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16.09.2015  Luzern

Museums-Check 2015: Verkehrshaus Luzern



Museums-Check

Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern direkt am Vierwaldstättersee ist das vielseitigste Verkehrs- und Kommunikationsmuseum Europas und das meistbesuchte Museum der Schweiz. Es ist im Prinzip in vier Gebäude aufgeteilt, die Automobilien, der Luftfahrt, der Schifffahrt und dem Schienenverkehr gewidmet sind.

 

Bereits vor dem Eingang beeindruckt eine überdimensionale Scheibe, die an unweigerlich an ein Ufo erinnert. Es handelt sich dabei um den Tunelbohrkopf „Sissi“, mit dem vor 5 Jahren der längste Eisenbahntunell der Welt durch den Gotthard geschlagen worden ist.

 

In der Halle des Schienenverkehrs kann nicht nur die letzte größte Schweizer Dampflokomotive „Elefant“ bestaunt werden, sondern auch eine Modelleisenbahn der Gotthard-Nordrampe zwischen Erstfeld und Wassen. Mit einer Gleislänge von 350 Metern und einer Grundfläche von 13 mal 5,60 Meter bietet sie zahlreiche Details zum Bestaunen. Anhand der Anlage lässt sich auch leicht nachvollziehen, warum man auf der Strecke vom Zug aus drei Mal die Kirche von Wassen sehen kann – eine Tatsache, die der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger bereits vor Jahrzenten in seinem Sketch „Im Zug“ humorvoll beschrieb. Ebenfalls ist die bekannte Güterzuglok „Krokodil“ in der Halle des Schienenverkehrs zu sehen. Bei einer Vorführung erfährt man die Funktionsweise einer Dampflok – ein Experte zeigt deren Innenleben während des Betriebs.

 

Die Halle Straßenverkehr beheimatet ein Hochregallager mit über 80 Fahrzeugen aus verschiedenen Zeitepochen. Beim interaktiven Autotheater können die Zuschauer ihr Lieblingsfahrzeug wählen, dass dann aus dem Hochregallager geholt und mit Hintergründen zu seiner Entstehung und Technik präsentiert wird. Außerdem kann man hautnah einen Crashtext bei einer Geschwindigkeit von vergleichsweise geringen 10 km/h, der zweifelsohne einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

 

 



Museums-Check

In der Halle Schifffahrt findet man nicht nur ein Schiffsschleusenmodell, sondern auch eine funktionierende Maschinenanlage des Dampfschiffs Pilatus sowie das Nautirama, wo man sich auf eine 20-minütige Zeitreise mit Licht und Ton durch die Geschichte der Schifffahrt und des Tourismus begeben kann. Das U-Boot „Mesoscaph“ ist das erste und größte je für den Tourismus gebaute Unterseeboot der Welt und kann direkt neben dem Gebäude besichtigt werden. Ein weiteres Highlight ist die Swissarena, eine begehbare Luftaufnahme der kompletten Schweiz, die mit Schweizer Filzpantoffeln betreten werden kann. Der sogenannte Tourismusflipper, bei dem man eine Kugel auf ihrem Weg durch die Schweiz verfolgen kann, begeistert nicht nur Kinder. In einem weiteren Bereich erfährt man Interessantes über Seilbahnen.

 

In der Halle Luftfahrt dreht sich alles um den Traum vom Fliegen. Ob historische Flugzeuge, Düsenjet, Helikopter oder Gleitschirm – hier finden Sie alles. Beim Nachbau des Lilienthal-Gleiters kann man seine Fähigkeiten zum anstrengenden Steuern durch Gewichtbalance austesten. Auch dem Thema Luft- und Raumfahrt sind einige Exponate gewidmet.

 

Bis zum 18. Oktober ist noch die Sonderausstellung „Wasser bewegt“ am Laufen. Dabei werden auf einem aufgebauten Wasserbecken zahlreiche Aktivitäten - auch für Kinder – angeboten, die von Kanu und Kajak fahren bis zum stehenden Paddeln auf einem Surfbrett oder zum Schaufelrad-Hand-Paddler-Fahren reichen.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Wasserballlaufen, wobei man sich in einem mit Luft gefüllten Gummiball über das Wasser bewegen kann.

 

Das Verkehrshaus Luzern bietet zahlreiche Ausstellungsstücke zum Staunen, aber auch vielseitige auf Familien und Kinder ausgerichtete Aktivitäten, um selbst mitzumachen. Somit kann man gut und gern einen Tag in den Hallen verbringen ohne dass Langeweile aufkommt. Für diejenigen, für die es noch etwas mehr sein darf, beherbergt das Verkehrshaus zusätzlich ein 3D-Filmtheater mit der größten Leinwand der Schweiz, ein Planetarium und das Sogenannte „Chocolate Adventure“, wo man bei einer anregenden Fahrt Wissenswertes über Entdeckung, Herkunft, Herstellung und Transport von Schokolade erfahren kann. Diese Angebote kosten doch neben dem Museumspreis zusätzlich Eintritt. Weitere Informationen unter www.verkehrshaus.ch

 

Heiko Trefzger

 


















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