Gesehen: FINAL FANTASY, "Badeschiff" Wien, 21.06.2007
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„FINAL FANTASY“ alias Owen Pallett Ausnahmemusiker aus Toronto, gastierte letzten Donnerstag in Wien und erfreute das „Badeschiff“ mit poppigen Geigenklängen.
Wir erinnern uns: 2005 enterte ein hierzulande bis dato relativ unbekannter Musiker mit seiner Geige bewaffnet als Support Act von The Arcade Fire schüchternen Blickes die Bühne des Wiener Flex. Owen Pallett, der davor schon reichlich Gelegenheit hatte, als musikalischer Bestandteil von The Arcade Fire und den Hidden Cameras musiktechnische Erfahrung zu sammeln, stellte nunmehr im Flex sein Soloprojekt „FINAL FANTASY“ vor. Der Auftritt war ebenso ungewöhnlich wie beeindruckend. Das Publikum konnte dem Musiker dabei zusehen, wie er seine Songs Stück für Stück vor ihnen aufbaute. Die Violinenklänge wurden mittels eines Samplers aufgenommen und „geloopt“, sodass verschiedene Teile der Stücke simultan gespielt und schichtweise zu einem komplexen Song zusammenfügt werden konnten. Über dieses erstaunliche Musikkonstrukt legte Owen Pallett dann seinen nicht minder interessanten Gesang. Das Publikum belohnte diese ungewöhnliche Darbietung mit angemessener Begeisterung. Seitdem hat der junge Kanadier einiges an stimmlicher als auch performancetechnischer Entwicklung durch- und schon öfters in Wien Station gemacht. Am 21.06.2007 spielte er abermals ein Konzert in Wien.
Schon mit der Wahl seiner „Support acts“ bekräftige der Kanadier seine Stellung als Ausnahmemusiker. Da erklomm ein relativ „nerdy“ aussehender junger Mann die Bühne des „Badeschiff“(s) und referierte über Stroposcoplichter (welche auch pflichtgerecht an die Wand projiziert wurden) und diverse menschliche Unzulänglichkeiten. Begleitet wurde diese Darbietung von durch Mark und Bein gehenden Clicks, Beats und fast schon sphärischen Soundcollagen, die so auch sehr gut in eine Star Trek-Serie gepasst hätten.
Ohne einen wirklich erkennbaren Übergang kam dann der eigentliche „Support act“ , ein sympathischer und sehr hyperaktive Kanadier mit dem Künstlernamen „The Blankket“ "on stage", erfreute die Anwesenden mit der Vorführung der torontonischen Musikkultur (speziell Punk-Rock) und warf wahnsinnige Tanzeinlagen bis hin zu eigenen Bruce Springsteen-Interpretationen und charmanten bis rasanten Monologen und Dialogen mit dem Publikum dazwischen. Der Auftritt war kurz, heftig und schüttelte einen zwischen Unglauben und Amüsement hin und her. Nach diesen sehr eigenwilligen Darbietungen baute sich schlussendlich Owen Pallett selbst physisch und equipmenttechnisch auf der Bühne auf, stellte noch seinen „Support act“ vor („The Blankket“ ist, wie man hier erfuhr, im übrigen Owens bester Freund und hört im realen Leben auf den Namen Steve Kado), und stürzte sich, ohne sich groß mit einer Einführung aufzuhalten, ins Gefecht mit Geige, Loop-Pedal und Mikro. Schon war man mittendrin in vergnügt-mitreißenden bis melancholisch-schweren Melodien, die sich zu einem vielschichtigen Musikgewebe verdichteten und durch den Gesang zu einem stringenten Ganzen zusammengefügt wurden. Owen Pallett hatte sichtlich Spaß. Charmant und humorvoll führte er durch sein Programm, bei altbekannten Songs wie „CN Tower“ angefangen, über exzellente neue Stücke, bis hin zu interessanten Coverversionen von Bloc Party (this modern love) und Joanna Newson (Peach Plum Pear) . Während einem seiner bekanntesten Songs „This is the dream of Win and Regine“, wurden die Töne dann doch etwas ernster. Sichtlich genervt, aber doch mit einem typisch-ironischen Augenzwinkern kommentierte der Musiker die Tatsache, dass Wien Energie ohne sein "OK" „This is the dream of Win and Regine“, abgeändert aber dennoch deutlich erkennbar, für ihre Werbung verwendet hatte.
Fast schon trotzig spielte er den Song dann auch nicht fertig, sondern widmete sich lieber anderen Stücken; nur um kurz darauf doch noch einmal zum Song zurückzukehren und ihn mit dem gebührenden Enthusiasmus zu einem Abschluss zu bringen. Am Ende des Konzerts gab es noch mehrere Zugaben, unter anderem ein amüsantes Duett von Owen und Steven („The Blankket“), inklusive interessanter Anekdoten aus ihren WG-Zeiten. Obwohl Owen etwas gestresst von Flug und Zeitknappheit durch sein Set jagte, war es dennoch ein sehr gutes, da passioniertes und unterhaltsames Konzert; was nicht zuletzt an der Tatsache lag, dass er weitaus lockerer wirkte als die letzten Male und man auch stimmlich deutlich die Routine heraushören konnte, die er sich in den letzten Jahren des Alleinetourens als FINAL FANTASY angeeignet hat.
Screenager
(Maria Steiner)



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