Gesehen: 007-Night, ZMF, 30.06.07
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Auch im vierten Jahrzehnt seiner Agententätigkeit hat James Bond nichts von seiner Faszination verloren. Während uns dieser Tage der mediale Overkill mit Fast-Food-Inhalten zumüllt, behält dieser Gentleman noch immer Stil und Form. Leider muss heute wohl zur schnellen Lustbefriedigung eher der klebrig-süße Martini herhalten – bei unserem liebsten Engländer war es natürlich noch der trockene, grüne, mit Olive, mit dem so ziemlich jedes Vorspiel huldvoll eingeleitet worden ist. Das sah immer nach gutem Sex aus.
„Nobody does it better“, hat damals Carly Simon gesungen, einer der weniger bekannten Bond-Songs, zu Unrecht. Auch so eine würdevolle Bond-Chanteuse wie Sheena Easton („For your eyes only“), die mit Klasse eingekleidet, damals allemal mehr Sex ausstrahlten als die jetzt allgegenwärtige Invasion freier Bauchnabel. Der Überfluss als Mangel.
Zu einer 007-Nacht hat gestern Multicore den musikalischen Nachwuchs in und um Freiburg eingeladen und es war spannend zu sehen, wie lebendig und experimentierfreudig die Szene hier ist. Mehr oder weniger frei und assoziativ wurde mit den Titelsongs aus den Bondfilmen umgegangen, und die eine oder andere Version konnte dem Vorbild sogar neue Facetten abgewinnen.
Und was gab es nicht alles an klasse Bondsongs: Shirley Bassey („Goldfinger“), Tina Turner („Golden eye“), A-Ha („Living Daylights“), ja sogar die tumbesten Helden aus den Achtzigern, Duran Duran, konnten ihr mediokres Oeuvre mit einem Titelsong aus der Bondsaga veredeln („A view to a kill“).
Auch wenn der Abend im Spiegelzelt ein wenig an den vielen Stop&Go`s in den Umbaupausen gelitten hat, so hat Multicore doch ein gelungenes Forum organisiert. Bands wie Q-Faktor, RockRainer, Bail, L8, Fuckultät, Emerge und Cornerstone konnten zeigen, das mit den jungen Bands aus Freiburg so einiges auf die Beine zu stellen ist. Neben all den gekauften und verkauften Medienopfern um uns herum gibt es doch noch Menschen, die rocken können. Puh.





