19.03.2011  Freiburg

Gesehen: Trombone Shorty im Jazzhaus



Trombone Shorty

Der Kurze an der Posaune ist ein begnadeter Entertainer und Posaunist. Das wurde gleich zu Anfang klar. Trombone Shorty wurde in New Orleans geboren und schlürfte Jazz quasi mit der Muttermilch ein ist heiß begehrt zur Zeit, das Haus war voll und bereit für die Party. Mit entsprechenden Druck fegte diese Musik durchs Gewölbe, liess Tanzen. Funky und knackig umspielt rotzt, rast sprüht und glänzt Shortys Posaune. Diesem Instrument entlockte Shorty eine tolle urtümliche Wucht und phantastische Farbvielfalt, liess es krachen und wispern, das hat man vielleicht bei Joe Bowie das letzte mal so sexy gehört Heavy Funk der sich immer wieder mit schwer verzerrten Stromgitarrensoli schmückte und mit herrlich frischem Druck aufspielte - “your havin fun“ ? Die Frage schien rhetorisch, verwandelte die Band das Jazzhaus doch in eine Meer wippender Köpfe und zuckender Knie, zum Tanzen war es fast zu eng.

 

Shorty spielte aber nicht nur Posaune, sondern zeigte sich auch als heißer Trompeter und Sänger, hat etliche Stimmen zur Verfügung mit denen er ganze Konversationen mit sich selbst führt, kann klingen wie Curtis Mayfield,bluesig grundiert. Immer wieder driftete das in Ska, behängte sich mit Heavy Metal Sounds und der Schlagzeuger war mit durchsichtiger Plastewand gefasst, schlicht damit von den anderen auch was zu hören blieb.

 

Party,die Hütte tobte. Die fast milchbärtig junge Truppe funkte präzise und der Meister im Zentrum gab viel Raum die individuellen Stimmen an Gitarre und Saxofon zur Geltung kommen zu lassen,was sich als kleine Kostbarkeit zeigte, besonders dieses virtuose Sax öffnete die Möglichkeiten des Jazz,auch jenseits vom Tanz. Der Schlagzeugberseker zerlegte seine Trommeln fast, groovte erdig und gab mit einem straight und treibenden Bass den phatten Background für die drei hellen Stimmen vorne. Wahwah und Heavy, Soul und New Orleans mischten sich frei und kochten im Tanz lecker auf, ein Hauch Polka,ein Ahnung Ska, hier und dort ein Zitat. Ebenso frei griff Shorty in die Kiste der Ahnen, gibt kurz J.B.`s Dominanz-Gestik, hebt ab in den Soulhimmel und mosht und bangt zwischen drinn. Das dickste Tribut aber gab es für New Orleans und den Jazz, den Blues, I went down to „St. James Infarmy“ und die Musiker fühlten sich sichtlich wohl in Opas Fummel, alle,zum Mitsingen. Ein schmachtsüsses „to beautyfull“ ließ ein bisschen atmen.“On the sunny side of the street“ wurde als Hommage an Louis Armstrong interpretiert, wieder ein „Klassiker“ des Jazz, der gab Shorty die Möglichkeit zu scatten und augen-zwinkernde Grüße an einen der Götter zu senden, und alle swingten mit, quer durch die Generationen die auch alle da waren.von 17 bis 70. So wie die Genres verschmolzen auf der Basis des Jazznenners, in der Hitze des Funk, so erobert dieser Sound Hüften und Herzen einer begeisterten Hörerschaft, jenseits aller Kategorien. Ein weltweiter Stern war zu hören, der die Hitze des Sommers schon mal schmecken ließ,und wenn man wissen will was auf der Posaune alles geht - Shorty hören!

 

 

 

Trombone Shorty & Orleans Avenue - St. James Infirmary - Salmon Arm's Roots & Blues Festival








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