23.09.2010  Freiburg

Svenson: Home and everywhere



Svenson

Dass der Künstler Svenson immer für eine Überraschung gut ist, weiß man spätestens nach seiner ersten CD „Svenson“. Nun legt der junge Tausendsassa seine neue CD „Home and Everywhere“ vor und beweist wieder einmal, dass Vielseitigkeit keine hohle Phrase für ihn ist. Stilsicher führt der studierte Gitarrist seine andächtig lauschenden Hörer durch eine musikalische Weltreise: Ist das erste Stück „Samba de Gaia“ von südamerikanischem Flair geprägt so entführt das dritte Stück „Die Liebe höret nimmer auf“ in die momentane Wahlheimat des „Exil-Hessen“: in Bonn hat Svenson seine Liebe zu den alten Klassikern von Beethoven entdeckt und inspiriert davon eine Ode geschrieben und eingespielt, die an Opulenz und Feingeist nichts zu wünschen lässt.

 

Doch auch technisch muss sich der junge Künstler nicht verstecken. Das zweite Stück „Blossom White“ zeigt in Perfektion, wie ein Wha-Wha-Solo klingen sollte, das einfühlsame Tapping-Stück „New born Scarlett“ verzaubert durch den warmen Ton und die einfallsreiche Melodieführung. Und für das Blues-Epos „On my knees“ fährt Svenson zwei talentierte Musiker-Freunde und einen satten Sound auf: Lance Reegan Diehl und der Berliner Bluesman Van Wolfen bereichern das Stück durch kernige Solo-, Blues Harp- und Dobro-Einlagen.

 

Und so kann man „Home and everywhere“ nicht nur als musikalische Weltreise, sondern auch als Reise durch die verschiedenen Stile begreifen. Harmonisch fügen sich lateinamerikanische Rhythmen, klassische Elemente und als Bonus-Track sogar eine Hommage an die Wild-West-Balladen Karl Mays zu einem kunterbunten, schlüssigen Gesamtwerk. Das ist vielleicht nicht die übliche Art, ein Album zu konzipieren, aber erfrischend abwechslungsreich!

 

 









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