24.02.2010 Köln
Gesehen: PARADISE LOST in der Live Music Hall in Köln
![]() Paradise Lost |
Das Schlagzeug ist im Metal unersetzbar. So könnte man zumindest meinen. Aber dann kommen Samael aus der Schweiz und haben gar kein richtiges Schlagzeug dabei. Das sollte aber nicht heißen, dass das Publikum Anfang dieser Woche auf hämmernde Basedrumsounds verzichten musste bis der Hauptact des Abends, Paradise Lost, auf die Bühne kam. Samael ersetzen das Schlagzeug zu weiten Teilen durch Synties und packen damit gleich auch noch einiges an Sounds drauf die das Crossover perfekt machen. Als Opener für den Abend und als Anheizer für Paradise Lost waren Samael definitiv die richtige Wahl. Auch das Publikum goutierte es und nickte sich schon mal ein.
Das ein echtes Schlagzeug doch noch mal eine Schippe mehr Spaß macht wurde dann aber nach einer angenehm kurzen Umbaupause schnell klar. Paradise Lost ist die Band für die das Publikum angereist ist und auch wenn die Live Music Hall an diesem Abend alles andere als ausverkauft war, die Stimmung passte. Aus musikalischer Sicht eilt Paradise Lost ja der Ruf voraus, dass die besten Jahre der Briten irgendwann in den Neunzigern gewesen sind. Und tatsächlich muss man resümieren, dass die Highlights der aktuellen Tour altbekannte Songs sind. Am besten sind Paradise Lost wenn sie Klassiker wie „Enchantment“ oder „Erased“ anstimmen. Irgendwie scheinen sie mit dem Jahrtausendwechsel die Hoheit über fette Backgroundchöre und Orgel- oder Klaviermelodien abgegeben zu haben. Was dann aber doch über den Abend trägt ist die Souveränität einer Band die längjährige, internationale Erfahrung mitbringt und genau weiß was sie tut. Manchmal schwingt auch ein Stück Ironie den früheren Zeiten gegenüber mit, wenn Nick Holmes zum Beispiel in der Ansage zu „As I Die“ das Publikum auffordert: „Sing it with a real Death Metal Voice. Cause I can’t do it anymore.“
Nach gerade einer Stunde verschwanden Paradise Lost von der Bühne. Vielleicht war das ein bisschen viel der Souveränität und Bühnenerfahrung, denn jedem musste einfach klar sein, dass es noch mindestens eine halbstündige Zugabe geben wird. Immerhin machen die Briten nicht den Fehler schon bei der kleinsten Regung des Publikums auf der Bühne zu stehen. Sie warten genau die zwei bis drei Minuten mehr, die es braucht bis sich das Publikum soweit zusammen gefunden hat um einstimmig die Zugabe zu fordern. Man hat schon plumperes auf der Bühne gesehen.
nein*




