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Wie jedes Jahr räumen die Veranstalter des Zelt-Musik-Festivals dem Swing einen ganzen Abend im Zirkuszelt ein. Die “Night of the Gipsies“ hat einen festen Platz im Linup des ZMF und wie an diesem Abend zu hören war auch zurecht. Mit drei Vertretern des Gypsy Swings wurde den Zuhörern ein toller Konzertabend beschert. Mit dem Andreas Varady Trio, dem Café Royal Salonorchester aus Hamburg und Vano Bamberger & Band wurde für den Abend die richtige Mischung aus Newcomern und bekannten Größen gefunden.
Den Anfang machte das Andreas Varady Trio. Andreas Varady, gerade mal 14 Jahre alt gehört wohl zu den wo die Bezeichnung Wunderkind wirklich zutrifft. Mit 4 Jahren begann Andreas Varady das Gitarrenspiel durch seinen Vater und gehört nunmehr zu den hoffnungsvollsten und erstaunlichsten Talenten der heutigen Jazzszene. Es ist nicht nur die reine Fingerfertigkeit dieses Teenagers die erstaunt sondern vor allem die Prägnanz und Tiefe seines Spiels sowie das unglaubliche Timing welches er mitbringt. Mit einer Leichtigkeit zu denen wohl nur Teenager fähig sind werden die großen des Jazz interpretiert, sowie eigene Stücke präsentiert, dabei ist das Solospiel des jungen Ausnahmekünstlers nie effekthaschend sondern einfach ungeheuer stilistischer. Mit dabei der nicht minder talentierte David Hodek (ebenfalls erst 14 Jahre) der am Schlagzeug eine Spielfreude entwickelt die wunderbar zum Spiel von Andreas Varady passt. Hier hört man auch die Vorbilder heraus die auch mal aus dem Jazz heraus treten und für ein neues Hörvergnügen sorgen. Andreas Varady wird als angehöriger der Sinti immer gleich mit Gypsymusik in Zusammenhang gebracht liebt auch Django Reinhard (den er auch gerne spielt) spielt aber nach eigenem Bekunden lieber Jazz. So hört man bei ihm Elemente aus Rock, Blues und Funk die völlig natürlich mit ein fließen und von einem wirklich tiefen Verständnis der Musik zeugen. Getragen und zusammen gehalten wird das ganze von dem einzigen nicht Teenager in diesem Trio dem Vater Ondrej "Bandi" Varady am Bass. Hier wachsen zwei ganz großer der zukünftigen Jazzszene heran und man kann gespannt sein und sich auch schon mal daran erfreuen.
![]() Café Royal Salonorchester |
Mit dem Café Royal Salonorchester aus Hamburg betraten danach wie es der Name es auch schon ausdrückt Vertreter der traditionellen Gypsymusik die Bühne. Das Zigeunerensemble der Familie Weiss die mit drei Generationen auf einer Bühne stehen, hat sich ganz und gar der Musik von Django Reinhard und dem Hot Club de France verschrieben. Hier wird auf höchstem Niveau Zigeunerswing, Ungarischer Czardas und die Cafehausmusik der zwanziger Jahre zelebriert. Wunderbar melancholisch das Saxophon von Gako Weiss im Zusammenspiel mit der Violine von Bummel Weiss dem Sohn des berühmten Kesa Weiss. Hervorragend auch der Bass gespielt von Gerd Bauder und die Gitarre von Clemens Rating der auch Komponist und Manager des Ensembles ist. Musikalisch getragen wird das ganze aber von Baro Gako Weiss am Akkordeon der wie kein anderer unauffällig im Hintergrund die Fäden zieht. Höchst präzise und sehr virtuos präsentiert das Café Royal Salonorchester einen Querschnitt aus der Blütezeit der Cafehausmusik und Django Reinhards Werk.
![]() Vano Bamberger |
Als dritte Band betraten Vano Bamberger & Band die Bühne des ZMF. Bereits 2009 gastierte das eingespielte Quintett beim ZMF und konnte die Swing begeisterten Zuhörer verzaubern. Auch an diesem Abend bekamen die Zuhörer virtuos vorgetragene Gypsymusik vom feinsten zu hören. Hier scheint der geniale Django Reinhard weiter zu leben und zu atmen. Klassiker wie “Djangologie“ oder das für jeden Gitarristen herausfordernde “Rhythmus Future“ werden mit einer sondergleichen Leichtigkeit zelebriert. Weitere Klassiker von z.B. Cole Porter reihen sich ein in traditionellere Stücke und entführen den Zuhörer in eine eigene Welt der Hochkultur des Gitarrenspiels. Der Stab wird hier in der Familie weiter gegeben den Donani Bamberger der Sohn von Vano Bamberger übernimmt in vielen Teilen die Sologitarre. Bestechende Passagen in denen Vater und Sohn unisono auch schwerste Läufe präzise zusammen spielen. Nicht unerwähnt sollte hier die Klarinette von Jerry Senfluk bleiben die frei über dem Rhythmusfundament von Kontrabassistin Lindy Huppertsberg und Rhythmusgitarrist Terrangi Bamberger schwebt. Am Schluss kommt dann noch einmal Andreas Varady auf die Bühne dazu und sorgt für einen tollen Abschluss der Night of the Gipsies. Bleibt zu hoffen das die Veranstalter weiter an diesem Konzertabend festhalten den solche Konzerte sieht man leider viel zu selten.












