaustraße. Da stinkt es nach Tauben, die in den Lüftungsschächten verwesen. Und auch dort bezahlt man noch viel zu viel.

 

RM: Ihr habt euch noch vor eurem ersten Live-Gig für den „Dortmund Song Wettbewerb“ eingeschrieben. Mutig, oder?

 

CH: Tatsächlich eingereicht haben wir den Song erst nach unserem ersten Live-Gig. Alle in der Band haben aber schon vorher in anderen Bands Bühnenerfahrung sammeln können. Wir sind also sehr zuversichtlich.

 

RM: Sehr schön. Ein paar von euch sind ja echte Multitalente. Wie viele Musikinstrumente nehmt ihr denn mit auf die Bühne?

 

CH: Im Moment sind es... lass mich kurz zählen... 2xGittarre, 1xBass, Schlagzeug, Saxophon, Trompete, Cajon... 7. bzw. 6 verschiedene. Wobei wir noch nicht alle Instrumente in bestehenden Songs eingesetzt haben. Einige der Instrumente kommen eher in den Akustikversionen der Songs vor.

 

RM: Wie ist das denn, wenn ihr so viele Instrumente "zur Verfügung" habt. Ist das ein Fluch oder ein Segen? Ich kann mir vorstellen, dass es das Arrangieren nicht wirklich einfacher macht.

 

CH: Eigentlich ist es mehr ein Segen. Wir konnten zum Beispiel auf die Anforderung unseren Dortmund Song als Akustik-Version zu spielen sehr gut reagieren, indem wir die Sologittarre gegen das Barithon Saxophon ausgetauscht haben. Das arrangieren übernehmen Robert und manchmal Tom. Die beiden sind Musikstudenten und man hat den Eindruck, dass es ihnen so leicht fällt, Noten zu schreiben wie anderen einen Text zu schreiben.

 

RM: Wie schaut's denn mit eurer Konkurrenz beim Contest aus. Hat Dortmund Bandtechnisch viel zu bieten?

 

CH: Dortmund hat Bandtechnisch auf jeden Fall viel zu bieten. Vor allem die Vielfalt der Musikstile ist im Contest sehr groß. Von Akustikrock über Pop und Volksmusik bis hin zu Mittelaltermusik ist alles vertreten. Auch viele Hip Hop-Interpreten sind dabei. Qualitativ sind unsere "Konkurenten" auf jedem Fall hoch einzuordnen. Es fällt einem jedoch schwer, sich selbst einzuordnen, weil eben die Musikstile so unterschiedlich sind. Es kommt also auch stark darauf an welche Musikrichtung beim Publikum gut ankommt. Die Stimmung unter den Konkurrenten ist übrigens sehr gut. Man hat sich über MySpace schon mal kennen gelernt und freut sich zusammen auf den Gig im Juni.

 

RM: Ihr habt für eine Dortmunder Band eine relativ hohe Ossi-Quote. Ist das ein Thema bei euch?

 

CH: Also ab und zu gibt's natürlich Sprüche darüber, aber es stellt jetzt kein Problem dar. Diskussionen über Mentalitätsunterschiede gibt's auch -  aber alles in einem freundschaftlichen Rahmen.

 

RM: Sag' mir mal drei Dinge, die dir an Dortmund gefallen.

 

CH: 1. In Dortmund ist immer irgendwo etwas los.

2. Dortmund hat trotzdem viele Parks und Grünzonen.

3. Die Romantik der Kohle und Stahlindustrie, die an vielen Stellen noch zu sehen ist.

 

RM: Und die drei Dinge, die dir an Dortmund nicht gefallen?

 

CH: 1. Zu wenig Locations für Liveauftritte.

2. Schlechte Proberaumsituation: sehr viele Bands, kaum gute, erschwingliche Proberäume.

3. Weiß nicht.

 

RM: Die drei größten Fehler in deinem Leben?

 

CH: 1. Dass ich damals die Karten fürs Ärzte-Konzert in Dortmund beim Umzug verloren habe.

2. Dass ich mit meiner Fähigkeit durch die Nase zu pfeifen kein Geld gemacht habe.

3. Ich glaube, das war's schon.

 

RM: Deine drei besten Entscheidungen?

CH: 1. In Dortmund zu bleiben.

2. Drummer zu werden.

3. Bei den SpaceToasters einzusteigen.

 

RM: Drei Gründe, beim „Dortmund Song Contest“ für euch zu voten?

 

CH:1. Weil wir einfach gut aussehen.

2. Weil wir die einzige Band mit ausgeglichenem Ost-West-Verhältnis sind.

3. Der Song ist auch noch 'n Ohrwurm.

Dazu gibts noch zu sagen, dass es wichtig ist sich die anderen Songs auch anzuhöhren und für die Songs abzustimmen.

 

RM: Als Hauptgewinn winkt ein Promotion-Packet im Wert von über 30.000 Euro. Was stellt ihr damit an?

 

CH: Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das ziemlich festgelegt. Es gibt Auftritte auf dem Dortmunder Herbst, im Stadion usw. Der Gewinn wird quasi in Promo für die Band investiert. Das ist auch die Idee des Wettbewerbs, die Band dann eben etwas vorwärts zu bringen.

 

RM: Letzte Worte?

 

CH: Mir fehlen die Worte.

 

RM: Chris, vielen Dank für das Interview.

 

www.myspace.com/spacetoastersband

 

http://www.herzvorkommen.de/vote/vote.asp