Nachgefragt: Amaree, 11.07.2007


Am 1. Juni wurde das erste Album der Londoner Sängerin AMAREE veröffentlicht. Es ist wirklich ein zeitloses Werk für alle Freunde des rockigen Souls und großer Stimmen geworden. Grund genug um der Künstlerin ein paar Fragen zu stellen. Nina Schütz von Regiomusik hat für uns nachgefragt.

 

 

 

RM: Dein erstes Album ist gerade veröffentlicht worden. Bist du mit deiner Arbeit zufrieden oder fühlst du dich jetzt ein bisschen leer, weil du so viele Erwartungen hattest und so viel von dir in diese Platte gesteckt hast?

 

AMAREE: Ich bin wirklich sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, mein Album zu machen. Es ist ein bisschen, wie den Mount Everest zu besteigen, es hat Jahre gedauert, es fertig zu stellen. Ich wusste, dass ich sehr viel von mir selber in das Album stecken musste, sonst wäre es dem Hörer eventuell nicht möglich gewesen, mit mir zu fühlen, also habe ich wirklich mein ganzes Herzblut hineingesteckt. Ich habe außerdem versucht, nicht so viele Erwartungen zu haben, weil so viel in diesem Geschäft mit Glück zusammenhängt und nicht mit der wirklichen Stärke der Musik. Ich hoffe sehr, dass meine Musik den Weg durch die Musikindustrie zum Hörer finden wird.

 

RM: Eine Menge Songs deines Albums sind sehr persönlich. Ist Songwriting ein Weg, deine Probleme zu verarbeiten oder ist es für dich "nur" Musik-machen?

 

AMAREE: Ich denke, dass ich als Songwriterin Situationen verarbeite, die Andere nachvollziehen können. Manchmal sind das persönliche Erfahrungen, manchmal aber auch Beobachtungen, die ich mache. Ich würde nicht sagen, dass Songs zu schreiben mir wirklich hilft, meine Probleme zu verarbeiten. Aber es ist mit Sicherheit ein guter Weg sie sich von der Seele zu schaffen.

 


RM: Hast du "große" Vorbilder, die dich und deinen Musikstil besonders beeinflusst haben? Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

 

AMAREE: Es gibt sehr viele Musiker, die ich sehr mag. Ich liebe Musiker wie Bill Withers, Lenny Kravitz, Carol King, Aretha Franklin, Gladis Knight,... ich könnte die Liste hier endllos weiter führen. Ich mag einfach diese Old School Sachen, vieles was aus den 70ern kommt, was etwas ungeschliffen ist und trotzdem richtig gut.

Meine Musik würde ich als "Rocky Soul" beschreiben. Sie beinhaltet soulige Melodien mit einer großen Live Band und vielen Gitarren. Dadurch bekommt sie einen weniger geschliffenen, eher rauen Charakter.

 

RM: Du hast dein Album in Hamburg aufgenommen. Hast du die Zeit in Deutschland genossen und vielleicht auch etwas mehr von der Stadt als das Tonstudio von innen gesehen? Was hat dir an Hamburg am Besten gefallen?

 

AMAREE: Ich habe meine Zeit in Deutschland sehr genossen. Ich habe nicht das große Sightseeing-Programm durchgezogen. Am meisten war ich den Kneipen (ich finde die langen Öffnungszeiten hier echt klasse!) und in Clubs, meistens um auf Konzerte zu gehen. Es gibt in Hamburg eine tolle Live-Musikszene. Ich würde sagen, dass neben der schönen Stadt die Menschen dort mit am Tollsten waren. Ich habe wirklich coole Leute kennen gelernt.

 

RM: Was hat es dir bedeutet, im Ausland zu arbeiten? Warst du mehr bei der Sache, weil deine Familie und Freunde nicht da waren?

 

AMAREE: Ich denke, wenn man nicht zu Hause arbeitet, kann es entweder passieren, dass du konzentrierter bist, weil es weniger emotionale Ablenkungen gibt, oder aber du unkonzentriert bist, weil du Hemweh hast. Mir persönlich hat es geholfen, im Ausland zu sein, denn ich war jeden Tag von Menschen, die wie ich sind, umgeben. Menschen, die einfach gute Musik machen wollten. Hier in London gibt es einen großen Konkurrenzkampf, ich renne rum wie eine Verrückte. Ich denke, solange ich nicht zu Hause bin, ist es einfacher für mich kreativ zu arbeiten und alles andere abzuschalten.

 

RM: Ein Hauptthema in deinen Songs ist definitv die Liebe. Ist Liebe für dich die essentielle Sache im Leben?

 

AMAREE: Ich denke Liebe ist für jeden essentiell - sowohl lieben als auch geliebt werden. Aber ich versuche alle Seiten der Liebe zu zeigen, nicht bloß die positive "Küsschen hier Küsschen da" Seite. Auch die Auf und Abs und den Aufruhr, den die Liebe mit sich bringen kann.

 

RM: Was sind deine nächsten Ziele in der Zukunft? Wann wirst du mit deinem Album auf Tour gehen?

 

AMAREE: Ich möchte, dass dieses Album von so vielen Musikliebhabern wie möglich gehört wird. Außerdem sind wir dabei einige Live Shows zu organisieren. Meine Band und ich werden frühestens beim Hamburger Reeper Bahn Festival live zu sehen sein. Für aktuelle Informationen guckt ihr aber am Besten auf meiner Homepage www.amaree.com nach.