23.11.2011  Köln

Gesehen: SALTATIO MORTIS in der Live Music Hall Köln


Mit Mittelalter-Metal ist das so eine Sache. Man kann den Sound aus E-Gitarren und Dudelsäcken großartig finden, oder albern. Dazwischen gibt es nicht viel, so scheint es. Vielleicht liegen aber auch Welten dazwischen. Das jedenfalls war auch der Eindruck, den Saltatio Mortis und ihre Vorband Cumulo Nimbus hinterlassen haben.

Da wäre zunächst der Renaissance-Metal vom Cumulo Nimbus, der irgendwie so gar nicht zünden will. Die Band wirkte auf der Bühne unsicher, was auch die sympathische Art von Frontfrau nicht wett machen kann. Und irgendwie wollen mir die Lieder auch nicht so recht ins Ohr gehen. Dem Publikum schien es dennoch gut zu gefallen. Cumulo Nimbus sind den Fans von Saltatio Mortis aber auch keine unbekannten, sondern eher sowas wie die Stammvorband.

Mit Auftritt von Saltatio Mortis wendete sich das Blatt dann völlig. Schon die Bühne versprühte keinen Klischee-Mittelalter-Charme. Die Deko besteht aus Bezinkanistern und alten Autoreifen und auch die Band selbst kommt nicht im typischen Mittelalter-Look auf die Bühne.

Saltatio Mortis hatten dabei nicht nur ihr neues Album im Gepäck, sondern auch eine mitreißende Bühnenperformance, die sich zwischen den kampfsportartigen Sprüngen des Sängers Alea und den Anekdoten von Lästerbalk spannten. Zumindest eine der Anekdoten hatte einen ernsteren Hintergrund, denn Saltatio Mortis hatten noch am Tag des Konzerts reichlich Stress inklusive eines auf der Strecke gebliebenen Tourbusses. Damit erklärte sich dann auch, warum am Einlass noch aufgeregt mit einem kölner Hotel telefoniert wurde.

Der Spielfreude und Begeisterungsfähigkeit der Band tat dies aber keinen Abbruch. Sie beendeten ihren ersten Abend auf der "Sturm aufs Paradies"-Tour spät und erst nach einer reichlichen Portion Zugaben. Ein gelungener Auftakt.

 
















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