31.08.2010 Allentown
Gehört:Jasmine - Keith Jarrett und Charlie Haden
![]() Jasmine |
Vor über dreißig Jahren spielten die beiden das erste mal zusammen, Jarrett entwickelte mit Haden on the side die Idee des Trios weiter ,welches dann in anderer Besetzung Maßstäbe setzte. Beide sind Stars und Legenden, erfahreneExperimentatoren und Grenzgänger, Neuerer auf ihren Instrumenten, für beide ist das schon eine Weile her. Der Zufall führte sie wieder zusammen und nach einer spontanen session spielten sie wieder miteinander. Alle Klippen Gipfel und Abhänge von Avantgarde und free gehören zu den Erzählungen dieser stilprägenden Musiker, hier will kein Kanon mehr erweitert werden , wollen keine Dogmen zerlegt werden man ist ganz bei sich, noch tiefer beugen sich die Herren über ihre Instrumente, noch näher und feiner sind sie den Timbres und Stimmungen auf den Fersen die die Wege der Improvisation öffnen - inniglich!! Das schmeckt tatsächlich nach Jasmin, ein tete a tete mit warmen weichen Händen. Bei all dieser zarten Aufmerksamkeit glaubt man Jarrett sofort, daß sie jedesmal was Neues entdecken wenn sie spielen.
So spielen sie ganz befreit von den Klischees in schönstem cantabile. Das ist so nah , das kann ganz leise sein - und einfach. In Hadens erdig - ruhigem Spiel ist eine Souveränität hörbar die viel weiter geht als die Rolle des Bassisten vermuten läßt, die Entwicklung der Melodie, die sich öffnenden Harmoniefelder, all das ist stets bewußt und öffnet Jarrett die Möglichkeiten konzentrierter Lakonie und Dichte auch in ganz „einfachen“ Linien. Das Ergebnis dieser Kombination von Zurückhaltung und Hingabe zu zweit ist eine Musik von betörender Schönheit die ganz ruhig daherkommt, alle blendende bravour und glitzernde Rasanz weit hinter sich läßt und die eigene Schönheit in liebesliedhafter Zärtlichkeit öffnet, ganz dem Gefühl folgend, ganz der Schönheit hingegeben.




