18.05.2009  Kiel

Gehört; WHITE LILIUM "Tarantula" EP



WHITE LILIUM Tarantula

Bloß keine Angst vor Spinnen haben! Wer sich vom Titel der dritten EP von White Lilium, aus der Nähe von Kiel, abschrecken lässt, hat etwas verpasst.

"Tarantula" bietet 4 Tracks, die eine rosig-metalische Zukunft erahnen lassen. Doch, ersteinmal zur Besetzung dieser hoffnungsvollen Band;

Am Mikrophon treffen wir Jonas Harmsen, den zweiten Herrn Harmsen, Nick, findet man hinter den Kesseln die die Welt und, in diesem Fall, fetten Metalsound, bedeuten. Felix Hochkeppel ist der zweite Mann am Mic, und gleichsam Gitarrist. Ebenfalls Gitarrero ist Chris Krüger. Der letzte im Bunde, am Bass, ist Nico Schmalz.

Soviel zum Personal, jetzt geht es an die Vollen.

 

Der erste Track, "Protest of Innocence", ballert sofort auf die 12. Die Screamo-Parts erinnern stark an einen namentlich bekannten Halbling aus einer gewissen Saga, gefallen aber gerade dadurch sehr.(Golum goes Metal? Warum nicht, wenn es hier so herrlich passt!)

Die Melodie wird wunderbar gehalten, Drums und Gitarren brettern was das Zeug hält, dazwischen metzelt der Bass sich brachial durchs Unterholz.

Garstiger, und das ist lobend gemeint, kann ein Song kaum sein, es sei den man steht auf bösestes Trve-Metal oder Black.

Allerdings, zu bemängeln sind die Leadvocals, die von ihrer Höhe nicht recht ins Bild passen wollen.

Fast wie die Großen lassen White Lilium es in "Tarantula", dem Titeltrack, angehen. (TIPP!) Die Vocals passen besser, die Klangwände sind bretthart, gnadenlos, schwerst genial für eine so junge Band. (die Jungs sind zwischen 19 und 21 Jahre alt)

Die Timecodes 03:28 und 03:45 sind sehr zu empfehlen, da sie das geschick der Band demonstrieren.

Einer der Songs mit den besten Aussichten auf den Titel "Metalsong mit längstem Namen" ist Track drei; "The cracked Egg in the fridge is no reason to turn into crazy".

Was für ein Titel, was für ein Song!

Rampensäue der Welt, seht auf diesen Song! Pit's und Haarpropeller garantiert! Es kracht, es rockt, es schreddert. Minuspunkt sind die "vermasterten" Leadvox, die zeitweise völlig untergehen.

Man beachte 02:30!

Auch der letzte Song weiß zu überzeugen. "Love.Paper.Portrait.Grave." ist DER Tipp der Platte. Ein Volltreffer mit tollem Grundbeat. Bleibt im Ohr, rockt noch nach bis man die nächste CD aus dem Regal holt. Das Outtro verstört einwenig, aber diesen (klanglichen) Ruhepol braucht man auch, um zu resümieren was von "Tarantula" zu halten ist.

Gesamt ist das dritte Werk von White Lilium gelungen und zu empfehlen. Diese Band weiß was sie kann, und macht davon gebrauch. Wenn sie sich weiterentwickeln und an sich arbeiten, sollten ihnen schon in wenigen Jahren einige Türen offen stehen, darauf wette ich.

Zu bemängeln ist ab und an das sture nutzen metaltypischer Elemente, schlechter Mix und der Leadgesang. Hier muss nachgebessert werden! So mag ich die Vox nicht recht durchgehen lassen. Sollten White Lilium das beherzigen, was zu hoffen ist, kann man auf weiteres nur gespannt sein.