06.06.2009  BERLIN

Gesehen: Pleased to meet U und Telemark im Lokal



Telemark: Informator

Verdammt was habe ich viel gearbeitet in letzter Zeit und wann war ich eigentlich das letzte Mal auf einem Konzert. Doch heute muss ich raus und ich brauche selbstoptimierende Rockmusik. Ich habe keine Ahnung, wie meistens, aber ich gehe einfach los, ich habe auch schon lange keine Lust mehr überhaupt Ahnung zu haben. Es gibt alles bei den Medienmärkten zu kaufen, dass ist alles noch schlimmer als früher, als es das nicht gab. Was nützt der Underground, wenn er verkauft wird?

 

Das lokal ist ein schöner Ort und ich trinke Bier und Wasser. Weil ich irgendwann müde bin, weil ich irgendwie auch verdammt working class bin und nicht prekariat. Weil ich verdammt viel arbeiten muss. Weil ich verdammt früh aufstehen muss. Und irgendwann kriegt man einfach kein Bier mehr runter.

 

Pleased to meet U sind zu viert, man spielt sich in ein schönes Rauschen und haut ordentlich auf die Kacke, bis selbige am dampfen ist. Die Bassistin und die beiden Gitarristen singen und alles ist laut. Ab und zu schwankt das Tempo etwas, aber man, was soll uns so etwas denn sagen?!

 

Telemark sind auf dem Sprung. Was für ein herrlicher Name! Man haut sich die Akkorde um die Ohren und der Sänger hibbelt durch den Raum. Nach ein paar Songs bringt Marek seine MS20 auf Anschlag und der Synthiesound grollt aus den Boxen. Alles muss raus und man schwitzt, dass die Schwarte kracht. Ich erfülle mir einen Traum und kaufe eine LP auf einem Konzert, die jetzt auf meinem Plattenspieler läuft.

 

Es ist halb zwei, als ich aus dem Lokal verschwinde, gleich nachdem dass Konzert vorbei ist. Unterwegs richtet jemand einen roten Laserpunkt auf mich, um mir zu zeigen, dass er mich im Visier hat. Ich schaue hoch zum dunklen Fenster, woher der Laser kommt und er verschwindet. Eine Hure spricht mich an und fragt mich, ob ich Geld ausgeben will. Auf dem Hackeschen Markt spielt jemand Didgeridoo. Ein paar junge Ausländer sind auf einer Stack-Party unterwegs. Japaner machen Bilder von der Berliner Nacht und den Schaufenstern der Läden. Der S-Bahnhof ist vollgekotzt und auf der Bank schläft ein Mädchen seinen Rausch aus in den Armen einer anderen. In der S-Bahn grölen ein paar junge Menschen mit Bierflaschen in den Händen. Am S-Bahnhof Warschauer Straße liegt ein Mensch heulend auf dem Boden und ein neuer Klub hat heute an der Revaler Straße aufgemacht, als ob es irgendwas zum Feiern gäbe.

 

Danke Telemark und Pleased to meet U, es war ein guter Abend mit euch!

 

Gunter

 

www.telemark1.de

 

www.pleasedtomeetu.de

 

www.lokal-berlin.de