Regiomusik das Musikportal: Gesehen: Phrasenmäher „Sympathie ist der Teufel Tour 2011“ im Jazzhaus Freiburg



16.09.2011  Freiburg

Gesehen: Phrasenmäher „Sympathie ist der Teufel Tour 2011“ im Jazzhaus Freiburg



Die Leute

Die Ferien sind vorbei und so langsam füllen sich auch wieder die Konzerthallen und Clubs der Republik. Nicht in Ferien aber dafür auf ausgedehnter Tour sind Phrasenmäher. Die ursprünglich aus der Nähe von Hamburg kommenden Jungs spielten ihren ersten Gig in Freiburg und gehören das schon mal vorweg zum musikalisch innovativsten was junge deutschsprachige Musik zur Zeit zu bieten hat. Davon konnten sich die Besucher des Jazzhauses an diesem Abend überzeugen.

 

Den Anfang bestritten an diesem Abend die Lokalmatadoren aus Freiburg „Die Leute“. Mit handgemachten Garagenpop haben sich die Leute seit nun 11 Jahren in die Herzen der Zuschauer gespielt und verfolgen weiter ihren musikalischen Weg irgendwo zwischen Indie, Rock, Pop und eigenständigen, teils ironischen Texten. Für einen Donnerstag Abend ist das Jazzhaus eigentlich ganz gut mit hauptsächlich auf Textverständnis achtenden Studenten gefüllt. Die sechs Jungs legen auch gleich richtig los und benötigen nicht lange das Publikum nach vorne an die Bühne und auf ihre Seite zu ziehen. Auf einer Position entscheidend verjüngt präsentieren sich die Leute mit Kompakten Sound und schön arrangierten Songs. Als Neuling und Youngster hat sich Michael Frohnwieser an der Gitarre nahtlos in das bestehende Gefüge eingefügt und bringt weitere druckvolle Momente mit in die Band ein. Der Sound eine Mischung aus „Selig“, „die Sterne“ und „die Ärzte“ gefällt und animiert auch zum tanzen. Man merkt hier spielt eine eingespielte Combo die mit viel Spaß und Freude an ihrer Musik agiert. Einfach locker unbeschwert, sympathisch kommt das ganze rüber und so wollen es die Leute wohl auch. Selbst bezeichnen sich die Leute nicht ohne ein Augenzwinkern einfach als die beste Vorband Welt und diese Aufgabe haben sie an dem Abend voll erfüllt.

 

 



Phrasenmäher

Nach einer kurzen Umbaupause erscheinen dann Phrasenmäher auf der Bühne. Die zwei Brüder Jannis (Tasten, Saiten und Gesang ) und Lenne (Bass, Gesang) Kaffka sowie Martin Renner an den Drums gehen dermaßen locker und unbeschwert ans Werk, das es ansteckend ist und man einfach von einer positiven Welle davon getragen wird. Mit einem Begrüßungssong für das Freiburger Publikum startet das Konzert. „Damit ihr sagen könnt damals in Freiburg als sie noch keiner kannte da waren sie noch gut.“ singt Jannis zur Begrüßung und das Publikum ist sofort mit dabei.

 

Jenseits aller Anbiederungen oder Platituden treffen der Wortwitz der Songs, die Kommentare auf der Bühne und die völlig unaffektierte Art und Weise wie die drei agieren einfach in schwarze. Glasklar kommt der Sound und was man sofort feststellt, ist dass alle drei einfach singen können, und das auch noch zusammen, wovon die A-Capella vorgetragenen Songs zeugen. Mit „Mütze mit Hochklappdings“ einem der bekannteren Songs geht es weiter und das Publikum ist für die Party bereit. Es folgen weitere Reißer wie „der Jogger“ welches offensichtlich selbst dem Freiburger Publikum bekannt ist denn sofort machen sich mehrere Menschen auf und joggen durch den Saal. Weiter heraus zu heben der Song über eine gemäßigt Satanische WG-Mitbewohnerin (gemäßigt Satanisch) oder der herrliche Song über überflüssige Getränke (Bionade). Mit „Online hab ich ein Haus“ oder Stagediverin werden aktuelle Zeitbezüge aber auch das Zeitlose angesprochen und das mal zur Abwechslung mit wirklich intellektuellem Niveau. Wo gibt es den so was noch heut zu tage möchte man fragen? Phrasenmäher lieferten gestern live auf jeden Fall die Antwort und den Beweis das es wohl doch geht jenseits des Mainstreams und der Berechenbarkeit des Musikmarktes sein eigenes Ding zu machen und das auf eine nicht ganz so doofe Art und Weise. Respekt. Aber wie immer ist es letztlich die Mischung die es macht. Von Rock, Pop, Folk, über A-Capella und Ska bedienen sich Phrasenmäher aller möglichen musikalischen Zitate und vermischen das zu einem selbständigen, ja unnachahmlichen Soundmix der Live genauso funktioniert wie auf Platte, die sie übrigens unter dem schönen Title „Sehr verstörte Damen und Herren“ im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht haben. Ein weiter musikalische Horizont tut sich hier auf mit dem Einsatz von Klavier, Keyboard, Akkordeon, Gitarre, Bass, Ukulele, Cello, Glockenspiel und Percussion. Besser man frägt was können diese Herren nicht bedienen? Auf jeden Fall merkt man dieser Band ihre Ochsentour durch die Jugendzentren der Republik an den solche Bühnenpräsenz erhält man nicht einfach so. So haben sich Phrasenmäher auch wirklich selber nach oben gespielt, bis sich dann und das ist kein Wunder Andreas „Bär“ Läsker (Fanta4 / Four Music) sich der Jungs angenommen hat.

Als Fazit bleibt nach diesem gelungenen Konzertabend nur zu sagen hingehen und reinziehen wer es nicht macht ist selber schuld und verpasst eine der derzeit talentiertesten und witzigsten Bands am deutschen Musikmarkt. Aber gut bald kennt die eh jeder.

 

 

 








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