27.09.2009  Freiburg

Gehört: NOVAkILL "I hate God"


Nach den vielgelobten Alben „Hard Tech for a hard World“ (2003) und „Kill Everyone“ (2005) sind NOVAkILL nun mit ihrem dritten Release, erschienen bei Alive! und Repo_Records, zurück auf der Bildfläche. Und was Bones und Sik auf dem neuen Silberling mit dem provokanten Titel „I hate God“ zu bieten haben beweist einmal mehr ihr Können.

 

Gleich der Opener „Mistaken for God“ lässt ihren hohen künstlerischen und qualitativen Standard erahnen. Druckvoll und schwerstens elektronisch geht es von Null auf Hundert in gerade mal 00:33 Minuten! Auch wenn der Gesang unweigerlich an den Boogieman („Nightmare before Christmas“) erinnert, weiß der stimmliche Anteil von NOVAkILL ebenso zu überzeugen wie die um die Wette dreschenden Instrumente. Obendrauf servieren die Herren mit den Schweißerbrillen eine rundum saubere und ultraprofessionelle Produktion, die klaren und homogenen Sound garantiert. Sauber, klar, dicht und pulsierend, so könnte man das Gesamtbild von „I hate God“ durchaus zusammenfassen. Der zweite Track, „Demonizer“, macht nicht nur als RMX (hier gleich dreifach zu finden) sondern auch im „Original“ sehr viel her. Er gehört zu den definitiven Hörtipps der CD. Desgleichen „Crusade“, „bloodELEKTRIC“ und „eXtermination“. Von kirchenschiffvoluminöser Sphäre, über prügelndes Industrialgewitter, bis hin zu ohrwurmigen Beats, ist alles vertreten im großen Tischfeuerwerk von NOVAkILL. Hypnotisch kommt die eine oder andere Linie daher, pulsierend hält der Bass dagegen. Sehr stimmungsgeladen sind „Kombat“, in dem Synths wie Kurzschlüsse zischen, und das düstere „Ultrakill“, in dem Stimmen jämmerlichst schreien und stöhnen, daß einem das Kupfer in den Kabeln Eisblumen ansetzt. Es scheint, die Herren Sik und Bones können immer noch einen draufsetzen. Wobei sie nie abheben, oder sich gar in ihren vielschichtigen Ebenen verzetteln. Hier ist alles an seinem Platz, wo es gemütlich den Putz von der Decke schütteln kann. Der Suchtfaktor der seit 1996 bestehenden Formation ist unbestreitbar! Sicherlich liegt mit „I hate God“ eine DER Veröffentlichungen 2009 vor. Soviel sollte man spätestens nach „Crusade“ widerspruchslos unterschreiben. Was ein wenig irritiert ist gerade deshalb das Intro von „eXtermination“, das man so (beinahe 1:1) in letzter Zeit des öfteren aus den Boxen vernahm. Viel Köpfe, ein Gedanke? Man weiß es nicht. Handwerklich einwandfrei, stimmungsgeladen und fesselnd. Ein kleines Goldstück im CD-Regal! Die eindringlichen und kritischen Texte mögen dem einen oder anderen wohl das Gefühl geben man trete ihm auf's Messgewandt, aber hörens- und nachdenkenswert sind sie in jedem Falle. Zumal sie sich perfekt in die Atmosphäre der Musik fügen. (trotz Boogieman-Flashback) Ein weiterer Tipp ist „Sleepwalk“, das zwar ein bisserl nach 90er Jahre E-Pop klingt, aber doch allerhand Gänsehaut und Energie stiftet. Allein der wahnsinnige Schrei am Ende ist das Warten auf Position 9 der Trackliste wert.

Abstriche gibt es wenige. Einer ist wie erwähnt das Intro von „eXtermination“, ein weiterer zweifellos die Überlänge von „Incise“, das mit 8 Minuten zu Buche schlägt. Nun, da „teraDEATH“ den Hörer mit kaltem Wind vor die Tür setzt, kann man einen Blick auf die Bilanz werfen, und findet unterm Strich; Well done! Eine erstklassige Produktion, qualitativ und künstlerisch absolut gelungen, und nebenbei auch noch Mugge bei der man kaum still sitzen bleiben kann.



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