05.04.2009  BERLIN

Gehört: IMICH "Delyrikum" EP



ImIch

Die zwischen Februar und März 2009 entstandene EP "Delyrikum" ist das insgesamt fünfte Lebenszeichen von ImIch, aus Berlin. Zuvor gab es Demos, Ep's und die Teilnahme an einem Benefizsampler.

 

Auf 23 Minuten zeigen Jan Papke (Gesang/Gitarre), Robert Kutscke (Bass) und Henry Brändel (Drums), was sie seit ihrem 4-Track-Demo aus 2007 dazugelernt haben.

 

Der Kernsatz der 7 Songs auf "Delyrikum", dessen Cover bereits auf den Inhalt einzustimmen weiß, findet sich genau genommen im Gedicht "Shout out", welches gleichsam der letzte Track ist; "Da stehe ich als der Prophet, den ihr alle nicht versteht. Der darauf keinen Anspruch hat. Ihr seit schon von Bedeutung satt."

 

Und ebenso erscheint es. Jedes Lied ist ein Sonderling, der über die moderne, hetzende Mitläufergesellschaft schwadroniert, ohne dabei allerdings der erhobene Finger zu sein. Vielmehr erzählt die Band was sie denkt, nichts weiter. Und mehr brauch es auch nicht.

 

In "Lauf gegen alles", indem sich Patrick Zeman als Gastmusiker die Ehre gibt, zum Beispiel geht es um das ständige gegen Mauern laufen, und die Unruhe die allgemein und im besonderen herrscht. "Come in, burn out." Von seinem wort-verspielt-gewaltigen Text abgesehen bietet der Track einen wundervoll punktgenauen Screamingpart, und tiefen, dunklen Sound. Die Arbeit am Schlagzeug ist sehr zu loben, mit ihrem puristischen Klang und der facettenreichen Anwendung.

 

Gesamt klingen Jan, Robert und Henry erwachsener, dichter und reifer als noch 2007. Ihre Handschrift aber bleibt unverfälschlich.

Der zeitweise zu grobe Sound, der auf das Konto der Location des Recordings geht - den Proberaum - stört nur bedingt, wenn die Stimme zu leise, und die Drums zu laut kommen.

 

"Jenseits der Klarheit" verfügt über ein Intro des nervösen Fingers, das sehr gefällt, und zudem über den typischen ImIch-Klangteppcih, der zwischen sommerlicher Coolness und brodelndem Aufstand schwankt.

Für jemanden der Imich nicht gewöhnt ist, mag ihre Musik monoton klingen. doch dem ist nicht so. ImIch machen Musik mit der man sich beschäftigen kann und soll.

 

Tut man das, entdeckt man vielfältige Details und sehr abwechslungsreiche Melodien. Als Tipp kann man eindeutig den Titeltrack, und "Sieben Sachen" anführen. - Wenn auch letzteres ein "leicht" bekannt vorkommendes Gewandt trägt. Insgesamt überzeugt "Delyrikum", durch ehrliche Musik, chillige Rhythmen, und kraftgeladene Stimmung. Minuspunkte sind der manchmal zu demoartige Klang, zu leise Gesangsparts und die Snare, die "Sieben Sachen" ziemlich schreddert.

 

Man kann dem Infotext auf MySpace völlig zustimmen, in dem steht;"Es geht um Kritik, Kritik an allem, jedem, dir und mir. (...)Es geht um Ordnung der Gedanken und Expression verwirrter Gefühle. Es geht um alles. Es geht um nichts. Es geht um Kunst. " dem ist nichts hinzu zu fügen. Außer vielleicht die Empfehlung, sich "Delyrikum" auf der Homepage der Band kostenlos runter zu laden.(imich.de)