12/10 2007

Nachgefragt: Sandra Nasic


Sie war jahrelang Frontfrau der erfolgreichsten deutschen Rockband, der Guano Apes, und startet jetzt nach fast dreijähriger Pause mit ihrem neuen Soloalbum "The Signal" voll durch. Sandra Nasic stand Regiomusik Rede und Antwort und sprach offen über die Arbeit an ihrem Album, Songwriting und ihr neues Leben in Berlin.

 

REGIOMUSIK: Dein erstes Soloalbum ist jetzt veröffentlicht, wie fühlt sich das an? Bist du auf diese Platte besonders stolz?

Sandra Nasic: Ja sicher. Es war auf jeden Fall eine Menge Arbeit, und hat viel Spaß gemacht. Deswegen ist wenn man sich das so zurechtlegt schon ein tolles Gefühl, das Album endlich in den Händen halten zu können.

 

RM: Wie würdest du die doch recht facettenreichen musikalischen Einflüsse auf "The Signal" in einem Satz zusammenfassen?

Sandra Nasic: Keine Ahnung. Also ich hab meine Musik intuitiv gemacht. Das ist einfach das, was so aus mir rauskommt. Ich hab nicht wirklich darüber nachgedacht, wie der nächste Song jetzt klingen soll, sondern ich hab einfach drauflos geschrieben.

 

RM: War es befreiend für dich, nur für dich selbst verantwortlich zu sein und nicht die Meinung der ganzen anderen Bandmitglieder einholen zu müssen?

Sanda Nasic: Ja, es ist auf jeden Fall ein ganz anderes arbeiten als mit einer Band. Mit einer Band ist es natürlich teilweise viel einfacher und schneller Songs zu schreiben, weil jeder gleichzeitig sein Instrument beherrscht. Und wenn man alleine Songs schreibt, schreibt man auch ganz anders, als wenn man mit einer Band zusammen schreibt. Das ist eben typisch Songwritermäßig. Zum Beispiel habe ich viele Songs, die auch viel einfacher klingen. Die Arrangements sind nicht so vertrackt wie früher, sondern wesentlich einfacher. Und so habe ich was den Gesang betrift natürlich viele Möglichkeiten gehabt Sachen auszuprobieren und mich zu entfalten. Also es ist schon ein ganz anderes arbeiten, aber ich hab es sehr genossen.

 

RM: Auf deinem Album du auf manchen Songs das erste Mal selber Gitarre, Bass und Keyboard, hast du dich früher bei den Guana Apes auch schon instrumental am Songwriting beteiligt?

Sandra Nasic: Ja, natürlich klar. Ich hab zwar nie auf der Bühne Gitarre gespielt, aber wir haben ja Songs in einer typischen Bandsituation geschrieben. Das heißt während des Jammings im Proberaum. Und da hat halt jeder seinen Teil zu beigetragen. Ich mit meinen Melodien und Gesängen. Und wenn ich einen Vorschlag hatte habe ich ihn halt meistens gesungen und dann hat man über Parts und Teile diskutiert und ausprobiert. Aber wirklich ein Instrument bei den Guano Apes habe ich natürlich so nicht gespielt. Warum auch, die anderen konnten das sehr viel besser. (Sandra lacht)

 

RM: War es eine große Umstellung für dich die Songs komplett selbst zu schreiben oder war das einfach?

Sandra Nasic: Nee, es war auf jeden Fall eine Herausforderung. Also ich habe denke ich ein musikalisches Ohr und dieses Songwriting war natürlich eigentlich komplett Neuland weil ich ja nie wirklich ein Instrument gelernt habe. Ich konnte ein bisschen was auf einer Gitarre spielen und hab mich dann eben an die Instrumente gesetzt und gesehen, dass das ziemlich gut geht. Der erste Song war dann auch gleich "The name of my baby" und da reichen eben auch wirklich die Akkorde, da muss man kein Virtuose an der Gitarre oder am Bass sein. Und deshalb bin ich auch wirklich happy. So werde ich denke ich auch weiterarbeiten. Was aber nicht heißt, dass ich in Zukunft nicht mit anderen Leuten zusammenarbeite, das habe ich ja auch auf der Platte getan.

 

RM: Du bist inzwischen von Göttingen nach Berlin gezogen. Wirkt sich der Hauptstadtflair auch auf dein künstlerisches Schaffen aus?

Sandra Nasic: Also diese Stadt gibt einem auf jeden Fall dieses Geühl ein Mensch von drei Millionen zu sein. Und das ist irgendwie total schön für mich. Es interesssiert hier irgendwie niemanden wer du bist und was du machst. Dein Umfeld natürlich schon, aber eigentlich bist du einer von vielen. Das macht eben diese Masse aus. Und das finde ich total herrlich. Man kann hier einfach anonym sein und wenn man will, kann man auch alles machen. Es ist einfach diese Größe, die einem ganz gut tut, glaube ich.

 

RM: Was gefällt dir denn an Berlin am Besten?

Sandra Nasic: Ja wie gesagt die Kultur. Hier ist einfach ein Schmelztiegel von allem. Hier gibt es so viel Musik und es kommen auch so viele Leute aus dem Ausland hierher, für eine kurze Zeit zwar meistens, aber da ist dieser Austausch von kreativen Leuten. Und ja, die Stadt lebt einfach. Oder wie Herr Wowereit sagt: Die Stadt ist arm aber sexy. (Sandra lacht wieder herzlich)

 

RM: Wann wird man dich wieder live auf der Bühne erleben dürfen?

Sandra Nasic: Ich probe jetzt gerade mit der Band für die kommenden Konzerte, für die momentan noch keine Termine stehen. Ich fixiere aber Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres an. Die genauen Termine werden dann rechtzeitig auch auf meiner Homepage www.sandranasic.de bekannt gegeben. Ansonsten hab ich noch nicht genau geplant, was passieren wird. Ich bin niemand, der auf fünf bis zehn Jahre hinaus plant. Ich bin eine Bauchentscheiderin.

 

RM: Wir danken dir für das nette Interview!

 

Mehr Infos und Songs ihres neuen Albums hier

 

 

5 Kommentare
Annie
17.10.2007 15:16
sandra ist so toll. genau wie ihr album!!!
ich bin so froh, dass sie wieder da ist, wie auch der rest der fans...!
dankeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!! big greenbig greenbig greenbig greenbig greenbig greenbig greenbig green
Juli
20.10.2007 04:06
love your voice!!
welcome in Russia!
LuLu
20.10.2007 12:42
Endlich....wir haben so lange gewartet und wir freuen uns total das es dir auch gut geht...mit sandra wollen wir noch viel spaß haben und super mukke hörn..=)
noname
30.12.2007 23:10
ich find ihr album überhaupt nicht gut, es ist nicht besonderes... schade eigentlich, die guano apes waren einmalig, die größten und geilsten überhaupt, aber dass sandra jetzt sowas macht ist so enttäuschent
Portugal
12.08.2009 15:51
Guano Apes tour 2009 !!!! espero bem que voltem a fazer um album!! o album da Sandra esta longe de ter a qualidade dos cd´s dos Apes, axo muita pena que estiveram separados!!!!
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Nina Nachtigal
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