21.07.2010  Freiburg

Gesehen: Diknu Schneeberger beim ZMF 2010


Wie jedes Jahr reservieren die Veranstalter des ZMF einen Abend der Gipsy-Musik. Bereits letztes Jahr konnte mit Joscho Stephan (wir berichteten : www.regiomusik.de/gesehen-fanfare-ciocarlia-und-joscho-stephan-beim-zmf-2009.html ) ein Ausnahmekünstler verpflichtet werden der in Gitarrenkreisen seine breiten Spuren hinterlassen hat.

 

Auch in diesem Jahr ist Alexander Heisler mit der Verpflichtung des 20 Jährigen Diknu Schneeberger ein weiteres Highlight des ZMF gelungen. Der in Deutschland noch wenig bekannte Österreicher sorgte an diesem Abend zusammen im Trio mit seinem Vater und seinem ehemaligen Gitarrenleher für ein wahrhaft unvergessliches Konzerterlebnis.

 

Begeisterte Zuschauer die gefangen waren von der Filigrantechnik eines zurückhaltenden jungen Mannes, der Django Reihnhard, Santana und Duke Ellington interpretiert als sei das so einfach wie Barfuß laufen.

 

Begonnen hatte der Abend mit den leider etwas unter Zeitdruck stehenden Schmitto Kling & der Hot Club de Zigan (Vielleicht wäre nur 2 Gruppen für diesen Abend auch ausreichend gewesen). Mit unverfälschtem ursprünglichen Gypsysound stimmten Schmitto Kling & der Hot Club de Zigan das Publikum auf den Abend ein. Schmitto Kling der bereits vor 20 Jahren in Freiburg gespielt hat war sichtlich erfreut mal wieder in Freiburg Station zu machen und übergab für ein Lied symbolisch die Fakel an seinen Sohn für ein Geigensolo. Die familiäre Atmosphäre wurde dann mit dem Auftritt von Diknu Schneeberger weiter fort geführt.

 

Mit seinem Vater Joschi Schneeberger am Bass und seinem ehemaligen Gitarrenlehrer Martin Spitzer begann das Trio ihren rasanten Gypsy Swing zu spielen und der Zuhörer fand sich angesichts der Virtuosität und rhythmische Präzision des jungen Hans Koller Preisträgers von 2006 gefesselt auf ihren Sitzen wieder.

 

Aber nicht bloß die Virtuosität, seine Fingerfertigkeit und die Hochgeschwindigkeit an der Gitarre ist es was den Zuhörer bannt sondern auch das ganz besonderes Gefühl für Melodik und den richtigen Ton macht die Live Performance des Diknu Schneeberger zu einem Erlebnis.

 

Duke Ellingtons Carvan wird in Hochgeschwindigkeit gespielt ohne hin gefetzt oder runter gespielt zu wirken. Der Ton dringt bis in den letzten Winkel des Zeltes. Santanas Moonflower wird gefühlvoll in Gypsy Swing interpretiert. Es finden sich fast alle Klassiker und Hymnen von Django Reinhardt wieder und der große Übervater des Gypsy Swings hätte bei diesen Interpretationen sicher seine Helle Freude gehabt. Einzelne Eigenkompositionen des Vaters werden zum besten gegeben und man sieht das dieser zu recht stolz auf seinen Sohn ist.

 

Unglaublich welche Bescheidenheit dieser Hochleistungssportler an der Gitarre an den Tag legt. Sichtlich gerührt und bewegt von der Begeisterung des Publikums bedankt sich Diknu Schneeberger artig und muss leider ohne weitere Zugabe von der Bühne da noch die Gipsy Cimbalom Band um Kálmán Balogh auf ihren Auftritt wartet.

Nach solch einem Konzert möchte ich nicht auftreten müssen, den zu toppen war an diesem Abend nichts mehr. Auch nicht durch den Cimbalom Magier aus Budapest.

Fürs nächste jahr bitte wieder Diknu Schneeberger vielleicht mit Joscho Stephan zusammen das käme einem Titanentreffen gleich. Das absolute Highlight des diesjährigen ZMF.

 





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