17.05.2011  BERLIN

Gehört : Telebossa - Bossa Nova transcendental



Telebossa (Picture by Lucy Mc Kenzie)

O grosse Sanfmut brasilianischer Männerstimmen, lakonische Sehnsucht. Im verwandt schwebend beschwingtem Geist machte einst der BossaNova seine Runde um den Globus,erregte zum ersten mal ein weltumspannendes Fieber der Begeisterung, Pop im Urzustand war das, knapp vor einem halben Jahrhundert. Die sachte Zärtlichkeit der Stimme Chico Melos lässt jeden Genrediskurs hinter sich, ist geradeaus und sanft in einem. „Telebossa “aus dem Studio beige klingt nervös,von feinnerviger Empfindsamkeit getragen und gleichzeitig unendlich entspannt. Das Cello Nicholas Bussmanns gibt der Stimme einen wunderbaren Partner, grundiert sonor und umspielt elegant. Dieses Cello kann funky treiben und elegisch kreisen, hier und da klingt ein Hauch Schostakowitch, eine Prise Schubert und eine gute Portion J.B., so creolisieren sich die beiden Stimmen schmelzend zum neuen Tanz – Telebossa.

 

Konzentriert auf die beiden Stimmen von Cello und Gesang öffnet sich die Scheibe mit avanciertem Swing, verlorene, tropfende Einzeltöne stellen den weiten Raum dazu her. Surreale Landschaften entstehen zwischen einem einzelnen Hunderuf im Off , leisen Wasserklängen und Obertongezirpe ,da beginnt das Cello scharf und einfach zu swingen,Melos Stimme schwebt drüber,tänzerisch und

dann wieder melancholisch polyphon verbandelt - ein außergewöhnliches Duett von exotischer

Schönheit.

 

Weiter, in singenden,minimalistischen Bewegungen das Cello, drüber eine brasilianische Ahnung der Gitarre. Eine spielerisch pendelnde Melodie entfaltet sich in großer Gelassenheit, ein wenig wie Aufwachen, in melancholischer leggiarezza, ein warmes Lächeln über den Fragmenten einer Natur/Kulturkollision im Hintergrund, im Ton nah an der kehlkopfkippenden Stimme. Etwas traumartiges liegt in der Stimme Chico Melos, viel Sehnsucht doch kein Schmacht oder Klebriges, -abgehoben. Die federnd leichte Lust der südamerikanischen Klassiker von Noel Rosa zu Luis Bittencourt wird von zwei Eigenkompositionen gerundet, die dem zerebralen Reigen dieses 21.Jahrhundert -Bossas Akzente geben. Der „falsche Raum“ Nicolas Bussmanns ist bestimmt von einer swingend minimalen Cellofigur die sich leicht steigernd in ein Thema dreht, dazu ein subtilpräzise Snare, Klänge, welche an diese typischen engen brasilianischen Harmoniefolgen erinnern, dabei bleibt das Cellos straight auf der Figur. Im Spiel mit Gitarre dann südamerikanisch polyphon. Im „Samba do Buddista“ Chico Melos verbinden sich spirituelle Weite und körperliche Lust des Tanzes – Tibet meets Copacabana,ganz tiefe Töne grundieren den Metabossa, ozeanische Gelassenheit entsteht, vollständig entschleunigt.

 

Die Scheibe, erschienen bei „Staubgold“, erreicht ihren Höhepunkt liebestrunken - „amoroso“

steigert sich ganz langsam, ein wunderschönes Crescendo später, wieder und wieder. Vorsichtig

fängt es zu tanzen an, dabei ist Kammermusik zu hören,“ernste“ Streicherklänge, auch. Oder erinnert sich des Tanzes, durchscheinend durch Melos`Melos, auf einem abgründigen Bass, im sich erhitzenden Kreisel des Cellos round and round ins Ekstatische.

 

„Telebossa“

Chico Mello Gesang.

Hanno Leichtmann Percussion,

Werner Dafeldecker Doublebass

Nicholas Bussmann Cello

 

 

 


Telebossa debut album on staubgold by Nicholas Bussmann







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