21.12.2009 BERLIN
Gesehen: Die Wallerts, BudZillus und Drunken Skunx im Kato am 20.12. 2009
![]() Crowd @ Kato |
Die Wallerts, BudZillus und Drunken Skunx im Kato am 20.12. 2009
Das Kato hat mit seiner Ska und Punk-Politik einen festen Stand in der Konzertlandschaft Berlins. Heute Abend strömt das Publikum selbst bei Minus 13 Grad in Scharen in die Räume.
Die Drunken Skunx legen überraschend gut los, denn normalerweise ist weder von einer ersten Band noch von einer Skaband viel zu erwarten. Der Sound ist gut, die Band fackelt nicht lange und spielt gute Melodien im angenehm tanzbaren Rhythmus und Tempo, die Texte enthalten zwar den gleichen Unsinn wie bei allen Bands, aber das stört ja sowieso niemanden. Passend zum tanzwütigen und gut gelaunten Publikum gibt es noch die geklauten „Bella Ciao“ und „Was geht ab“ als Zugabe.
Die Wallerts, die als nächstes die Bühne betreten, haben das Prinzip „Coverbands ist die Zukunft“ in Reinkultur umgesetzt. es ist ja immer erstaunlich, wie gut sie sind, da bei einem solchen Konzept natürlich eine Menge schief gehen kann. Angetreten ohne Bassisten der krank im Bett liegt - kommentiert vom Publikum mit „Schweinegrippe, Schweinegrippe - schalalalala“ gibt es einige Schwierigkeiten zu überwinden. Das publikum interessiert das nicht die Bohne und es singt alle Texte mit, so dass sich Seb auch mal entspannt zurücklehnen kann, wenn er selbigen vergisst. Nebenbei erkauft er sich Seb Sympathiepunkte indem er das Publikum zum Mitmachen animiert: „Gebt mir ein „L“ !/ „L“/ „Gebt mir ein „E“ („I“/ „L“/ „E“/ „I“)!“ „Was heißt das?“ / „Leilei!“ Na und das können dann sogar die Zuschauer singen, die die Band nicht kennen. Im übrigen ist es sehr schön zu sehen, was sich diese band für einen Status erarbeitet hat, der eben auf der Nähe zu den Fans, dem undogmatischen und - ähm - semiprofessionellen beruht. Als die Band auch noch Alkohol aus- und Anziehsachen verschenkt rastet das Publikum völlig aus und stürmt entfesselt die Bühne, als wäre die Wende nicht schon 20 Jahre her und als gäbe es nicht schon überall Bananen.
BudZillus haben es danach nicht leicht, aber auch hier ist ein begeistertes Publikum mit dabei, tanzt von den ersten bis zu den letzten Tönen mit. Die Band ist sicherlich die professionellste des Abends, die Aufmachung enthält die klassischen Elemente aus Ska, Punk, Swing und Horror, wobei natürlich der Bass, auf den ein Spinnennetz gemalt ist, ein visuelles Highlight ist.
Das Jahrzehnt nähert sich dem Ende und mit dem Konzert im Kato haben die drei Bands einen würdigen Abschied hingelegt.
Zum Abschluss sei noch daran erinnert, dass das Jahr 2010 düstere Schatten vorauswirft. Das lokal hat bereits geschlossen und andere Konzertorte wie der Schokoladen oder das SO 36 sind bedroht. Also Leute: Es ist nicht alles Party, was sich da ankündigt.
Und von mir: Ein Dank an alle, die für immer wieder wundervolle Konzerte sorgen! Merci beaucop!
Gunter
www.myspace.com/wallerts
www.myspace.com/drunkenskunx
www.myspace.com/budzillus
www.myspace.com/kato




