29.04.2010 Köln
Gesehen: LA REPLIK im Sonic Ballroom, Köln
![]() LaReplik |
Dienstag abend gegen 22:00Uhr in Köln Ehrenfeld. Der Sonic Ballroom ist eine typische Punklocation, falls man das so sagen kann. Eher Kneipe als Konzertsaal, tiefrote Wände und das Enterieur ist sichtlich angeranzt. Ganz passend für eine Band die von sich selbst behauptet Piraten-Chanson-Punk zu machen.
LaReplik besteht schon seit mehr als zehn Jahren und zumindest einem Teil der Band sieht man an, dass sie das wilde Punkleben schon eine Weile praktizieren. Der andere Teil ist deutlich jünger und nicht ganz so klar zu fassen. Da wäre unter anderem die Blondine am Akkordeon die eher brav aussieht oder der Herr am Kontrabass der eher aus einer Rockabilly-Band zu stammen scheint. Das ganze verspricht zumindest eine spannende Mischung.
Leider beginnt der Abend im Sonic Ballroom erstmal etwas lahm. Die kleine Location ist alles andere als gut gefüllt, es macht eher den Eindruck als sei die Band Beiwerk in einer Kneipe und die Veranstaltung nicht ein Konzer zu dem man wegen der Band kommt. Das spiegelt sich auch auf der Bühne wieder. So richtig viel Spielfreude versprühen LaReplik nicht. Erst als das Publikum langsam in Schwung kommt überträgt sich dies auch auf die Bühne.
Gitarre, Banjo und Kontrabass machen zwar ganz gut Dampf und das Akkordeon spielt dazu recht eingängige Hooklines. Das Gesamtpaket ist aber dennoch eher eintönig. Die Melodien des Akkordeons bleiben Beiwerk und fügen sich nicht so richtig in die Songs ein, so dass wenig von dem was dargeboten wird im Ohr bleibt. Es fehlen die eingängigen Melodien die weiter als zwei Takte tragen. Die Zugabe nach eineinhalb Stunden klingt sogar redundant. So richtig auf dem Gipfel ist die Stimmung eigentlich nur in dem Moment als LaReplik das nur zu bekannte "Those were the Days my Friend" in einen ihrer Songs einbauen. Ob sie sich der Tatsache bewusst waren, dass dieses Lied in Köln vor allem unter dem Titel "Superjeile Zick" als Karnevalskracher bekannt ist, bleibt fraglich. Das Publikum jedenfalls goutierte diese Form des kulturellen Dialogs.
Am Ende bleibt, dass der Auftritt sicher deutlich besser gelungen wäre, wäre der Sonic Ballroom ausverkauft gewesen und das Publikum schon vor dem Auftritt von LaReplik angeheizt. Diese Band braucht den kochenden Saal und dafür dann auch eine gute Vorband.









