15.09.2011 Freiburg
Gesehen : Fred Wesley and The New J.B im Jazzhaus
![]() Fred Wesley |
Houseparty! - ob die kam war nicht gewiss, teilbestuhlt erwartete die nicht mehr all zu junge Hörerschaft das Erscheinen einer Legende: Fred Wesley,einer der großen Propheten des Funk an der Seite des göttlichen James Brown, eines seiner heißen Hörner, genauer Posaune. Gemeinsam mit Maceo Parker und Pee Wee Ellis legten die drei „horny horns“ wie sie sich später auch nannten den brodelnden, rasiermesserscharfen Teppich für die Ekstasen des J.B. Unendlich oft gesampelt, unübertroffen. Kaum legt die 8 köpfige Bande los springt ein Grinsen durch ihre Reihen, funk macht Spaß, offensichtlich, die Unisonosätze scharf und sexy wie jeh. Während die Bestuhlten sich noch in oratorischer Ruhe wähnen, fangen die Knie hier und da schon an zu zucken.
Fred himself tanzt auf der Bühne und lässt sich nicht lumpen : „ we funk your ass off!“ Das leicht aufgeraute , warme Timbre seiner Posaune ist unverkennbar, sein Ton war schon damals einer der weicheren im Kreise der J.B.s. Die Bläsersätze sitzen tight wie ein catsuit über den schönen Hüften des groove, ein Geschmack der 70 er weht durchs Haus. Gutgelaunte funkateers um ihn rum, eine Gitarre von lakonischer Knappheit und coolster Gelassenheit – arschfunky, ein virtuoser Berseker an den Drums, eine gleißend leidenschaftliche Trompete, hot. Gespielt werden auch die Songs der alten Weggefährten, von PeeWee Ellis z.B., der Bassist demonstriert auch mal die härteren Gangarten des Funk, lässt die Finger in Slapgewittern rasen – Jubel.
Fred lässt seinen Jungs viel Raum, besonders der Trompete, die schier zu platzen schien vor Energie. Wesley selbst zeigt sich als Meister subtilster Grooverückungen und scharfer Phrasierungen. Auch Neues kam zu Ohren-peacepower etwa,mit schönen Melodielinien und Pianosolo. Drummer und Gitarrist schienen ihre eigenen Fans zu haben.Zwischen dem zuckenden Funk zeigte die Band auch Stücke mit Filmschnittcharakter – aus einem lässigen Swing kippen sie unvermittelt in trockenste Grooves , cut,weiter mit illustrativen Stimmungsbildern, cut,zurück zum puren Tanz....Immer wieder zeigt sich der Sound auch im entspannten Tempo, ohne im geringsten an Hitze zu verlieren, funk muss nicht schnell sein um sexy zu sein, Sex muss auch nicht schnell sein um funky zu sein. Die körperliche Hitze des Groove entsteht aus der Vertracktheit und Präzision des inneren Gefüges, da darf der äußere Rahmen ruhig „laid back „sein. Auch die Wurzeln des Blues wurden bedacht und ausgiebig gefüllt und gefühlt. Dann fing Fred an zu erzählen- spoken poetry- und langsam begann die Dekonstruktion der Stuhlreihen. Jetzt kamen all die Klassiker die den Ruhm des Fred Wesley begründen. „pass the peas „ zum Bsp....“than papa came home and was drunken too..“
Songs tief aus der Geschichte des pop, tausendmal gesampelt – hier und jetzt war das Original zu erleben und hatte sichtlich Spaß dabei, keinerlei Abnutzungs- oder Ermüdungserscheinungen waren zu hören. Alle hatten eine funky good time und der Geist des großen J.B. schwebte durchs Gewölbe. Fred steuerte junglige scat Gesänge ein. Da tobte die Hütte – die Party war da. Sie hörten auf, als es am schönsten war,mitten im Rausch der Party - um wiederzukommen, der tanzenden Menge den letzten kick zu geben, zückten sie endlich : „houseparty“, Freds Beitrag zum Olymp des funk da stand kein Stuhl mehr,quer durch die Generationen zuckten die Körper -houseparty – der funk hat gesiegt, thanx fred!




