Regiomusik das Musikportal: Benjamin Clementine - At Least For Now


02.02.2015  BERLIN

Benjamin Clementine - At Least For Now



Benjamin Clementine - At Least For Now

“One day this boy will be fine… Better watch out now / That day might be today.” Mit diesem Satz beginnt der erste Track (“Winston Churchill’s Boy”) auf Benjamin Clementines Debütalbum. Und tatsächlich könnte heute der Tag sein, der einem der herausragendsten Sänger, den Großbritannien in jüngster Zeit hervorgebracht hat, den endgültigen Durchbruch beschert.

 

Großbritanniens früherer Premierminister Churchill versprach in einer legendären Ansprache an die Nation seinem Volk einst “Blut, Schweiß und Tränen”. Und wenn man sich „At Least For Now“ anhört, wird offensichtlich, dass auch für die Songs auf Benjamin Clementines Debüt, die sich um starke Emotionen wie Wut, Hoffnung, Leid, Ehrgeiz oder Ekstase drehen, erst mal eine Menge Blut, Schweiß und Tränen fließen mussten.

 

Es sind diese starken Emotionen und die schweren Erfahrungen seiner Jugend, die Benjamin Clementines erstes Album beherrschen und für den Zuhörer zu einem so intensiven Erlebnis machen. Bei seinen Live-Auftritten sowie auf den beiden EPs „Cornerstone“ und „Glorious You“ konnte der Engländer mit ghanaischen Wurzeln sein Talent und die emotionale Intensität seiner Songs bereits während der letzten zwei Jahre unter Beweis stellen. Sein künstlerisches Konzept besteht in einer entwaffnenden Offenheit und dem Drang, sich seinem Publikum in seiner ganz eigenen musikalischen Sprache mitzuteilen. Dieser Drang spiegelt sich auch darin wieder, dass Benjamin Clementine bei den Aufnahmen zu seinem Debüt die Produktion selbst in die Hand nahm. Unterstützung erhielt er dabei von Jonathan Quarmby, der seinerzeit schon das erste Album von Finley Quaye produzierte.

 

Was für ein Mensch steht hinter den Melodien und der Melancholie, die sie ausdrücken, und die uns berührt? Welcher andere Sänger traut sich den akrobatischen Akt zu, zwischen Zartheit und ungezügelter Animalität hin und her zu schwingen? Diese zerbrochenen und wieder zusammen gesetzten Waltzer-Stücke, die impulsiven Balladen und die Selbstdarstellung, die Clementine soweit auf die Spitze treibt, dass man sich zuweilen in eine hoch dramatische Oper versetzt fühlt, erinnern an Satie, Screamin’ Jay Hawkins, Cohen, Gershwin, Nina Simone oder Léo. Doch am Ende bleibt der Eindruck, es hier mit einem großartigen 25 Jahre alten Künstler zu tun zu haben, dessen Leben sich radikal änderte, als er den Ärmelkanal überquerte.

 

Vor fünf Jahren machte sich Benjamin Clementine mit einem One-Way-Ticket auf den Weg nach Paris, um in der französischen Metropole sein Glück zu versuchen, weil er in seiner Geburtsstadt London keine Zukunft für sich sah. 1988 in Crystal Palace geboren, verbrachte er seine Kindheit im Süden Londons, bevor seine Familie nach Edmonton, eine trostlose Gegend nördlich der Themse, zog.

 

Obwohl die ersten Monate in Paris alles andere als leicht für ihn waren, verlor Benjamin nie den Glauben an sich. Seinen Lebensunterhalt verdiente er damit, in der Métro Coversongs auf der Gitarre zu spielen. Eine Erfahrung, die sich für seine späteren Performances auf der Bühne als durchaus hilfreich erweisen sollte.

Außerdem entdeckte er französische Chansoniers wie Brel, Ferré und Aznavour für sich, deren Texte ihn inspirierten und dazu ermutigten, seine eigenen Gefühle in der Musik auszudrücken. Eines Tages wurde Benjamin, während er seine Coversongs in der U-Bahn spielte, schließlich von Produzenten entdeckt, die sich allerdings noch viel begeisterter zeigten, als er seine eigene Musik und seine eigenen Texte präsentierte. Texte über gebrochene Herzen und familiäre Konflikte, die ihm während seiner einsamen Spaziergänge durch die Stadt in den Sinn gekommen waren. Die schweren Zeiten hatten sich am Ende bezahlt gemacht.

 

Wo auch immer Benjamin Clementine seitdem auftritt, begeistert er das Publikum, das ihm bereitwillig auf seiner Suche nach innerer Selbsterkenntnis begleitet. Ob in der Show von Jools Holland auf BBC2 TV im Oktober 2013, bei einer Burberry oder im Grand Journal auf dem französischen Sender Canal+ TV im September 2014; während seiner Performance beim Aire Libre auf dem Rennes Transmusicales Festival; bei lange im Vornherein ausverkauften Club-Shows in Paris (La Cigale), London (Koko, Emmanuel Centre) oder im restlichen Europa (zum Beispiel im Paradiso in Amsterdam, uva.); oder während verschiedener Festival-Auftritte im Laufe des Sommers.

 

Quelle: Community Promotion

 










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