18.05.2010 Freiburg
Gesehen: Mössinger NY Ouartett
![]() Jazzskizze |
Der ganz große Flügel war gegangen , Stille im Konzertraum des Schützen der eine gute Intimität bietet , „ familiar “ , ähnlich dem legendären village vanguard .downtown N.Y . Johannes Mössinger , Initiator des Jazzkongreß setzt sich an den Flügel um sein NY Quartett hören zu lassen - mit und ohne Regeln , so der Titel des neuen Albums , sowie des heutigen abends . Zart hebt das Piano an , Mössinger Spiel : glitzernde Perlenketten - präzise rast die Rechte , während die Linke falkengleich lauernd über den Tasten schwebt , in ebensolcher Freiheit Akzente tupft . Von Beginn an Schmelzen die einzelnen Instrumente ins Kollektiv . Carl Latham an den drums zeigt sich hellwach , gibt und nimmt AKzente , setzt mit leichten schlag strukturierende beats und ecken und bleibt dabei stets diskret , feuert hier und kitzelt da, keine drei Takte bleiben gleich , feinnervig reagiert er auf die Bewegungen der Spieler . Der Mann tanzte sitzend den abend durch .!! Kevin Jones am Bass pulst ohne Nachlaß , immer vorne , zieht und pumpt , Joel Frahm am sax mit großem Atem vom mystischen Mundstückhorn bis zum reißenden Ton verwickelt sich mit dem Pianisten öfters zum filigranen Zwiegespräch . Die Band als „ Bande “wurde hör und sichtbar ! Die vier gehen gemeinsam durch dynamische Landschaften , verbeißen sich alle zusammen jäh in ein paar überkochende Takte ,die Mössinger aus der Improvisation heraus verdichtet und mit dem Schlagzeuger zu kleinen Figuren formt , schlendern weiter und atmen aus . - beinahe greifbar wurde der Körper eines Jazztigers aus Baden / NewYork . Die Arbeit des Pianisten als Regisseur war getragen von dieser spürbaren gemeinsamen Spannung , gespielt wurden die Kompositionen Johannes Mössingers .: „ rules -no rules “ - die songs erstaunen immer wieder durch eine fast popige Melodieschönheit die Mössinger mit schöner Einfachheit aus dem hardboprasen leuchten läßt , in edlem cantabile steigen sie aus dem singenden Flügel - kurz tänzelt die Diva Melodie im spotlight , bereiten die Spieler dem Sologesang eines feinkultivierten Anschlags den dunklen , diskreten Hintergrund - und schon sind sie wieder alle miteinander verknäuelt - die herrliche Hitze löste sich in vereinzeltem Gezucke einiger Publikumsköpfe – diese besondere Intensität des Jazz , diese tänzelnde Nervosität , dieser überbordende Aggregatzustand der gemeinsamen Improvisation , der immer wieder überraschende Figuren blitzschnell entstehen läßt , getragen von der gemeinsamen Offenheit - gespannt auf ein ent stehenlassen hin , neugierig auf die Gestalten die da kommen werden : jetzt ! Hier ! Yeahh !hier köchelte ein aüßerst fruchtbares Gebräu .
Joel Frahm , der Saxofonist bezeichnete dieses „ andere “ , diesen „Körper “ des unplanbaren der zwischen den improvisierenden Musikern entsteht als den eigentlichen Kern des Jazz - um den sich alles dreht und gab noch eine kurze Skizze mit . s.o. Diese dritte neue Qualität , die je neu und einmalig entsteht , die Hörer und Musiker gemeinsam zu Zeugen eben dieses Momentanen macht war an diesem abend aus schönste gegenwärtig !!
Wir waren Zeuge .Dank an das Mössinger NY Quartett.




