Regiomusik das Musikportal: Nachgefragt: Daimons aus Berlin


09.08.2013  BERLIN

Nachgefragt: Daimons aus Berlin



Daimons

Ihre musikalische Basis begründet sich im Hip Hop mit deutschen Texten. Dieser wird durch Spielereien und Ausflüge in Genres wie Jazz, Soul, Swing, Bossa Nova, Rock oder Reggae, schnell in klangliche Gesamtkunstwerke verwandelt, die längst in keine Schublade mehr passen. Da alle Instrumente per Hand eingespielt werden, gleichen Aufnahmen eher einer Jam-Session und auch live auf der Bühne geht es nicht immer streng nach Noten. Hier findet sich eine Gruppe von Individuen mit den unterschiedlichsten Wurzeln und musikalischen Einflüssen zusammen und kreiert somit einen einzigartigen Sound.

 

Jana: Hallo Daimons, wie geht es euch heute?

 

Daimons: Wunderbar, ganz wunderbar.

 

Jana: Am 09. August wird eure Single „Feiern“ veröffentlicht. Seid ihr schon aufgeregt?

 

Daimons: Absolut. Wir sind sehr gespannt was passiert, wenn unser Song in die Ohren und Köpfe der Menschen dringt. Im besten Fall beginnen ihre Körper sich automatisch zu bewegen ;-)

 

Jana: Die Single ist bereits im Album „Berliner Portraits“ von 2012 drauf. Warum veröffentlicht ihr das Video dazu erst in diesem Jahr?

 

Daimons: as Album wollten wir unbedingt veröffentlichen bevor unser Sohn im Januar zur Welt kam. Wir wollten das musikalische Baby noch vor dem echten Baby zur Welt bringen. Das Video zur Single „feiern“ ist ein absolutes Schmuckstück geworden. Die Red One Kamera und der südafrikanische Regisseur Christian McCallum haben da wunderbar harmonisiert. Mit der Video-Premiere wollten wir bis zum Sommer warten, wenn das Feeling draußen auf den Straßen zum Song passt. Das Video ist eine Mischung aus Kurzfilm und Musikvideo geworden. Es macht einfach viel Spaß mit verschiedenen kreativen Köpfen an so einem Projekt wie den Daimons zusammen zu arbeiten.

 

Jana: Im Song geht es um lange und durchtanzte Party Nächte. Geht ihr selbst gerne „feiern“?

 

Daimons: Oh ja, natürlich. Wenn wir „feiern“ gehen, brechen wir aus aus den Mustern des Alltags aus. Wir lösen uns durch ein oder zwei Drinks die verspannten Schultern und wagen mit Freunden zusammen, zumindest für diese eine Nacht, ein Abenteuer. Die Stadt ist dazu der perfekte Ort. Man kann sich durch die Straßen die treiben lassen. Das nächste Taxi, die nächste Bar sind nie weit entfernt.

 

Jana: Stephanie und Constantin, ihr seid privat ein Paar. Wie ist es für euch wenn ihr auch beruflich zusammen arbeitet?

 

Daimons: Eher schwierig, hehe. Da wird schon mal mit Gift gespritzt. Jeder versucht dem anderen eine unangenehme Organisationsaufgabe zu zuschanzen, mit allen Tricks und teils auch unfairen Mitteln. Als Künstler sind wir beide ziemliche Diven, aber tatsächlich ist es musikalisch gar kein Problem zu harmonisieren, da passt es einfach. Und genau deshalb haben wir die Band ja gegründet um gemeinsam Live Musik zu machen. Wir müssen also einfach nur aufpassen, dass Organisationskram und Live-Musizieren sich die Waage halten. Kleine Streits untereinander sind wir gewohnt, die gehören eben zu einer Beziehung dazu.

 

Jana: Fällt es euch schwer privates und berufliches zu trennen?

 

Daimons: Ja. Die Grenzen zwischen Beruf und Privatem sind momentan fließend. Im einen Moment spricht man über den Einkauf und über den richtigen Bio Baby Brei für unseren Kleinen. Im nächsten Moment kann wieder einer der Musiker nicht zur Probe kommen, weil er arbeiten muss. Es geht ja nicht allein um uns, wir sind eine ziemlich große Band, da multipliziert sich das Chaos. Eigentlich bin ich ein Pedant. Zum Glück bin ich auch Miles Davis Fan und der hatte eben den Schlüssel zum Paradise auf Erden gefunden, es heißt: stay cool.

 

Jana: Eure Band besteht aus neun Mitgliedern. Ist es schwer sich bei so vielen Meinungen zu einigen?

 

Daimons: Neun Musiker sind nicht viel, der nigerianische Jazzmusiker Fela Kuti hatte eine Band mit zeitweise 50 Menschen. Viele Menschen führen zu viel Feuer, viel Herz, viel Soul, genau so mögen wir es. Wir sind ein ziemlicher Hippie Haufen, manchmal werden in der Band Rufe nach Ordnung und Führung laut, im nächsten Moment will wieder jeder mitreden - man muss dem Chaos Raum geben. Wir sind ja keine Firma die immer denn gleichen Gegenstand produzieren soll, tote Gestände und tote Musik gibt es genug. Wir leben, streiten, schwitzen und machen Sex sowie unsere Musik.

 

Jana: Was ist im Moment euer Lieblingssong?

 

Daimons: Unser Song "feiern" passt sehr gut zur Jahreszeit. Da heißt es: „mit dem Taxi durch die Nacht“. Für laue Sommerabende genau das Richtige. Der Winter kommt früh genug wieder, jetzt wird erst einmal die jazzige Stadtstimmung genossen. Was andere Künstler angeht, höre ich in den letzten Tagen den Song „ready or not“ von den „Fugees“ wieder ziemlich gerne. Irgendwie passt die Melancholie des Songs auch gut zur aktuellen Lage in der Welt.

 

Jana: In welcher Stadt bzw. Land würdet ihr noch gerne auftreten?

 

Daimons: Hamburg war immer ein Traum. Und der wird am 19. September im Cotton Club Hamburg nun auch wahr. Und sonst würden wir gerne mal auf einem afrikanischen Open Air Festival mit viel Bongo Getrommel und ekstatischem Getanze spielen.

 

Jana: Vielen Dank für eure Zeit. Die letzten Worte gehören euch...

 

Daimons: Danke für das Interview. Wie sagte der Moderator der berühmten amerikanischen TV Serie „Soultrain“ Don Cornelius noch gleich? Ahhhh: Peace. Love & Soul. Eure Daimons

 

 

 








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