26.05.2009 Berlin
Gehört: Looping - Gitarre, nein Danke!
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Oft hört man CDs und denkt sich „kenn' ich irgendwo her“ oder „klingt wie...“. Ein Album, bei dem es dem Hörer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so geht, ist „Gitarren, nein danke!“ von Looping. Warum? Looping hat mit dem Maultrommel-Punk ein völlig neues Genre erfunden.
Wer Maultrommeln bis jetzt nur aus dem Sesamstraßen-Intro kennt, hat keine Ahnung, wie vielseitig dieses Instrument klingen kann bzw. einzusetzen ist. So wurden für „Gitarren, nein Danke“ über 25 verschiedene Maultrommeln verwendet, darunter Exemplare aus Österreich, Ungarn, Deutschland und sogar aus Indonesien.
Wie der Name schon verrät wurde bei der Produktion des Albums komplett auch Gitarren verzichtet. Das ist eigentlich ungewöhnlich für eine Punk-Platte, seit dem Cello-Punk von Guts Pie Earshot offensichtlich aber kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Stattdessen setzt Looping neben den Maultrommeln auf Steeldrums, Marimba, Akkordeon, Flöten, Synthies und jede Menge Percussion. wienerische Mundart-Texte und Effektverzerrte Stimmen runden das Gesamtpaket ab und geben dieser musikalischen Freakshow den letzten Schliff. So entsteht eine hörenswerte Mischung aus Punk, Jazz, Rock, Weltmusik und Folklore.
Stellt sich die finale Frage wer so eine Platte braucht. Die Antwort: Jeder, der vom stupiden Auf-die Fresse-Punk der letzten Jahre die Schnauze voll hat. Jeder, dem das übliche Indie-Gedudel inzwischen zu den Ohren herausquillt. Aber vor allem jeder, der immer auf der Suche nach etwas neuem ist, der bereit ist ein Album ganz durchzuhören, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und sich gerne auf das eine oder andere akustische Experiment einlässt.
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