21.09.2010 Chicago
Gehört: Gil Scott Heron - I´m new here
![]() Gil Scott Heron |
Adamsapfelgründe, Kehlkopfräume, Stimmbandschluchten deep soul - Gil Scott – Heron! Ein„ godfather „ des Rap, Pionier des spoken-word Gesangs , Rapper vor dem Rap,hat Anfang des Jahres mal wieder was auf Vinyl gebracht, toll wenn Legenden leben.
Es gibt ein charakteristisches rubato, einen göttlichen flow in dieser Stimme der unvergleichlich bleibt, tief in den Sedimentschichten eingegrabenen ist über denen sich die Wasser von Rap und Soul türmen. Zartester Seelenschmerz und wilde Weltwut verschmelzen da. Viel braucht es also nicht an musikantischem Beiwerk, um diese Stimme zum tragen zu bringen, ein paar akustische Gitarrenklänge, ein wenig Fuß und Handgeklapper und schon brennt das phantastische Geknarze des G.S.H. Lichterloh.
An den Songs hat sich in den letzten dreißig Jahren kaum was geändert, warum auch – mit dem prophetisch visionären Song „The revolution will not be televised „ hat sich GSH ohnehin tief ins Stammhirn des popmusikalischen Gedächtnisses gegraben, und einer inzwischen durchkommerzialisierten Popkultur einen ewigen Stachel ins Fleisch getrieben – was soll man dazu für ein Vvideo drehen?? So was muß einfach immer nur wieder gesagt werden !!Gut, daß der Meister noch unter uns ist und auch noch Konzerte gibt.
Der entsprechende Groove dazu war der Funk , und ist es auch heute, sexy wie immer. Eine Erotik der Erinnerung auch , die an einen nahezu verlorengegangen Zusammenhang zwischen musikalisch geäußerter Haltung und politischer Stellungsnahme denkt - da war doch mal was, wie Kritik, Aufbegehren, Einmischung....in einer Zeit in der Popstars zusammen mit Automodellen auf Ttour gehen bietet G.S.H. In schönster Prägnanz und wunderbarem Flow einen fast schon atavistischen Zugang zur Musik- hey der wollte was verändern, da gibt es was zu sagen. Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Anhören und an die Revolution denken – wie Medizin für das Alzheimer-Gedächtnis der Popkultur.




