16.04.2011  Berlin

Gehört: MAIKE ROSA VOGEL "Unvollkommen"

Perfekte Unvollkommenheit



Maike Rosa

Der Titel bringt das Album auf den Punkt. Die Wahl-Berliner Songschreiberin Maike Rosa Vogel kultiviert auf ihrem Debütalbum „Unvollkommen“ das Unperfekte und zelebriert nahezu die Einfachheit, mit denen sie sich mit gerade mal ausreichend instrumentalen und stimmlichen Fähigkeiten durch die elf Songs schlängelt. Ihr Ziel ist der kleine Popsong, der in den Ohren und Herzen der Hörer zum großen Gefühlskino wird. Und man muss Frau Vogel attestieren, dass ihr bei Liedern wie „Die Mauern kamen langsam“ mit seinen verhuschten Melodien, den dezenten Banjoklängen und den grobschlächtigen Gitarrenakkorden oder dem flotten Kabarettstückchen „Das mutigste Mädchen der Welt“ ein paar bezaubernde und textlich anrührende Songs gelingen. Das sah wohl auch Sven Regener so, der das Album zum größten Teil produzierte und hier und da zur Gitarre bzw. den Blechblasinstrumenten greifen durfte. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass sich Songs wie „Liebe gemacht“ so manches Mal in altbackenem Liedermachertum, zuckersüßer Niedlichkeit und textlichen Banalitäten ergehen. „Unvollkommen“ ist somit ein zwischen wärmender Herzlichkeit und nichtiger Allgemeinplatzhaftigkeit pendelndes Werk, was wiederum ebenfalls perfekt zum Albumtitel passt.

 

Christian Hautz

 

 








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