Regiomusik das Musikportal: Emigrate - Silent So Long


13.10.2014  BERLIN

Emigrate - Silent So Long


Natürlich braucht man diesen Mann nicht mehr vorzustellen. Richard Kruspe hat mit Rammstein erreicht, was den meisten Musikern verwehrt bleibt: Platinalben, internationale Tourneen in nahezu sämtlichen Ländern der Erde, die Anerkennung des Feuilletons ebenso wie die Zigtausender Fans. Doch es gibt noch einen anderen Richard Kruspe als den, der bei Rammstein im Rampenlicht steht. Auf dem 2007 erschienenen Debüt seines Solo-Projekts Emigrate überraschte der Gitarrist erstmals als facettenreicher Sänger düstermelancholischer Industrial- und Metal-Songs. Kruspe erweiterte sein musikalisches Spektrum – und stieg mit „Emigrate“ auf Anhieb in die Top Ten der deutschen Charts ein.

 

Bereits damals war für Kruspe klar, dass Emigrate keine Eintagsfliege bleiben sollte. Zu viel Spaß hatte ihm die Arbeit im lockeren Verbund mit dem Gitarristen und Produzenten Olson Involtini sowie Arnaud Giroux (Bass) gemacht. „Ich kann gar nicht so genau sagen, warum, aber irgendwie wollte ich immer mindestens zwei Emigrate-Platten machen“, sagt Kruspe. Nun ist es soweit: am 17.10.2014 erscheint mit „Silent So Long“ das lang erwartete zweite Emigrate-Album.

 

Neben den bewährten Mitstreitern Involtini und Giroux, sowie dem Schlagzeuger Mikko Sirén konnte Kruspe für die Produktion des Albums aus einem beeindruckenden Pool internationaler Top-Stars und Kollegen schöpfen, deren Mitwirkung das Album zu einem Hard-Rock-Jam der Sonderklasse werden ließ, wie es ihn so noch nicht gegeben hat. So geben sich auf „Silent So Long“ Lemmy Kilmister von Motörhead, Jonathan Davis von Korn, Peaches und Marilyn Manson das Mikro in die Hand. „Der Grundgedanke bei Emigrate ist, mit neuen Leuten zu arbeiten, ungewohntes Terrain zu betreten, andere Welten zu entdecken“, sagt Kruspe. Doch auch wenn der Teamgedanke bei Emigrate im Vordergrund steht, ist es am Ende vor allem Richard Kruspes Stimme, die das vielseitige Werk zusammenhält: Der Gitarrist ist in den vergangenen Jahren als Sänger deutlich gereift, er hat an Struktur, Charakter und Dringlichkeit gewonnen.

 

 



Silent So Long

Generell war die Hauptarbeit an „Silent So Long“ bereits mehr oder weniger abgeschlossen, als die Gäste hinzukamen. Im Stile eines musikalischen Direktors ließ Kruspe sich von seinen eigenen Songs inspirieren und überlegte jeweils nach deren Fertigstellung, welcher Gast zu welchem Song passen würde. Begonnen hatte die Fleißarbeit bereits 2012, als Kruspe im Verlauf eines langen arbeitsintensiven Sommers begann, sein Archiv auszumisten und ältere Ideen auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Hierzu muss man wissen, dass der Gitarrist praktisch ununterbrochen schreibt, auf den Tourneen ebenso wie in jeder freien Minute in seinem Berliner Studio.

 

Dadurch hatte sich über die Jahre tonnenweise Material angesammelt, das der Gitarrist nun gemeinsam mit Involtini und Giroux veredelte und zu ersten Demos für das geplante Album verdichtete. Im weiteren Verlauf wurde „Silent So Long“ während verschiedener Sessions in Kruspes Studio und dem alten Rundfunkhaus in der Berliner Nalepastraße fertiggestellt, ehe Richard Kruspe das Werk in Los Angeles gemeinsam mit Ben Grosse (Filter, Red Hot Chili Peppers, Depeche Mode u.a.) abmischte.

 

So entstand ein klassisch-zeitloses Hard-Rock- und Metal-Album von düster-apokalyptischer Grundfärbung und gewaltiger Bandbreite. Das Spektrum geht vom Metal-Donnerwerk „Eat You Alive“ bis zum experimentellen, Nine Inch Nails-inspirierten „Get Down“, das Kruspe gemeinsam mit der kanadischen Königin der Avantgarde, Peaches, präsentiert. Die Hauptband, deren Sound Kruspe durch sein unvergleichliches Spiel deutlich geprägt hat, klingt naturgemäß immer wieder durch, etwa bei „My Pleasure“. Vergleiche mit Rammstein verwehren sich aber alleine schon durch die englischen Texte und Kruspes Gesang.

 

„Ein weiterer positiver Nebeneffekt dürften zudem positive Rückkopplungen auf Kruspes Arbeit mit Rammstein sein: „Dave Grohl ist eines der besten Beispiele“, sagt Kruspe. „Der hat diesbezüglich eine Vorbildfunktion für mich, weil er haufenweise tolle Sachen mit so vielen unterschiedlichen Leuten macht und sich so immer wieder inspiriert und frisch hält.“ Auch die selbstgewählte Emigration des Richard Kruspe von Rammstein ist stets nur eine vorübergehende, die ihn wach und frisch hält wie ein ausgedehnter Urlaub einen für den Alltag konstituiert.

 

Quelle: Another Dimension

 

 












Mehr zum Thema

Noten von Emigrate

Hier findest du alle Noten zu Emigrate...

Merch-Artikel zu Emigrate

Hier findest du alle Merch-Artikel von Emigrate...

CDs und Bücher von Emigrate

Hier findest du CDs und Bücher von Emigrate...
13.10.2014 BERLIN

Emigrate - Silent So Long

Natürlich braucht man diesen Mann nicht mehr vorzustellen. Richard Kruspe hat... mehr lesen