Regiomusik das Musikportal: Laute Musik im Auto - zahlt die Versicherung?


11.11.2013  BERLIN

Laute Musik im Auto - zahlt die Versicherung?



Flickr.com CC-BY-SA

Musik ist mitunter eine der schönsten Erfindungen der Menschheit. Sie kann motivieren, entspannen, Trost spenden und in manchen Fällen verhilft sie einem engagierten Musiker sogar zum internationalen Durchbruch. Allerdings kann zu lautes Musikhören auch gefährlich sein. Insbesondere im Straßenverkehr gibt es äußerst klare Regelungen, was das Lauschen der Klänge anbetrifft. Wer den Pegel zu laut dreht, vernachlässigt nach gesetzlicher Auffassung vorsätzlich seine Verantwortung als Fahrzeugführer und handelt somit nicht nur grob fahrlässig, sondern riskiert unter Umständen auch, den Tarif bei seinem Versicherungsunternehmen.

 

Wenn nicht nur die Boxen 'Krach' machen

Eine unbeeinträchtigte Wahrnehmung ist das A und O beim Autofahren. Umso problematischer, wenn irgendeine Art von Ablenkung die Aufmerksamkeit des Fahrers beeinträchtigt. Egal ob es sich nun um das Tippen von Sms, das Telefonieren mit dem Handy oder einen allzu angeregten Plausch mit dem Beifahrer handelt - das Gesetz hat ein ziemlich genaues Bild davon, welche Nebentätigkeiten die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall beeinträchtigen können und bestraft deshalb im Schadensfall nicht nur grob Fahrlässige Verstöße, sondern ebenso leichtsinnige Vernachlässigungen der Sorgfaltspflicht.

 

Zu den Dingen, die eine solche Vernachlässigung verursachen können, gehört auch das zu laute Hören von Musik während der Fahrt. Gemäß Paragraph 23, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung ist ein Fahrer nämlich selbst dafür verantwortlich, dass sein Gehör während der Fahrt nicht beeinträchtigt wird. Übertönt also der eigene Lieblingssong die Geräusche des Straßenverkehrs und der Fahrer registriert dadurch etwaige Warnsignale, wie Hupen, Polizei-, Feuerwehr- oder Rettungsdienstsirenen nicht mehr, gilt er nach dem Gesetz als eine Gefahr für den Verkehr. Aus diesem Grund droht Fahrern unter starkem Dezibel Einfluss nicht nur eine automatische Teilschuld bei Unfällen, sondern mitunter auch eine saftige Strafe, wenn sie von der Polizei mit dem überdurchschnittlichen Lärmpegel in ihrem Auto erwischt werden. So zahlen Personen, die deshalb polizeilich auf der Straße angehalten werden, beispielsweise eine Geldstrafe von mindestens 10 Euro. Kommen konkrete Gefährdungen oder Sachbeschädigungen hinzu, die aufgrund der 'temporären Taubheit' entstanden sind, kann die Summe auf über 25 Euro ansteigen. Wurde durch die Musik darüber hinaus ein öffentliches Warnsignal, wie etwa ein Martinshorn überhört und somit der Einsatz von Rettungsdiensten oder der Feuerwehr erschwert bzw. behindert, müssen Schuldige sogar mit Bußgeldern von bis zu 5000 Euro rechnen.

 

Das 'Durchbrechen der Schallmauer' lohnt sich nicht

Auch im Versicherungsbereich kann wiederholtes Musikgedröhne beim Autofahren den Hörer teuer zu stehen kommen. Ein dadurch erhöhtes Unfallrisiko erlaubt es Versicherungsunternehmen nämlich, den Beitragssatz drastisch zu erhöhen und in besonders schwerwiegenden Fällen den Versicherungsschutz gar ganz zu entziehen. Was das Zahlen im Schadensfall anbelangt, kommt es zwar stark darauf an, ob man die Ohren nun vorsätzlich auf Durchzug gestellt hat oder nicht, da dieser Umstand im Einzelnen aber nur sehr schwer nachzuprüfen ist und Versicherungen hier meist das Recht auf ihrer Seite haben, ist es dringend zu empfehlen, den Lautstärkepegel von Radios und CDs im Auto freiwillig auf einen moderaten Grenzwert zu senken.

 

Von den verkehrsrechtlichen Konsequenzen einmal abgesehen, sollten Musikliebhaber aber auch um ihrer eigenen Sicherheit Willen akustisch lieber einen Gang runterschalten. Es mag für einen Moment lang erfüllend sein, die Fahrtmusik bis in die Beine zu spüren, sie deshalb jedoch nie mehr benutzen zu können, ist ein Risiko, das man nicht unbedingt eingehen muss. Daneben beeinträchtigt ein dauerhaftes Hören von Musik mit dem Regler auf Anschlag nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch das Gehör. HNO Ärzte warnen bereits seit Jahren davor, dass zu viel Lärm die Nerven im Innenohr schädigt. Insbesondere mit Kopfhörern kann der Krach schnell zu Hörschäden und im schlimmsten Fall sogar zur Taubheit führen. Seien Sie also vernünftig und genießen Sie Ihre Musik in dezenter Lautstärke. Ihre Ohren, Ihr fahrendes Umfeld und auch Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken.

 

Quellen und nützliche Links:

Gesetz der Straßenverkehrsordnung: Jusmeum

Hinweise zu Tarifen der Versicherungen: Laut InFranken.de bei Top Tarif

Nützliche LärmApp von HNO Ärzten: Dt. Berufsverband der HNO Ärzte e.V.

 








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