Opulenter Pop
![]() Amy MacDonald |
Drei Jahre hat sich Amy MacDonald für den Nachfolger zu ihrem platinveredelten Debüt „This ist the life“ Zeit genommen. Drei Jahre, in der sie nicht nur für etliche Superlative sorgte, Preise einheimste und ihr Album millionenfach an den Mann brachte, sondern, in denen sie pausenlos auf Tour war und das Leben als Rockstar neu kennenlernte. Und genau das hört man „A curious thing“ musikalisch wie textlich an. Die Songs sind wesentlich opulenter gestaltet und kommen im Gegensatz zum einschmeichelndem, heimeligen Pop ihres Debüts fast hymnenhaft daher. Schon der Vorbote, die Single „Don´t tell me it´s over“, entpuppte sich als wallende, groß angelegte Stadionnummer mit massivem Streichereinsatz und wuchtigem Refrain. Und auch Songs wie „An ordinary life“ baden geradezu in der eigenen Größe und Opulenz, bieten aber immer noch die wunderbar eingängigen Melodien, die sich fast hinterlistig in die Ohren des Hörers fressen. Man könnte meinen, dass die neu gewonnene Breite ein Spiegelbild der letzten drei aufregenden Jahre ihres Lebens sind, würde sie nicht im Text von „An ordinary life“ so belustigt über Starkult und Groupies wettern. Und als ob sie diese Ablehnung des auch ihr auferlegten Rockstartums noch zementieren wollte, gibt sie auf Nummern wie dem ungestümen „This pretty face“ immer noch die unbekümmerte Teenie Göre, die sie im Herzen ist. Am Ende ist es egal, ob sie zur akustischen Gitarre ihre eigene Seele offenbart oder zum Klavier den Bombast zelebriert: Amy MacDonald schafft es, beiden Disziplinen großartige, eingängige und songschreiberisch astreine Songs abzuringen. Und das zeugt von großer Klasse.
Christian Hautz




