11.11.2006  Freiburg

Gesehen: REGIOMUSIK-Live 10.11.2006 SCHEIN23, INDIR, SORGLOS

Gesehen: REGIOMUSIK-Live 10.11.2006

Den Abend im Waldsee sollte die Band SORGLOS aus Bad Krozingen beginnen. SORGLOS machen eine eigene Mischung aus Rock, Pop und Punk Elementen. Die seit 2004  existierende Formation um Sängerin Kathi konnte an diesem Abend voll überzeugen. Mit Liedern wie „Geh doch“ oder „Kauf mich“ wurde das Publikum angeheizt aber auch nachdenklicheren, gefühlsbetonte Stücke wie „Flaschenpost“ blieben haften. Die zur Zeit Klassische Bandbesetzung mit Frontfrau ist nicht einfach auf den Zug aufgesprungen sondern folgt einer eigenen Bandgeschichte was sich auch in der Live Performance äussert. Mit präziser Gittarrenarbeit immer Rockig präsentiert und einem treibenden Schlagzeug und in ihrer lockeren humoresken Art bildeten SORGLOS den gelungenen Auftakt zum REGIOMUSIK-Live Event.

 

INDIR aus der Nähe von Wiesbaden bezeichen ihren Sound als Sofarock mit deutschen Texten und eines ist sicher diese Band rockt. Davon konnten sich die Zuschauer im Waldsee überzeugen. Ohne viel Umschweif kamen die 5 Jungs zur Sache. Selten hört man solch eingängige Melodien und Texte die jedem sofort ins Ohr gehen und teilweise Hymnen Charakter haben. Vergleiche zu den STERNEN, BLUMFELD und anderen Vertretern der Hamburger Schule drängen sich förmlich auf. Trotzdem verstehen es INDIR in ihrer direkten Art das Publikum in ganz eigenständiger Art und Weise zu unterhalten. Textlich gereifter und tiefgründiger als Freiburgs stolze Vertreter wie „WIR SIND HELDEN“ oder „TOCOTRONIC“, die beide Wurzeln in Freiburg hatten oder Lebenszeit hier verbrachten und Musikalische Erfolge erzielten als sie weg zogen. (Typisch Freiburg.), ziehen INDIR kompromisslos Ihren eigenen Stiefel durch. Als Support von TOMTE, MIA, NINA HAGEN und FEHLFARBEN konnten INDIR sich bereits einige eindrucksvollen Lorbeeren verdienen. Auf der Bühne als Kompakte Rockformation ohne irgendwelches Gehabe bringen die Jungs Ihre Songs an den Mann.

Absoluter Hit Charakter zu finden bei so Songs wie „Nein“ oder „All die schönen Zeiten“.

Der absolute Brecher für mich persönlich aber war der Song „Und schon wieder“ der auch am besten die Power diese Band aufzeigt. Gut gesetzte „Schweineorgeln“(im positiv Sinne), treibende Gitarren und Bass zusammengehalten von einem wirklich geilen Schlagzeuger der dem ganzen den nötigen Pfeffer gibt, trieben während der Performance im Waldsee jedem alten Hambuger Schule Fan die Tränen in die Augen, unter dem Motto „Das es so etwas noch gibt“. Abseits jedes SILBERMOND Trends (eine Sängerin würde da nun wirklich nicht rein passen ) machen INDIR ihr Ding ob live auf der Bühne oder aber auch im Studio. Bleibt zu hoffen das die Jungs sich weiterhin so treu bleiben und uns mit Biertauglichen Rocksongs versorgen die unter dem ganzen seichten Mainstream der Ärschewackelden Popgören unter zu gehen droht.

 

Karlsruhe, ja nun nicht als Popmetropole der Republik bekannt hat nichts desto trotz so einige Perlen  zu bieten die mal ein Ohr lohnen. So mit Sicherheit SCHEIN23 eine Band die auch weit über die Grenzen Karlsruhes sich einen nachhaltigen Ruf als Live Band erspielt haben. Nach Gigs zusammen mit Sportfreunde Stiller, Kettcar, Nina Hagen, Wir sind Helden oder auch Phillip Boa, haben sich Schein23 mit ihrer unheimlich energetischen Live Performance eine Zuhörerschaft erspielt die weit über die Grenzen Baden Württemberg hinaus reichen. Um so schöner für uns das sie nach längerer Zeit den Weg zurück ins Waldsee nach Freiburg fanden. Den letzten Auftritt der Band in Freiburg durften wir, obwohl Daniel der Sänger der Band auch in Freiburg wohnt, beim Ramp06 Wettbewerb im Jazzhaus genießen . Was nun schon eine Zeit lang her ist. Mit einigen Titeln vor allem von der alten Platte „Lauf“ begannen Schein23 ihr Set. „Lauf“ das Erstlingswerk verkaufte sich als Eigenproduktion im Eigenvertrieb bereits über 1000 mal und zeigt schon die Qualitative Ausrichtung der Band und das in einem Musikbereich in dem schlecht gespielte Schrammelguittarren zum Stilmitel erhoben werden. Nichts von all dem bei Schein23. Präzise durch komponierte Musikstücke mit teilweise erfrischend eigenwilligem Arrangements bringen jeden Saal in Bewegung. Machtvoll der Druckvolle aufeinander eingespielte Sound der auch sehr kompromisslos rockig daher kommt. Filigrane und sehr gepflegte Technik vor allem von der Leadgittarre und eine sehr kompakte teilweise sogar tanzbare Rhythmik seitens der Rhythmussektion. In alle dem erzeugen die teilweise melancholisch und nachdenklichen Texte eine Verbindung zum unmittelbaren Gefühl mit welchen die Songs den Hörer erfassen. 

Ideenreich, gut verpackt, auch eigen aber vor allem groß. So lässt sich das Potential dieser Band betiteln. So auch im Waldsee wo die Band mit ihrer Erfrischenden Art das Publikum fesseln konnte, was zu fortgeschrittenen Stunde noch zu Zugabe Rufen führte. Mit ihrem neusten Werk „Morgens ist am schlimmsten da fängt der Tag erst an.“ Bei Stereotonic erschienen geht die Band nun ihren beschrittenen Weg weiter und REGIOMUSIK wünscht viel Glück beim gelingen dieses Vorhabens.

15/11 2006

Bildergalerie Pop-Live Event Waldsee10.11.2006


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