13.04.2011  Freiburg

Gesehen : Al Di Meola und Peo Alfonsi im Jazzhaus



Al Di Meola

Einer der Grossmeister der Gitarrenkunst spielte im rappelvollen Jazzhaus, heiss erwartet,wärmstens empfangen: Al Di Meola. Begleitet wurde er vom melancholisch zarten Sarden Peo Alfonsi,der an den Lippen bzw. Fingern des Meisters hing, Zuspieler und Verfolger, sanfte Resonanz und flauschiger Teppich,ein wunderbar feinfühliger Begleiter, der grooves vorausahnt,Tempo und Dynamikmodulationen in Echtzeit versteht,doch kein Kein kontra gibt, nirgends. Es spielte der Meister, der zeigte sich in fast milder Stimmung und hielt seine prasselnd markante Virtuosität zunächst im Zaum. Die beiden akustischen Gitarren transportierten sommerhelle mediterrane Stimmungen, im stolzen Schreiten des Tango, in Astor Piazzollas zeitlos schönen Stücken,in feiner kammermusikalisch differenzierter Fülle und warmen Klängen. Di Meolas explosive Staccatoläufe sind Naturereigniss wie jeh, ganz knapp reißen sie die Stimmung feurig an, gleich dem jähen Knallen eines Flamencoschritts, um dann weiter dem erfindungsreich mäanderndem Fluss zu folgen. Wunderschön gelassen arkadische Räume passierten die beiden, steigerten sich in heisse Intensitätskurven. Die Trockenheit und herbe Direktheit Meolas Tons dominiert den Klang noch wenn er ganz zurück ins piano geht, dabei tut es der Musik gut, wenn Alfonsi Raum kriegt , sie weitet sich, atmet aus - . Selten leider entstand da ein interplay auf Augenhöhe. Alfonsi schien auch kein großes Interesse daran zu haben, das Kunstwollen lag bei Al Di Meola. Die gemeinsame Virtuosität und Spielfreude ließ filigrane Polyphonie und temparamentvolle Rhytmik hören, südliche Charaktere. Mangels eines greifbar markanten spielerischen Contrapunkts driftete das phasenweise in eine Art Al Di Meolas Al Di Meola. Zeitgenössische Weltmusik, so nennt das der Meister selbst. Di Meola verfügt über ein präzises inneres Metrum, das gibt ihm neben der melodiösen Vielfältigkeit und harmonischen Weite eine rhythmische Freiheit die vertrackten komplexen Improvisationen öffnet ohne den tanzenden Faden des groove zu verlieren. Das klang manchmal nach mehr als bloß zwei Gitarren.

 

Der Job des Superstars ist nicht unanstrengend, Meola macht das seit Jahrzehnten, seit den 70ern,seit seinen persönlichen 20 ern. Er erzählte von den Weiten Sibiriens, musikalisch schöpferischen Busfahrten, songs deren Entstehungsgeschichten sich um den Globus spannen, den Marotten der Amerikaner und war vielleicht ein wenig übermüdet, demonstrierte zumindest wie man ein Zugabe spielt, ohne Aufzustehen. Beim „mediteranean sundance“ brandete der Jubel nach wenigen Tönen, kraftvoll und strahlend, ein tolles Gitarrenduo war zu hören, Weltklassegitarren, gefühlte 10 Grad wärmer der ohnehin sommernah laue Abend.

 

 








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