18.11.2008 Hamburg
Gesehen: ARYA + support (Cephyrius und Tonchirurgie) im Ballroom Hamburg, 14.11.2008
![]() Arya |
![]() Cephyrius |
![]() Tonchirurgie |
Um 21.00 begann CEPHYRIUS den Abend vor fast leerer Halle, rockte aber gleich richtig los. Doublebass-attacken, Gitarrenläufe, Keyboardflächen, alles war dabei. Der Gesang kam leider nicht so recht durch, was um so bedauerlicher war, da dieser sehr schön war, und die Texte auf deutsch auch noch aussagekräftig schienen. Optisch waren sowohl der Keyboarder im Panda-Kostüm als auch das Headbanging der Sängerin mit wallend rotem Haar bemerkenswert.
TONCHIRURGIE machten nach kurzem Umbau weiter, und die Stimme, die stark an Bela B. erinnert, kam viel besser durch. Geboten wurde solider Punk-Rock, eine Mischung aus Ton-Steine-Scherben und Tote Hosen. Optisch hier bemerkenswert, der schwarz geschminkte Sänger im Nappaledertrenchcoat, für den mindestens eine Couchgarnitur sterben musste, und die Bassistin im Dominakostüm, die nichtsdestotrotz mit ihrem Sechseiter umzugehen wusste.
ARYA machten dann den Unterschied klar zwischen Bands die Potential haben und sich noch entwickeln müssen, und solchen die echt bühnenreif sind. Jedes Bandmitglied beherrschte sein Instrument nahezu perfekt, die Show war authentisch und von allen getragen, mitreissend und doch nicht übertrieben. Aber von Anfang an: Nebelschwaden, Keyboardklänge und eine mittelalterliche Prozession angeführt von einer Figur in einer Blutroten Kutte. Dann geht’s los, schneller Schlagzeuganschlag gefolgt von einem Gitarrenriff und wir sind mittendrin im melodic-dark-metal von ARYA, der wirklich Jeden verbliebenen Zuschauer voll in seinen Bann zog. Die klassisch ausgebildete Stimme der Sängerin dominierte bewusst und berechtigterweise die Songs, ohne aufdringlich zu sein. Und auch die anderen wussten mit Ihren Instrumenten umzugehen. Es wurde geboten ein vertracktes Schlagzeug mit teilweise treibender Doublebass aber stets straigth und im timing gespielt. Ein Gitarist, der Riffs und Läufe bot, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Ein Bass, mal gehämmert, mal gelaufen, stets hörbar aber nie vordergründig. Und last but not least ein Keyboard welches mal Flächen und mal Effekte beisteuerte. Und wie bereits betont, alle spielten band- und songdienlich. Keiner drängte in den Vordergrund, stand aber dann doch mal da und erfreute das Publikum mit Showeinlagen, ohne dass es nach Posing aussah. Die Band klang mal nach Nightwish aber häufiger nach einer 2000er Version der 90er Iron Maiden, schneller eben und mit weiblichem Gesang. Und, wie es bei mittelalterlich in Stahl und Leinen gekleideten Musikanten sich gehört, wurde zwischendurch auch die ein oder andere Ballade zum Besten gegeben, wobei die Metal-Rock Hymnen klar dominierten. Die Zugabe über eine Nacht auf einer Brücke in Braak brachte wie versprochen eine Gänsehaut und trieb Tränen in die Augen, so schön war sie.
Leider war ARYA nach 45 Minuten schon fertig. Ich hätte mir gewünscht, ein ganzes Konzert von Ihnen bekommen zu haben und sehe die Zukunft von ARYA als Vorband von IRON MAIDEN oder zumindest in einer guten Platzierung beim WACKEN Open Air 2009. Vorab mehr unter www.arya-metal.de.
Bildergalerie: Arya, Cephyrius, Tonchirurgie


















