15.07.2008  Freiburg

Preview: Schandmaul auf dem ZMF 16.7.2008



Schandmaul

Frage: Was ist eine „Anderswelt“? Antwort: ein Paralleluniversum. Eine Oase, in der man alle seine Sorgen vergisst. Den Alltag verdrängt. Und in etwas völlig Neues eintaucht. „Der Hörer soll durch das Tor, das wir mit unserer Musik öffnen, in eine andere Welt gelangen“, sagt Schandmaul-Violinistin Anna Katharina Kränzlein. „Dort kann er sich fallen lassen, abschalten, eine Auszeit nehmen und auftanken.“

 

Mit Erfolg: Immer mehr Menschen nehmen die Einladung in die „Anderswelt“ an. „Mit Leib und Seele“, das fünfte Schandmaul-Album (2006), erreichte Platz zehn der deutschen Album-Charts, das Live-Album „Kunststück“ (2005) Platz zwölf – und „Wie Pech und Schwefel“ (2004) schaffte es auf Platz dreizehn. Und jetzt? 

 

Jetzt liegt das sechste Album der sechs Münchner vor: „Anderswelt“. Und es ist anders als alles, was man sonst so hört. „Im Prinzip machen wir Weltmusik“, sagt Schlagzeuger Stefan Brunner, wohl wissend, dass die Basis ihres Sounds Folkrock bildet. „Wir kommen aus verschiedenen musikalischen Lagern. Birgit, unsere Flötistin, hört hauptsächlich Folk und Weltmusik, Anna hat klassische Musik studiert, Matthias, der Bassmann, steht auf die Red Hot Chili Peppers, und Thomas, unser Sänger, hört am liebsten deutsche Singer/Songwriter. Ich hingegen ziehe mir harte Sachen wie Korn rein.“

Und dennoch bringen sie all diese Einflüsse unter einen Hut. Da ertönen funky Bassläufe zu mächtigen Metal-Riffs, lässige, fast jazzige Beats zu Dudelsäcken, akustische Gitarren zum krachenden Schlagzeug. In einem Punkt war man sich einig: Weniger ist mehr! „Songs zu überladen und künstlich aufzublasen ist angesichts der modernen Studiotechnik einfach“, verrät Brunner. „Das kann jeder, und genau das wollten wir vermeiden.“

Das gilt auch für die Texte: Schandmaul erzählen Geschichten, die jeder nachvollziehen kann – in fernen Zeiten angesiedelte Lovestorys, die in die Jetzt-Zeit übertragbar sind. Sie singen über Weiberhelden („Das Missgeschick“), Zwangsehen („Braut“) und wilde Fantasien („Königin“). „Die Texte sind ein wichtiger Teil unseres Erfolges“, meint Anna, „weil sie jeden ansprechen.“ Dementsprechend bunt ist auch das Publikum der Münchner: Junge und Ältere, Ausgeflippte und Normalos.

 

Was auch daran liegt, dass Schandmaul keinerlei Starallüren zeigen: Sie beantworten alle E-Mails von Fans und geben nach jedem Gig Autogramme. „Ich finde es unangenehm, wie ein Star behandelt zu werden“, sagt Anna, „wir sind doch ganz normale Leute.“ Leute, die nicht alltägliche Musik machen. Originelle Musik, die in keine Schublade passt. Eine „Anderswelt“ eben, die auch noch in vielen Jahren existieren wird.

 

Line-up:

Thomas Lindner (Gesang, Gitarre)

Anna Katharina Kränzlein (Violine, Drehleier)

Birgit Muggenthaler – Schmack (Dudelsack, Flöte, Schalmei)

Martin „Ducky“ Duckstein (Gitarre)

Matthias Richter (Bass)

Stefan Brunner (Schlagzeug)

 

 

Tickets: 0761/50 40 30 (Mo.-Sa. 10.00 bis 18.00 Uhr)

Oder auf www.zmf.de, Karten vor Ort bei allen Geschäftsstellen der Badischen Zeitung, der Mittelbadischen Presse und des Südkuriers. In Freiburg beim BZ-Karten-Service, Bertoldstr.7

 

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