Regiomusik das Musikportal: Nachgefragt: Ally the Fiddle - Band des Monats Juni


02.06.2016  München

Nachgefragt: Ally the Fiddle - Band des Monats Juni



Ally the Fiddle Foto: Jürgen Skrotzky

Ally The Fiddle ist das Soloprojekt der Rockgeigerin Ally Storch. So steht ungewöhlicherweise die Geige im Vordergrund, jedoch nicht klassisch, sondern in ihrer Klangvielfalt in Progressivem Rock und Metal. 2008 wurde die Band um die Aufnahmen zu ersten CD „Red Unicorn“ gegründet. Inzwischen kann das Fünfergespann aus Norddeutschland auf schöne Club- und Festivalgigs zurückblicken, aber auch auf erfolgreiche Support-Touren für namhafte Größen, wie U.F.O., Bobby Kimball (Toto), ASP und mehr.

 

Wir haben Ally The Fiddle 10 Fragen gestellt.

 

RM: Seit wann gibt es euch und wie habt ihr zusammen gefunden?

 

ATF: Unsere Band gibt es seit 2008. Alles begann mit meinem, Allys, Wunsch eine Soloscheibe aufzunehmen.

Ich habe damals in einigen Bands gespielt, vornehmlich Irish Folk und wollte die Tunes unbedingt

in härterem Soundgewand hören. Meine ursprüngliche Intention waren traditionell gespielte Tunes

kombiniert mit einer Metalband. Mit dem Fokus auf den (hoffentlich) gut gespielten Tunes.

Aber schon die erste EP nahm musikalisch etwas andere und sogar leicht progressive Züge an.

 

Mein damaliger Ehemann, unser Drummer Huky (Stefan Hukriede), war sofort davon begeistert und stand für das Schlagzeug bereit.

Als Gitarrist wurde mir von einem Kommilitonen Robert Klawonn empfohlen. Unsere Zusammenarbeit

funktionierte prima. Nun fehlten uns für eine Band noch ein weiterer Gitarrist und ein Bassist. Also engagierte ich für den Bass

zunächst als Studiogast Tim Schallenberg (ehem. Depressive Age), der damals bei Knorkator spielte.

Nachdem wir die EP veröffentlicht hatten, suchten wir uns die fehlenden Musiker. So empfahl Robert mir seinen ehemaligen Schüler

Diemo Heuer als Gitarristen; nur mit einem eigenen Bassisten haperte es noch immer.

Später kam dann als Bassist Thorsten Hartung dazu, den Huky aus alten Musikerzeiten in Kiel kannte.

 

Thorsten verließ uns 2012 und durch ein Casting fanden wir schließlich Simon Tumielewicz, der wie die Faust aufs Auge zu uns passt.

 

RM: Was bedeutet euer Bandname und wie seid ihr darauf gekommen?

 

ATF: Unser Bandname bezieht sich auf meinen damaligen Künstlernamen, als ich noch Irish Folk spielte.

Mein bürgerlicher Name ist Almut, was kein Ire aussprechen kann. So wurde quasi „Almut die Geige“ zu „Ally the Fiddle“.

…passt natürlich nicht mehr so ganz zu unserer Musik, aber einen etablierten Bandnamen zu ändern, machte wenig Sinn.

 

 



Ally the Fiddle Foto: Jürgen Skrotzky

RM: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

 

ATF: Für diese Musik eine einfache Beschreibung zu finden, ist nicht ganz so leicht. Sie enthält viele Facetten, wie Folk,

Rock, Fusion, Classic Rock…. Zusammengefasst haben wir es als „Progressive Violin Rock/Metal“.

Wir folgen musikalisch ein wenig den Fußstapfen des Fusion Rock, geben der Geige aber einen größeren Fokus

und werden weitaus rockiger.

Seit 2012 ist sogar auch Gesang ein Teil der Musik.

 

RM: Wie beurteilt ihr eure Situation als Musiker?

 

ATF: Wir gehen davon aus, dass wir musikalisch eher eine Sparte bedienen. Aber das schreckt uns nicht - im Gegenteil.

Ich denke vielmehr, dass wir auf diese Weise eher unseren Künstlerseelen folgen und mit dem „Brand“ „Progressive“

sehr viel mehr Freiheiten genießen können.

Das Publikum, was wir hier ansprechen, ist oft ein musikalisch sehr interessiertes und wir kommen in einen sehr

wertvollen Austausch mit unseren Zuhörern.

 

RM: Was würdet ihr gerne verbessert sehen für die Situation von Musikern?

 

ATF: Musik wird leider sehr als Gebrauchsware gesehen. Das schlägt sich vor allem auch in mangelnden Besucher- und Verkaufszahlen

und dementsprechenden Gagen und Ausschüttungen nieder. Dabei geht es nicht um den großen Reibach, sondern die eigenen Touren

und Produktionen finanziell absichern und im Idealfall sein eigenes Leben finanzieren zu können.

In meinem Fall ist es zumindest so, dass ich beruflich Musik mache und sehr viel in meine Band investiere.

Immer in der Hoffnung, dass sich alles irgendwann einmal amortisiert. Und dass ich mal eine Altersvorsorge andenken könnte.

Trotz guter Auftragslage ist das allerdings noch immer Zukunftsmusik.

 

Hilfreich wäre schon mal eine bessere Schulbildung in Hinblick auf Musik. Das würde das Wertschätzen von Musik sicherlich

bereits fördern. Der bundesweite Kulturkahlschlag ist an der musikalischen „Verramschung" mit Sicherheit auch alles andere als unschuldig.

Musikschulen, Theater, Clubs…. alles bräuchte eine viel bessere Unterstützung und die dürfte auf keinen Fall irgendwelchen

Prunkbauten, absteigenden Fußballvereinen oder was sonst noch für inhaltslosen Geldfressern weichen müssen.

 

 



Ally the Fiddle

RM: Was würdet ihr gerne erreichen mit eurer Musik? Seid ihr politisch mit eurer Musik?

 

ATF: Nein, wir sind nicht politisch. Gesellschaftskritisch allerdings schon. Musik muss aber nicht unbedingt politisch sein, um zu bewegen.

Und das sollte sie immer in irgendeiner Hinsicht. Im Idealfall inspirieren und „humanisieren“. Die Zuhörer auf alle Fälle in irgendeiner

Art voranbringen. Früher sagte man dazu: „Kultur soll erziehen.“, aber da stört mich der Begriff „Erziehung“.

Wenn mir z.B. jemand nach einem Konzert sagt, er/sie hätte wegen einem meiner Konzerte die eigene Geige wieder

vom Dachboden geholt, dann ist das das größte Kompliment, das man mir machen kann.

 

Was mir ebenfalls wichtig ist: immer im Dialog zu bleiben. Ich möchte niemanden eben „erziehen“, niemandem Überlegenheit vorgaukeln

oder ihn/sie belehren. Aber ich mag es, wenn strittige Themen einfach im Gespräch bleiben und jeder daraus sein eigens

Fazit ziehen kann. In dieser Art sind meine (bisher wenigen) Texte auch angelegt.

 

RM: Habt ihr eine Management oder macht ihr alles selbst?

 

ATF: Wir teilen ein bisschen auf. Das Booking macht unsere Agentur „CrushConcerts“ und wir sind seit kurzem bei dem

Record Label „Gentle Art Of Music“. Alles andere mache ich.

 

RM: 3 Dinge die auf jeder Tour mit dabei sein müssen.

 

ATF: E-Geige, A-Geige und Bogen. Haha

 

Sicherlich war die Frage ein bisschen anders gemeint ;) Also hier die drei Dinge:

1) Freundschaft 2) Inspiration 3) Wodka.

 

RM: Euer tollstes Konzert bisher?

 

Das ist schwer zu sagen! Vor allem, wenn es darum geht, nach welchen Kriterien man auswählt. Daher wird es einfach ein

Clubgig gewesen sein, während wir auf Tour waren; gut gelaunt, gut zusammengespielt und mit gutem Flow.

Ich erinnere mich an so ein Feeling z.B. im „Kubana“ in Siegburg.

 

RM: Was plant ihr für die nähere Zukunft?

 

ATF: Wir möchten noch in diesem Jahr zusammen mit „Gentle Art Of Music“ ein neues Album herausbringen.

Es wird „UP“ heißen und liegt bereits vollständig geschrieben in unserer Schublade. Sogar die Schlagzeugspuren

sind bereits eingespielt. Nun warten wir auf grünes Licht aus dem Knorkator-Studio, damit wir weitermachen können.

Denn hier haben wir einen wahnsinnig tollen Toningenieur gefunden und scharren deshalb schon mit den Füßen.

 

Sobald alles in Sack und Tüten ist, möchten wir die neue Scheibe auf einer kleinen Tour durch Deutschland

präsentieren. Das alles soll im Herbst 2016 stattfinden.

Kleine Tour, weil mein Sohn noch sehr klein ist. ;)

 

 








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