08.05.2010 Berlin
Gehört: EXIT STATE "Death of a Rockstar"
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Wer bisher dachte, alles was aus dem United Kingdom zu uns kommt sei Chart-Gesülze oder umgeleitete isländische Asche, der irrt. Und hier kommt der Beweis!
Exit State aus East Lancashire legen nach ihrer EP „Bad Days“ nun ihr erstes Full-Lenght Album „Death of a Rockstar“ vor. Die Band bestehend aus Phil Ireland (Bass/Vocals), Peat Hicks (Drums/Vocals), Roy Bright (Vocals/Guitar), und Adam Stephenson (Guitar) hat dabei nicht nur die bereits bekannte und knallende Single „Bad Days“ mit im Gepäck, sondern auch gleich eine ganze Ladung voller neuer, mitreißender Songs!
Los geht`s mit „Lost Beyond Belief“. Der Sound kommt aus dem Nichts, und schraubt sich langsam aber unaufhaltsam in die Höhe. Schon wenn die ersten Gitarren und Gesangsparts einsetzen wird klar wie viel Rock in diesen vier Jungs steckt! Heiß, heiß, heiß, kann man da nur sagen. Anbrennen tut aber nichts, denn dafür ist die mitreißende Dynamik der Band einfach zu groß. Ihr Sound ist gesamt klar, frisch, bodenständig, und druckvoll. Genau was man von einer Rockband dieser Tage erwarten sollte, leider jedoch viel zu selten bekommt. Dass diese Mixtur nicht allein auf CD funktionieren dürfte, sondern auch live, lässt „Out `till 3“ vermuten, in dem „Hey! Hey! Hey!“-Chöre des Auditoriums quasi vorprogrammiert sind.
Ein winziger Abstrich findet sich im Intro von „Dominates Me“. Ein Tipp der Platte, auf jeden Fall, aber der Drummsound ist hier einfach zu klar, zu puristisch. Gewöhnlich gehört eben dieser Klang zu Exit State wie die obligatorische Federboa zu Deathstars, aber hier fällt er doch aus der Reihe. Ein kleiner Wehrmutstropfen, da „Dominates Me“ ordentlich hart zu Werke geht, und das nicht zu knapp zum herrlichen Gesamteindruck von „Death of a Rockstar“ beiträgt. Apropros! Der Titeltrack ist nämlich gleich in als Doppel zu hören. Part I kommt ruhig und beinahe ein wenig episch daher, um dann in Part II wieder die etwas gröbere Keule zu schwingen. Dabei geht die große Atmosphäre und weite Klanglandschaft allerdings nicht verloren, sondern wird eher aufgewertet. Knackig, frisch, und catchy bis zum Ende!
Ich würde jetzt gerne eine Fishermans-Friend-Werbeslogan-Vergleichs-Weisheit bringen, aber mir fällt keine ein. Wir denken sie uns also dazu, und machen weiter mit „I know where you are“. Ein vergleichsweise nicht ganz so starker Song, aber doch einer der hängen bleibt. Liegen könnte das am mitsing-tauglichen Finale, bzw. Chorus. Solide, selbstbewusst und einfach rund.
Der Rausschmeißer der Platte, mit insgesamt neun Songs und einer Laufzeit von 35:45, ist „And She Said“. Der Beweis, dass Exit State nicht nur Amps, sondern auch Herzen zum schmelzen bringen können. Aber ohne Schmalz und Kitsch! Solche Ekelhaftigkeiten haben Roy, Peat, Phil, und Adam nicht nötig. Dafür sind sie zu gut, zu vielversprechend, zu sehr sie selbst.
Unter`m Strich;
Ein erstklassiges Debüt!
Professioneller Sound (Dank Steve Fenton bei Calder Recordings, und Ray Staff in den Air Studios), großes Können, Authentizität, Stimmung, Atmosphäre, und Rock!
Well done, und bitte mehr davon!



