30.01.2007  Freiburg

Gesehen: THE DAY THE DEAD WALKED VII, KTS



FINSTERFORST

Am Samstag, den 27.01.07 fanden sich zur besten abendlichen Stunde wieder zahlreiche Freunde der schwermetallischen Klänge in der KTS zusammen. FINSTERFORST, ASSORTED NAILS und ZATOKREV bescherten den Fans einen unvergesslichen Abend mit einem interessanten und abwechslungsreichen Programm von Pagan über Death bis hin zu Doom Metal.

 

 

 

 

 

FINSTERFORST (Pagan/Folk Metal)


Als Opener des Abends waren FINSTERFORST am Start. Stilecht mit einem knorrigen Ast als Mikroständer und Baumstümpfen als Dekoration standen die sieben wackeren Mannen auf der Bühne der KTS, so dass man wirklich den Eindruck bekam, dass die Jungs direkt aus einem finsteren Wald herausgekrochen waren.

Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Schon beim ersten Song hauten der Schlagzeuger und die Gitarristen in ihre Instrumente, dass es krachte. Währenddessen grölte der Sänger tief und kehlig ins Mikro und fing wie der Rest der Band wild zu bangen an, wovon sich auch bald die meisten Fans anstecken ließen.

Für die folkige und melodiöse Untermalung sorgte neben dem Keyborder auch ein Akkordeonspieler, der sein Instrument virtouos und mit Meisterhand bis ans Äußerste bearbeitete.

Das bescherte der Band natürlich einen begeisterten Applaus von Seiten der Fans, die sich bis kurz vor der Bühne drängten. Beim nächsten Song gingen die Gitarren, der Bass und die treibenden Schlagzeugpassagen voll ins Ohr, die immer wieder mit ruhigeren Parts abwechselten, aber das Akkordeon war und blieb das akustische Highlight von FINSTERFORST.

Das nächste Lied „Traumwald“ drosch und kesselte wider Erwarten gleich mit schnellem aggressivem Takt und brachialer Melodie voll rein. Aber dann nahm der Sänger eine Gitarre zur Hand und gab ein langsames und gefühlvolles Zwischenspiel zum Besten, bevor die Gitarren und das Akkordeon wieder heftig und wild losfetzten, dass man nur noch tanzen und schunkeln wollte.

FINSTERFORST wussten aber auch rockig angehauchte und modern klingende Passagen mit ultraschnellen Schlagzeugparts, stimmungsvollen Gitarrenintros und wummerndem Bass zu spielen und so die gute Stimmung im Publikum anzuheizen.

Der Sänger, dessen Stimme man trotz allem immer gut hören und verstehen konnte, animierte das Publikum mit kämpferischen Gesten und Posen, seine Haare im Takt der Musik immer schneller zu schütteln und auf und ab zu hüpfen. Doch leider blieb der gute Mann trotz eines schwarzen BHs, der irgendwann einmal auf die Bühne flog, und lautstarker „Ausziehen“-Rufe von zahlreichen weiblichen Fans gänzlich bekleidet.

Beim letzten Lied „Das Dunkle aller Welten“, gaben die Jungs nach einem Gitarren- und Akkordeonintro noch einmal alles. Und weil es so schön war und die Fans tosend applaudierten und zahlreiche Cornuto-Zeichen in die Höhe streckten, spielten FINSTERFORST zur Begeisterung aller noch eine Zugabe.

 

ZATOKREV (Doom Metal)



ZATOKREV

Hinter dem Namen ZATOKREV vermutet man eher ein Strafgefangenlager im tiefsten Sibirien. Doch in diesem Fall handelte es sich um eine Gruppe Musiker aus Basel, die es an diesem Abend schafften, das Publikum auch noch nach dem furiosen Auftritt der ASSORTED NAILS als krönender Abschluss mit heftigstem Doom Metal zu begeistern.

Schon gleich zu Anfang legten die Jungs hart und basslastig los und brachten das Publikum zum Bangen. Der Sänger, der auch Gitarre spielte und dabei stimmlich von einem der anderen Gitarristen unterstützt wurde, growlte und röhrte im eher langsamen aber sehr eingängigen Takt der Musik, die fast schon psychedelisch wirkte.

Peitschende Schlagzeugpassagen und ein tief wummernder und heftiger Bass, der voll ins Ohr und ins Blut der Zuhörer ging, ließen die Atmosphäre vor Energie fast platzen.

Von Zeit zu Zeit steigerte sich das Tempo des Taktes und wurde aggressiver, aber es herrschte zu jedem Augenblick immer eine perfekt abgestimmte Harmonie der einzelnen Instrumente untereinander, was dem Metalherzen keine Wünsche offen ließ.

Der Sänger röhrte charismatisch und hingebungsvoll zum rauen kratzigen Sound der Musik ins Mikro und schrie und kreischte und schnitt passend zur Musik schmerzgequälte Grimassen. Er stand auch von Zeit zu Zeit mit dem Rücken zu den Fans, was der ganzen Darbietung eine sehr individuelle und interessante Note verlieh.

Sowohl eher ruhige Basssolos als auch krachende und scheppernde Schlagzeugparts, die sich zeitweilig mit durchaus melodiösen Gitarrenpassagen mischten, ließen die Fans ihre Haare im Takt schütteln und ihre Körper wie in Trance hin und her wippen.

Interessant bei ZATOKREV war auch, dass es zwischen den einzelnen Songs keine Pausen in dem Sinn gab, sondern der Bass und teilweise auch die Gitarren praktisch die ganze Dauer des Auftritts über gnadenlos durchgespielt wurden.

Es gab also in bester Doom-Manier kein Entrinnen für die Ohren der Fans und auch nicht für die Augen des weiblichen Publikums, als einer der Gitarristen sein T-Shirt auszog und seinen mit lauter Tätowierungen bedeckten Oberkörper präsentierte.

Gegen ZATOKREV ist definitiv kein Kraut gewachsen, denn der fette Bass und der rohe krachende Sound bohren sich tief ins Ohr und sind auf jeden Fall nicht nur für eingefleischte Doom-Anhänger wärmstens zu empfehlen.

 

 

Ludmilla Sommerbrezel (ludmilla.sommerbrezel@regiomusik.de)

 

30.01.2007 

Bildergalerie: THE DAY THE DEAD WALKED VII, KTS Freiburg, 27.01.07

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