23.02.2006 Freiburg
Rampe 06, JAZZHAUS FREIBURG, 23.0206
![]() Rampe06 |
Nach dem Erfolg der Veranstaltung vom letzten Jahr fand am 23.02.06 die BANDRAMPE 06 wieder im JAZZHAUS Freiburg statt. Die Organisatoren waren die Jazz- und Rockschule Freiburg, das Jazzhaus Freiburg, Multicore Freiburg e.V., Kulturamt der Stadt Freiburg, L.A.R.I. und das Zelt-Musik-Festival. Das JAZZHAUS war gut gefüllt, als es auch dieses Jahr wieder hieß, RAMPE - der Bandwettbewerb! Nun war es die RAMPE06 und es waren nicht wirklich unbekannte Undergroundbands, die aufgetreten sind, sondern semiprofessionelle Bands, die sich schon einen Namen und Fangemeinde erspielt haben. Dabei waren GUERILLA BAR aus Mannheim, SCHEIN23 aus Karlsruhe, SELFMADE HAIRSTYLE, SCHULZEMEIERLEHMANN und HELENA FIX aus Freiburg. Pünktlich um 20 nach 8 ging es los mit der Ansage und den Regeln. Vor etwa 200 Leuten starteten GUERILLABAR nun also ihr Set...
GUERILLA BAR
Nach der Einführungsrede hatten also GUERILLA BAR aus Mannheim die undankbare Aufgabe als Opener um die Gunst des Publikum zu spielen. Von atmosphärischen Klängen begleitet betrat die 5 Köpfige Band angeführt von ihrem Sänger Cosmo die Bühne und entfachen sogleich ein Feuerwerk von unterschiedlichsten Rhythmen. Melodiöse Gitarren Riffs wechseln sich ab mit ruhigen konzentrierten Gesangspassagen, die sich in orchestrale Höhepunkte steigern bis der Körper einfach mitwippen muss. Die sehr präzise durchorganisierten und komponierten Songs von GUERILLA BAR weisen eine bunte Durchmischung verschiedenster Stile, Einflüsse und Kulturen auf, die zu einer sehr eigenständigen Mixtur führen.
Erinnern einige Gesangspassagen an beste Pop Hits der 80, versetzt einen das wunderbare Zusammenspiel des Keyboards und der E-Gittarre in bester FAITH NO MORE - Zeiten zurück. Knallige Gitarren Riffs, die in ein LED ZEPPELIN - Song gehören wechseln sich ab mit feiner Funk,- oder Samba- Rhythmik dargeboten auf Cosmos Westerngitarre.
Sänger Cosmo singt auf Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Englisch und durchmischt es innovativ. Getrieben von einem Bassisten der während des Gigs keinen Augenblick still steht und einer sehr präzisen Rhythmussektion entfalten GUERILLA BAR in sehr grooviger Art und Weise ihre Message. "Unique" und "Es muss Eskalieren" stehen für ihre direkte Art und Weise mit Texten um zu gehen. Das ausgefeilte Setting der Band, ihre chilligen Passagen, die immer wieder durch abgefahrene Sounds vom Keybord unterstützt sich in einen wahren Soundwall a la SONIC YOUTH steigern können, zeigen GUERILLA BAR als Band mit großer Spiellaune und musikalischer Vielfalt. Die Jungs haben Spaß an ihrem Livespiel, bringen aber auch die Fähigkeit mit ihr Set Live zu präsentieren. Nicht ohne Grund sind sie im Bandpool der Popakademie Baden-Württemberg. Die Messlatte wurde also schon mit dem ersten Auftritt hoch gesteckt den GUERILLA BAR brachte die Leute vor der Bühne nach kurzer Zeit zum Tanzen. Von mir bekamen sie auf dem Bewertungsbogen einen Durchschnittswert jenseits der 20...
Stephan (webmaster@regiomusik.de)
SCHEIN23
Nachdem GUERILLABAR die Menge mit ihrem Funkyrock gut aufgeheizt hatten, sollten auch schon die Karlsruher Indirocker von SCHEIN23 die Bühne betreten. Die Jungs brachten kürzlich erst ihr 3. Album raus und sollten nun der Menge ordentlich einheizen.
Eröffnet wurde ihr set mit dem Song "Land in Sicht". Einem sehr straighten Rocksong, mit kraftvoll melodischem Refrain, der zum Mitsingen und Mitbewegen animiert. Schon von Beginn an gaben SCHEIN23 alles und schonten weder sich, noch ihre Instrumente! Anschließend ging's etwas ruhiger weiter. "Zu schön um wahr zu sein" lautete der Songtitel, und ich denke mal so in etwa dürfte das auch gewesen sein. Volles Haus, vor der Bühne eine begeisterte Masse, was will man als Band mehr? SCHEIN23 verausgabten sich schier auf der Bühne, dennoch fehlte es nicht an Spielgenauigkeit. Die Jungs zeichnen sich durch hohe Spielgenauigkeit, sehr gutes und abwechslungsreiches Songwriting und viel Humor auf der Bühne aus.
Der 3. Track den die Badener Indirocker vom Stapel ließen, war zugleich die 1. Singleauskopplung, "Für den Moment danach". Eine Schöne ruhige baladeske Melodie, ein schönes Solo und sehr gut zum Entspannen. Mit "Immer weiter geh'n" kam dann mein persönliches Highlight in der Setlist. Ein Song mit sehr viel Kontrast in der Melodik. So findet man in der Strophe ein psychodelisches Sprechen, und im Refrain ein "Abgeh-Riff". Ein Song, der schon auf CD zu meinen Favourites gehörte.
SCHEIN23 gehörten auf jeden Fall zu meinen persönlichen Highlights dieses Abends.
chrizz (chrizz@regiomusik.de)
SELFMADE HAIRSTYLE
Als dritte Band an diesem Abend wurde die Freiburger Band SELFMADE HAIRSTYLE ins Rennen geschickt. Hier war der Name nicht Programm wie man vielleicht im Vorfeld mutmaßen konnte. Auch haben die drei Musiker nichts mit der Friseurinnung zu tun. SELFMADE HAIRSTYLE kommen aus Freiburg und spielen Rock mit deutschen Texten der in Richtung Grunge tendiert. "Junge" Nirvana und Puddle of Mudd sollten in der nächsten halben Stunde ab und an mal durchschimmern und den musikalischen Rahmen festlegen. Mit einer jugendlichen Unbekümmertheit wurden schnelle Nummern gespielt, die nach vorne gehen, die ordentlich Stimmung machten, mit zweistimmig gesungenen Refrains. Nun war zum erstenmal an diesem Abend richtig gute ausgelassene Stimmung, mitunter auch, weil die Band wohl die meisten Fans vor Ort hatte und sich ihre Musik von der anderen Bands, die schon aufgetreten sind, unterschied. Man verzichtete nun auf technische Raffinessen an den Instrumenten, die Songs standen im Vordergrund und sollten für sich sprechen. Die ersten beiden Reihen, nahezu in weiblicher Hand, waren ständig in Bewegung. Man merkte, dass viele die Songs schon kannten und mitsingen konnten. SELFMADE HAIRSTYLE genossen sichtlich die gute Stimmung und animierten immer wieder die Fans mitzumachen. Nach einer halben Stunde war dann Schluss und SELFMADE HAIRSTYLE konnten sich über die bisher beste Publikumsresonanz freuen. Das Ergebnis: Platz 3.
Sven (sven@regiomusik.de)
SCHULZEMEIERLEHMANN
SCHULZEMEIERLEHMANN war die 2. freiburger Band den Abend. Vermutlich waren sie auch die bestgekleideten. Mit Anzug und Krawatte betraten sie die Bühne, um dem mittlerweile leicht müden Publikum wieder etwas mehr einzuheizen. Vor der Bühne war es voll, im JAZZHAUS war es voll, und auf der Bühne? - Da ging's voll ab! Mit ihrer textorientierten deutschen Rockmusik überzeugen sie sowohl Fans der Lyrik sowie Fans der guten alten straighten Rockmusik! SCHULZEMEIERLEHMANN sind recht abwechslungsreich, und so kann man Einflüsse von Funk, Jazz, Blues, Metal oder Punk raushören. SCHULZEMEIERLEHMANN sind zwar noch eine recht junge Formation, sie verstehen es aber mit dem Publikum zu spielen, es zu führen und das macht diese Band so starkt. Spielerisch auf hohem Niveau kann diese Band jeden Laden zum rocken bringen! (SCHULZEMEIERLEHMANN sind übrigens in die Endausscheidung des SC FAN SONG CUP gewählt worden.)
chrizz (chrizz@regiomusik.de)
HELENA FIX
HELENA FIX und ihre Jungs.
Oh Helena, ließ ein bißchen auf sich warten, oh Helena endlich ein bißchen fließendere Bewegungen auf der Bühne. Die gefächerte Hand, der schnelle Blick ins off, dieses leichte Wegwischen der eben noch beschworenen Sehnsucht, schönrückig weiches Wegen in den Hüften, die Show stimmte. Das sind schon Chansons, doch ohne zuviel Zucker und Fett, da klebt nichts, Chanson auf federnden Rädern. Der Text lässt das DU und das Meer in eine gemeinsame Horizontlinie der Erwartung fällen, und tatsächlich - bossa nova, bislang ungehörtes Filligranwerk von den Musikern, öffnet den inneren Süden.... Helena ist stark, wenn sie die Augen schließt und ihre Linien über die Köpfe singt. Alltag, Sehnsucht, Zeit und Wiederholung - die großen Thernen , aber auch präzise und poetische Beobachtung des Lokalkolorits ' andere Menschen, die gleichen Leute ",das trifft die Freiburger Behäbigkeit -nur nit hudele- . Ein bisschen suchen ist da noch, als ob da noch mehr geht, die schöne klare Stimme noch weiter will , musikalische Raumerweiterung sucht. Da wünscht man ihr noch einen guten Songwriter der das öffnet, es zumindestens merkt, wenn da was zu sehr nach "I will survive" schmeckt. Wünscht sich, dass die auf den Gesichtern der Jungs lesbare Oberwältigung und Hingabe, aufgrund weicher Fulminanz ? Hörbare Vielfalt wird , nicht sichtbar. Oh Helena - we want more 11
sascha (sascha@regiomusik.de)
Das Endergebnis
Nach dem der letzte Ton verklungen war wurden die Bewertungsbögen eingesammelt und ausgewertet. Die Auszählung dauerte 20 Minuten, dann gab die Jury den Sieger bekannt. Platz 3 belegten SELFMADE HAIRSTYLE. Platz 2 der Veranstaltung GUERILLA BAR und Sieger wurden SCHULZEMEIERLEHMANN, die danach nochmal auf die Bühne gingen und einige Stücke spielten.
Das Bewertungssystem setzte sich aus der musikalischen Qualität, der Live-Show und dem Songwriting zusammen. Jeweils konnte der Zuschauer Punkte von 1 (sehr schlecht) bis 10 (professionell) vergeben. Die Gesamtpunktzahl wurde dann zusammengezählt.
Die Bandrampe 06 war ein toller Erfolg. Der Zuspruch seitens der Besucher war gross. Die Veranstaltung wird sicherlich nächstes Jahr fortgesetzt werden.
Das REGIOMUSIK-Team



