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24.07.2009  Coburg

Nachgefragt: ASHES OF A LIFETIME aus Coburg



Ashes Of A Lifetime

ASHES OF A LIFETIME aus Coburg stehen für die modernste und gelungenste Entwicklung im Bereich des Metals. Sie verbinden steinharte Metal- und Hardcore-Elemente mit der klassischen Attitude, kantigen Riffs und bissigem Arrangement. Die fünf Jungs haben eine in der Form einzigartige Mixtur aus eingänigigen Mosh-Parts und progressiven Patterns. "Wir sind einfach ganze normale Typen, die gerne harte Musik machen!" So zeichnen sich die 5 Jungs von AOAL aus Coburg aus. Wir unterhielten uns miteinander, verstanden uns auf Anhieb prächtig und hatten eine Menge Spaß.

 

RM: Wie schon im Review erwähnt, wurde das Album in kompletter Eigenarbeit, und zwar im Home-Studio des Drummers André, produziert. Trotzdem ist der Sound sehr professionell und stimmig geworden. Wie lange hat die komplette Produktionsphase (ohne die Songwritingphase) gedauert und was hat sie noch besonders in Anspruch genommen?

 

AOAL: Wir produzierten die kompletten Songs bei André im Fortefortissimo-Recordings Studio. Alles in allem ist es ein „Studiogeheimtipp", da hier auch schon andere Bands wie z.B. Dying Humanity, Soulgate´s Dawn, Rawside und viele mehr aus- und eingehen. Wir können dieses Studio wirklich jeder Band nur weiterempfehlen, denn den von A-Z in diesem Studio produzierten - ich denke sehr individuellen - Sound bekommt man wirklich nur in diesem Studio. Zu den Aufnahmen gilt es zu sagen, dass wir auf eine gewöhnliche Kompositions- und PreProductionphase zurückblicken konnten und in einem langen Prozess die Aufnahmen, das Mixing und Mastering regelrecht lebten. Jeder Song steht nach so einer Zeitperiode natürlich auch etwas individueller da, weil einfach Einflüsse, Geschmäcker und nicht zuletzt die persönliche Verfassung in unterschiedlichen Phasen einen unterschiedlichen Geschmack hinterlassen.

 

 

RM: Welche Bedeutung haben Cover und Titel der Scheibe? Steckt ein Konzept dahinter?

 

AOAL: Der Kernsatz der Scheibe ist im Prinzip die Aussage „ What is left"? (Intro) Soll bedeuten: Was soll übrig bleiben wenn ich nicht mehr existiere? Meistens denken doch in seltensten Momenten noch Leute an einen, wenn man mal abgedankt hat. Somit könnte man sagen, dass das Album von der Kernfrage „...what is left? bis zum letzten Satz „you are the one that remains!" die meist persönlichen Höhen und Tiefen im Leben beschreiben. Der letzte Song „MLE" (Kurzform für Emily --> Nils ist während der Aufnahmen Vater geworden) soll somit zeigen, dass zum Schluss immer etwas von einem selbst bleibt, in diesem Fall Nils´ eigen Fleisch und Blut, welches ihn im Prinzip weitaus länger leben lässt als nur bis zum letzten Atemzug. Das Album soll also - mit oder ohne Konzept dahinter - einen Spiegel vor das Leben eines jeden normalen Menschen wie du und ich halten. Das Cover zeigt die materielle Vergänglichkeit des Lebens (Sarg mit Kreuz, Skelett, Uhrwerk). Und jetzt hören wir mal mit dem sensiblen Geschmarre auf.

 

 

RM: Setzt ihr die auf dem Alben zu hörenden Synthies live auch um? Wenn ja, wie?

 

AOAL: Ja, mit einem 6. Mann namens ACER (Laptop).

 

 

RM: Auf „... WHEN ALL GOES UP IN FLAMES" hört man auch drei Gastsänger verschiedener Bands. Wie lief die Zusammenarbeit mit ihnen und wir man sie auch live erwaren können?

 

AOAL: Diese Zusammenarbeit lief reibungslos und sehr entspannt ab, da alle drei Sänger gute Freunde der Band sind. Wenn sich unsere Wege mal kreuzen, dann auf alle Fälle. Micha von Soulgate´s Dawn ist ohnehin immer durch den Sample in der Mitte von „Grasp At Straws" dabei

 

 

RM: Wie entstehen eure Songs?

 

AOAL: Teilweise als Homerecording bei jedem zu Hause bzw. bei Andé im Studio oder im Proberaum beim Jammen (dies ist aber eher selten). Unsere Texte schreibt komplett Nils.

 

RM: Sehr ihr „... WHEN ALL GOES UP IN FLAMES" als logische Weiterentwicklung bzw. Fortführung vergangener Alben oder als neuen Anfang?

 

 

AOAL: In musikalischer Hinsicht ist es eine Fortführung und Verbesserung der bis jetzt produzierten EP und des Albums Human 1:1. In Bandinterner Hinsicht ist es ein Neuanfang da unser damaliger Gitarrist Nils jetzt die Vocals übernahm und André das Drumset. Da wir nach Stefan lange Zeit vergeblich nach einen fähigen Schlagzeuger suchten, diesen aber nicht fanden, musste André binnen 4 Monaten das Schlagzeugspielen lernen. Was dabei rumkam hört man ja. In letzter Zeit ist noch unser alter Gitarrist Björn ausgetreten wegen seiner beruflichen Zukunft, und so mussten wir einen neuen Gitarristen suchen (Stephan Ehrl). Nils hat bereits vor 10 Jahren schon mit Stephan Mucke gemacht. Nach dem Ausstieg bei „Rawside" hat er sein eigenes Projekt „Killing Today" - eine ebenfalls geniale Band aus Coburg - gegründet und sich „erbarmt" bei uns fest mit einzusteigen. Nils hat sich darüber übrigens gefreut wie ein kleiner Junge, da er jetzt nicht mehr der Älteste mit seinen 31 Lenzen ist.

 

 

 

RM: Um was geht es hauptsächlich in euren Texten? Ist euch eine eindeutige Message wichtig?

 

AOAL: Bei uns geht es Größtenteils um sozialkritische Texte die einen normalen Bürger so wie dich oder mich beschäftigen. Sei es das Leben an sich oder Ängste eines Menschens vor der Zukunft, aber auch kritische Themen wie Kindsmord. Wir sind keine Berliner Ghettoboys mit einer „ Plastik 9mm" in der Hand oder ultra brutale Death/Black-Metaller, wir sind einfach ganz normale Typen die gerne harte Musik machen, dementsprechend fallen unsere Texte eher harmlos aus. Nils verwendet hier und da jedoch mal Metaphern, mit denen man trotz allem großartige Rätsel veranstalten könnte.

 

 

RM: Was haltet ihr vom in der Szene nicht unüblichen Veganismus? Seid ihr selbst Veganer?

 

AOAL: Wie sagt der Franke „ Nex mir sen Fläschfrasso"! (Nichts wir sind Fleischesser). Im Ernst, uns ist es egal, ob sich jemand zum Veganismus bekennt oder nicht. Es soll jeder tun und lassen was er will, wenn er sich dabei gut fühlt und niemanden in die Scheiße zieht

 

 

RM: Welche waren eure bisher aufregendsten Shows?

 

AOAL: Im Prinzip ist jede Show aufregend für uns. Natürlich gab es hier und da mal ein paar Gigs mit bekannteren Bands, u.a. BORN FROM PAIN, WAR FROM A HARLOTS MOUTH, TIME HAS COME, PURIFIED IN BLOOD, DEADSOIL, ... usw., bei denen einfach die Erwartungen des Publikums höher liegen. Wir spielen aber auch gerne bei unseren Homies

 

 

RM: Wie bereitet ihr euch auf Konzerte vor?

 

AOAL: Wir schieben zusätzlich zu unseren wöchentlichen Proben ein bis zwei Extraproben ein. Vor dem Konzert selbst spielen und singen wir uns ein und gehen den Ablauf nochmals im Kopf durch... dann wird gerockt.

 

 

RM: In einem Review war von einer „einzigartigen Mixtur" und „unverwechselbarem Sound" die Rede. Könnt ihr dies unterstreichen und diese Mixtur aus eurer Sicht beschreiben?

 

AOAL: Ja, das können wir, auch wir finden dass diese CD uns sehr gut gelungen ist und zwar insofern, dass wir sie selbst noch mögen, was ja nicht immer nach solch einer langen Produktionszeit der Fall ist. Die „einzigartige Mixtur" entstand dadurch, da wir alle privat auch andere Musik hören und wir uns von allen möglichen Musikstilen inspirieren lassen, dazu gehören auch Jazz, Hip Hop, oder auch Elektronische Musik. Scheuklappen sind bei uns fehl am Platz. Wir versuchen einfach wir selbst zu sein, das erklärt auch wahrscheinlich den „unverwechselbaren Sound". Jeder sollte das tun was ihm gefällt und nicht nur einem Trend nacheifern, dann könnte man auch wieder die Bands besser differenzieren.

 

 

RM: PARKWAY DRIVE suchen eine Support-Band. Warum sollten sie gerade euch unter Vertrag nehmen?

 

AOAL: Wir sind sehr engagierte Surfer und wollen unbedingt, durch die Auftritte mit Parkway Drive ein passendes Flip-Flop Endorsement ergatter.. Spaß beiseite. Ich schätze das wir in der Lage sind, das Publikum perfekt für die Parkway Drive Show anzuheizen. Außerdem haben wir bei Burn yYour Ears 10/10 Punkte bekommen.

 

 

RM: Wie stark seid ihr beruflich eingebunden und wie schafft ihr es den Alltag und AOAL unter einen Hut zu bringen? Wie viel investiert ihr in die Band?

 

AOAL: Wir sind alle sehr mit Arbeit oder Studium eingebunden, dennoch probieren wir für die Band soviel Zeit wie möglich frei zu schaufeln. Dies geht nur gemeinschaftlich, jeder hat diverse Aufgaben innerhalb der Band, die gemacht werden müssen, sei es Myspace aktualisieren, Gigs organisieren, Merchandise und Graphiken erstellen oder Interviews geben. Ein bisschen Hilfe seitens einer Booking-Agentur oder eines Labels wäre wahrscheinlich im einen oder anderen Fall nicht schlecht. Wir sind derzeit mal am Finger ausstrecken, vielleicht ergibt sich ja mal was bei nem Label, bei dem wir nicht nur Marionetten sind.

 

 

RM: Was kann man von euch in der Zukunft erwarten?

 

AOAL: Wir wollen hoffen viele Auftritte, weiterhin geschätzte Musik und natürlich unsere Selbstverwirklichung.

 

 

RM: Wo oder wie kann man euch erreichen?

 

Über www.myspace.com/ashesofalifetime oder per E-mail unter ashesofalifetime@yahoo.de.

 

 

Famous last words?

 

Mosh hard or die trying!







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