Regiomusik das Musikportal: Nachgefragt: Fundetta - Inspiriert von den Verrücktesten aller Irren



14.05.2010  BERLIN

Nachgefragt: Fundetta - Inspiriert von den Verrücktesten aller Irren



Fundetta

Seit 2009 startet das Berliner Duo Fundetta durch: Binnen kurzer Zeit entstand das erste Album „Liebe, Tod und Sünde“, inzwischen hat auch schon ein Label an die Tür von Suse und Detta geklopft. Im Gespräch erzählen sie von ihren frech-frivolen Texten, ihren Vorbildern und Zielen und machen deutlich, was ihr Schaffen besonders auszeichnet: künstlerische Individualität und eine große Priese Verrücktheit.

 

Darkstar Promotion: Ihr macht seit 14 Jahren in unterschiedlichen Formationen zusammen Musik. Was gab 2009 den Anstoß, Fundetta zu gründen?

 

Suse: Irgendwann hast du, wenn du sozusagen dein Leben lang musizierst, einfach keinen Bock mehr auf Coverbands. Sicher, damit wird natürlich regelmäßig Geld verdient und es ist viel einfacher, auftreten zu können, solange du die breite Masse damit beglückst. Aber jeder Künstler möchte sich letztendlich selbst verwirklichen. Im Grunde genommen versuchten wir uns schon eine ganze Weile in etwas Eigenem, fanden jedoch ewig nicht das passende Konzept. Außerdem planten wir, so ein Programm lediglich zu zweit auf die Beine zu stellen, ohne weiteren Musikern ihre Freizeit stehlen zu wollen. Je mehr Leute, desto komplizierter funktioniert leider eine Band.

Detta kaufte voriges Jahr auf einmal wie ein Besessener lauter Synthesizer und Keyboards und verschwand den ganzen Sommer über im Wintergarten unter extrem heißen, oder sagen wir lieber hitzigen, Bedingungen. Und so ist es eben passiert mit Fundetta und dem, was Fundetta ausmacht. :)

 

Darkstar Promotion: Wusstet ihr von Anfang an, in welchem Genre ihr euch ansiedeln würdet?

 

Suse: Nein, nicht im Geringsten. Es kam alles einfach so aus der Seele und dementsprechend aus den Instrumenten heraus. Ohne dass Detta da an Vorbilder dachte, die er hätte nachäffen wollen. Erst als alles fertig war, machten wir uns darüber Gedanken, was das nun eigentlich darstellen soll.

 

Darkstar Promotion: Ihr bezeichnet euren Stil als "Indietronic". Was steckt dahinter?

 

Fundetta: Das war die Idee von Google! :) Wir hatten lange nach einer Schublade gesucht, in die man Fundetta nun verfrachten könnte... Dieses Wort ist eben das, was Wikipedia über diese seltsame Stilistik, die wir treiben, ausgespuckt hat. Der Begriff Indietronic war unserer Meinung nach die treffendste Erklärung für das entstandene Produkt. Wir haben „auf der ganzen Welt“ nichts gefunden, was besser gepasst hätte.

 

Darkstar Promotion: Wie seht ihr euch in der Gothic-Szene? Beim Hören eurer Songs bekomme ich den Eindruck, ihr wolltet die "Schwarzröcke" parodieren.

 

Fundetta: Wir geben zu, dass wir die Szene nicht kannten, sie uns aber mittlerweile doch sehr imponiert. Und da wir mutwillig da hineingeschubst worden waren, haben wir uns eben recht schnell in positiver Weise damit arrangiert. Wir finden die Leute in Ordnung und die Musik „dort“ an sich auch. Doch wir denken noch immer, dass Fundetta nur Gothic im übertragenen Sinne ist – es liegt eine Menge Rock in den Songs (sagt man uns nach), obwohl keine Gitarren im Spiel sind. Elektrorock eben! :) Und ohne die unüberhörbare Priese Sarkasmus und Ironie kommen wir nun mal nicht zurecht. Das wahre Leben ist momentan traurig genug – es würde keinen Spaß machen, auch noch darüber zu singen.

 

Darkstar Promotion: Detta, du bist der kreative Kopf in eurem Projekt. Wie kommst du auf die frechen Texte?

 

Detta: Nun, MANN ist aufregenderweise in einem Alter, in welchem schon mehr als viel erlebt wurde, vor allem ist ja ein Musikerleben nicht so ganz ohne Folgen, wie jeder weiß... :) Die Texte entwickelten sich aus meinem Erlebtem und aus meiner leicht übertriebenen Fantasie, die eigentlich jeder in sich trägt, auch wenn es kaum jemand zugeben will. Mutig ist das wohl schon, aber was soll´s – es ist nun mal das, was ich singen will. So ist es nicht nötig, sich zu verstellen, und man kommt ehrlich rüber. Und ich glaube, wer damit nichts anfangen kann, der kennt sich selbst noch nicht, oder?

 

Darkstar Promotion: Habt ihr musikalische Vorbilder? Ich zum Beispiel habe bei euch Anklänge von Nina Hagen und Helge Schneider entdeckt.

 

Fundetta: Ja klar, uns imponieren immer die Verrücktesten aller Irren. Die würden wir nicht imitieren wollen, sondern finden hochgradig Gefallen an ihrem musikalischen Schaffen, ihrer Professionalität und ihrer Bühnenpräsenz. Helge und Nina gehören selbstverständlich ganz oben mit dazu.

 

Darkstar Promotion: Sind in nächster Zeit Auftritte oder gar eine Tour geplant?

 

Fundetta: Eine Tour kann man das leider noch nicht nennen, aber wir arbeiten in jedem Fall darauf hin! :) Im Mai und Juni werden wir in Nürnberg, Berlin und in Ingolstadt zu sehen sein. Was in diesem Jahr dann noch passiert, steht rechtzeitig im MySpace und auf unserer Homepage.

 

Darkstar Promotion: Was wollt ihr mit eurer Musik in Zukunft erreichen?

 

Fundetta: Im November werden wir in einem vernünftigen Studio die Songs noch mal bombastischer aufmotzen, damit die Ohren der Hörerschaft mehr zu Fressen haben – unser Label bringt das Produkt dann an die Frau und an den Mann. Wenn spätestens dann eine dicke Tour steht, sind wir zufrieden und die Fans sowie die, die es noch werden wollen, hoffentlich auch und rennen uns die Bude ein. Bestimmt gibt es 2011 auch schon ein nächstes Album. Zum Aufgeben jedenfalls sind wir nicht mehr jugendlich genug. Wir können ja auch nichts anderes... Und das ist gut so!

 

Darkstar Promotion: Ihr beide seid auch privat ein Paar. Wie schafft ihr es, Musik und Privatleben voneinander zu trennen?

 

Fundetta: „Das Eine“ kann ohne „das Andere“ nicht.

 

Darkstar Promotion: Gibt es sonst noch irgendetwas, das ihr euren Fans mitteilen möchtet?

 

Fundetta: „Liebe Mädchen kommen in den Himmel und liebe Männer überall rein“. Wir sehen uns! :)

 

 

Das Interview führte Annika Senger / Darkstar Promotion

 

 









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