06.09.2006
Nachgefragt: KATHARSIS (Progressive Darkmetal)
Interview: KATHARSIS (Progressive Darkmetal)
KATHARSIS aus Bühl zelebrieren progressiven Dark Metal, d.h. harte Gitarrenklänge, symphonische Keyboards und melancholische Akustikpassagen. Ihre erste EP namens "Kaleidoscope (2005)" ist bei Presse und Fans weltweit auf positive Kritik gestoßen (Demo des Monats im franz. Metalfachblatt "Metallian"). REGIOMUSIK unterhielt sich mit der Band und fragte nach.
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REGIOMUSIK: Eure EP konnte mich überzeugen. Was dürfen wir denn in Zukunft von euch erwarten?
Wir sind im Moment dabei neue Lieder zu schreiben und wollen demnächst ins Studio gehen um diese aufzunehmen. Da wir zur Zeit keinen festen Sänger haben ist dies aber im Moment nicht möglich. Bei den nächsten Konzerten hilft uns ein Freund aus, Malte Bartz von der Band SCUM, welcher auch schon im Waldsee hinter dem Mikro stand. Mit der kommenden Aufnahme wollen wir dann erstmals an Labels treten. Musikalisch werden die neuen Stücke großteils härter, komplexer und symphonischer werden als auf unserer EP ohne jedoch die melancholische Seite zu vernachlässigen.
REGIOMUSIK: Euer EP-Cover stellt zwei Seiten dar: eine lebendige Seite und eine etwas düstere Seite. Was steckt dahinter? Wie kamt ihr auf die Idee ein geteiltes Cover zu machen?
Das Konzept stammt von einem Freund und mir. Es bezieht sich auf den Stil unserer Musik. Die blaue bzw. dunkle Seite spiegelt die düstere, härtere Seite unserer Musik wieder, wohingegen die helle Seite die melancholische bzw. ruhigere Seite der Band wiedergibt. Auch das Kaleidoskop, welches metaphorisch für Vielseitigkeit steht, soll die verschiedenen Facetten unserer Musik repräsentieren.
REGIOMUSIK: Der Song "Inner Demons" kommt sehr gut rüber auf CD. Was steckt hinter dem Song? Hat er eine tiefergehende Bedeutung?
Da es bei der Pressung eine Verwechslung gab bin ich nicht sicher welchen Song du meinst, da der 2.Song auf der CD "Inner Demons" ist, aber als "Everything's Gone" aufgeführt wird. Ich werde daher kurz die beiden letzten Songs erklären. Bei "Inner Demons", dem 2. Stück, geht es um die Inneren Dämonen, die ein jeder Mensch hat. Nennen wir es den inneren Schweinehund, der eines jeden Ängste kennt und der einen verführen will, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, bzw. Dinge zu tun, die allgemein als negativ angesehen werden. Diese Stimmen wenden sich vor allem an Menschen mit einer schwachen Persönlichkeit, da es einfacher ist sie zu beeinflussen. Der Gesangspart unserer Sängerin ist aus der Sicht dieser Dämonen geschrieben und ihre "süße" Stimme soll diese Verführung verdeutlichen.Im letzen Song "Everything's Gone" geht es um die Verblendung der Menschheit, die aufgrund religiösen Wahnsinns einen Atomkrieg heraufbeschwören. Es zeigt ein Schreckensszenario, den atomaren Winter.
REGIOMUSIK: Es geht das Gerücht auf verschiedenen Seiten um, dass euer Sänger und Drummer anscheinend aussteigen wollen. Was ist da dran?
Nun ja, wir haben uns in gegenseitigem Einverständnis vor 3 Wochen von unserem ehemaligen Sänger Kai von Szadkowski aufgrund der Entfernung getrennt. Unser derzeitiger Schlagzeuger hat nicht die Absicht uns zu verlassen, er ist zu 100%dabei.
REGIOMUSIK: Wie oft probt ihr denn in einer Woche oder pro Monat?
Wir proben zwei Mal die Woche und versuchen vor Auftritten öfter zu proben wenn es möglich ist. Da wir alle an unterschiedlichen Orten studieren bzw. arbeiten ist das bei 6 Leuten aber manchmal schwierig. Es bleibt meistens nur das Wochenende übrig. Aber jeder von uns übt zu Hause für sich.
REGIOMUSIK: Was bedeutet euch eure Musik?
Da kann ich nur für mich sprechen. Unsere Musik bedeutet mir sehr viel, es ist mehr als ein Hobby, ich kann mit ihr meinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Im Endeffekt bestimmt sie mein Leben, da ich mich mit ihr selbst verwirklichen kann. Aber durch Gespräche mit meinen Bandmitgliedern bin ich mir sicher dass es ihnen ähnlich geht.
REGIOMUSIK: Was ist euch bei Plattenproduktionen wichtig?
Nun ja, das wichtigste ist natürlich der Sound. Die Platte muss krachen, es muss jedes Instrument differenziert, aber kraftvoll hörbar sein. Dann natürlich der Preis, da man als Student ohne Plattendeal kein Vermögen ausgeben kann. Und die Arbeitsatmosphäre im Studio mit der Produzent muss angenehm und dennoch professionell sein. All das hatten wir in den Iguanastudios Freiburg wo wir unsere EP "Kaleidoscope" aufgenommen haben.
REGIOMUSIK: Wie fühlt ihr euch, wenn ihr live auftreten müsst?
Zunächst sind wir alle doch etwas aufgeregt, vor allem die Zeit bevor man die Bühne betritt ist für mich manchmal wirklich wie in Zeitlupe. Aber sobald wir die Bühne betreten, übernimmt die Freude am Spielen und wir versuchen alles zu geben. Das fällt vor allem dann leicht, wenn das Publikum mitmacht. Aber es gibt nichts Schöneres als live zu spielen.
REGIOMUSIK: Wie habt ihr euch gefunden und wie fing alles an?
Wir waren zunächst eine Coverband, was mir aber zu wenig war, also beschloss ich eigene Stücke zu schreiben. Im Winter 04 einigten wir uns darauf die Band KATHARSIS zu nennen, suchten nach einem Keyboarder, den wir in Björn Friedmann fanden und nahmen im Juni 05 die EP, damals noch im alten Line up, auf. Musikalisch war es durch unseren ehemaligen Sänger etwas mehr Gothic-beeinflusst. . Kurz darauf trennten wir uns von unserem
Sänger/Rhytmusgitarristen und unserem Schlagzeuger aufgrund persönlicher und musikalischer Differenzen. Es dauerte ein halbes Jahr bis wir Ersatz fanden, was uns quasi auf Null zurückwarf. Über das Internet stießen wir auf Kai von Szadkowski, der sich als Sänger bewarb und im März wurde das Line up durch Simon Fuß(ehemaliger D-Zybel Drummer) komplettiert. Wie gesagt werden die Vocals zur Zeit von einem Freund der Band übernommen, der seine Arbeit fantastisch macht, bedenkt man die zwei Wochen Zeit die er zur Verfügung hatte die Songs zu lernen.
REGIOMUSIK: Besteht eure Band schon immer in dieser Besetzung?
Wie oben geschrieben besteht sie nicht mehr in der ursprünglichen Besetzung.
REGIOMUSIK: Alice, was bedeutet dir KATHARSIS?
Die Band bedeutet mir sowohl musikalisch als auch persönlich sehr viel.
Musikalisch vor allem deshalb, weil ich nicht Musik vortrage die irgendjemand
geschrieben hat, sondern wir selbst. Außerdem mag ich Musik, die mir einen
musikalischen Horizont öffnet, da Metal im Allgemeinen bisher nicht zu meinem Interessen gehört hat. Persönlich liegt mir mittlerweile an der Band sehr viel, weil wir alle gute Freunde geworden sind und ich bei Konzerten viele Gleichgesinnte treffe. Das sind einige der Gründe warum ich KATHARSIS einen Großteil meiner Freizeit widme.
REGIOMUSIK: Alice, du hast im Waldsee einen sehr kurzen Auftritt gehabt, was schade ist. Dürfen wir da noch mehr von dir erwarten in Zukunft?
Ich werde in Zukunft definitiv weiterhin singen und bei manchen Stücken auch vermehrt, jedoch haben wir nicht vor Katharsis zu einem NIGHTWISH- oder ähnlichen Klon zu machen. Es wird Lieder geben, bei denen ich eine Hauptrolle einnehme, aber auch Stücke bei denen ich wenig bis gar nicht vertreten bin. Wir haben kein festes Konzept für die Gesangsverteilung, es muss dem Lied dienlich sein.
REGIOMUSIK: Alice, wie lange hast du geübt um so eine gute Stimme zu kriegen?
Ich habe nun seit 4 Jahren klassischen Gesangsunterricht und singe auch nebenher bei vielen anderen Anlässen wie Konzerten, Hochzeiten etc. Wichtig ist mir beim Gesang aber, dass es mir soviel Spaß macht, dass ich mir nicht unbedingt eine regelmäßige Verpflichtung zum Üben auferlege, sondern dass ich mehr oder weniger dann singe wenn mir danach ist. Das kann mal einen halben Tag lang sein oder auch mal zwei Tage nicht. Da ich klassischen Gesang aber auch gerne studieren möchte, gehe ich trotzdem konsequent vor.
REGIOMUSIK: Wofür steht KATHARSIS?
Ich kam auf den Namen Katharsis, da die Katharsis die seelische Reinigung darstellt. Für mich stellt die Musik ein Abbild meiner Gefühle bzw. Seele dar, und in dem ich bzw. wir Lieder schreiben verleihen wir unserer Seele Ausdruck und "reinigen" sie. Es gibt ein Sprichwort das heißt "Musik ist die Sprache der Seele" und besser kann man es unserer Meinung nach nicht ausdrücken.
REGIOMUSIK: Wie hat euch euer Auftritt am Waldsee gefallen?
Es war einer der besten Auftritte die wir bisher hatten. Angefangen vom Catering, welches vorzüglich war, über die Abwicklung des Konzerts und den Sound war es toll. Wir waren mit uns sowohl musikalisch wie mit unserer Show vollauf zufrieden, was aber auch an dem Publikum lag, welches super mitgemacht hat. Die Resonanz, die wir während und nach dem Konzert erhalten haben war fantastisch.Wir wollen uns noch einmal bei allen bedanken, die da waren und uns unterstützt haben zu so später Stunde, bei den Bands die mit uns gespielt haben und natürlich bei Regiomusik für die Möglichkeit im Waldsee zu spielen. Wir hoffen, dass es nicht das letzte Konzert mit euch war. Vielen Dank von uns, ich hoffe wir sehen uns auf einem unserer nächsten Konzerte wieder und besucht uns auf unserer Homepage .
Dan(dan@regiomusik.de)
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