21.11.2010 Minesota/ USA
Gehört: GRANT HART - Oeuvrevue
Staubfreier Klassiker
![]() Grant Hart |
Schon bei den ersten, zarten Akkorden des einleitenden „The main“ hat man das Gefühl, ein längst entschwundener, aber nie vergessener Freund steht unvermittelt wieder Tür. Und dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr, handelt es sich bei „Ouevrevue“ doch um eine Sammlung rarer und vergriffener Songschätze, die Grant Hart - Schlagzeuger und Songwriter der legendären US-Hardcore Band Hüsker Dü - aus den letzten 30 Jahren zusammengetragen hat.
Verwunderlich ist es daher nicht, dass sich das ganze Album wie eine einzige Nostalgie-Show anhört. Von den flirrenden Gitarren bei „Little Miss information“ über den psychedelischen , von prägnanten Bassläufen getragenen Soundteppich von „Shot your way to freedom“ bis zur niedergeschmetterten Akustikgitarrenballade „Signed D.C.“ klingt alles nach einer Zeit, in der Bands noch ohne schicke Frisuren und kalkulierten Marketingplan in Karohemden und zerrissenen Jeans einfach hemmungslos wild rockten. Doch bei aller Vergangenheitsbewältigung klingt die pure Wucht von Songs wie dem harmonieverliebten, sich in himmlischen Chorgesängen ergehenden „No promise I have made“ noch immer so frisch und unverbraucht wie in den Tagen, in denen sie entstanden ist. Mit Dylan´s „Masters of war“ und Willie „Dixon´s „I just wanna make love to you“ gibt es dazu noch zwei gelungene Cover, die ein klassisches und dabei absolut staubfreies Album gekonnt abrunden.
Christian Hautz


